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WADANS WELT

Deutschland 2010 - 100 Min – 35mm / digital

Regie:
Dieter Schumann

Buch:
Dieter Schumann
Jochen Wisotzki

Konzeptionelle Mitarbeit:
Niels Reise

Kamera:
Rainer M. Schulz

Ton:
Arne Papenhagen
Rainer Maria Viltz
Andrea Köster

Schnitt:
Gudrun Steinbrück

Musik:
Nils Kacirek

Sounddesign:
Roman Vehlken

Sprecherin:
Jutta Wachowiak

Dramaturgische Beratung:
Jochen Wisotzki

Schnittstudio:
backyard Wismar

Farbkorrektur:
Urban Vucer

Technische Leitung:
Philipp Weigold

Filmgeschäftsführung:
Daniela Schöne

Produktionsleitung:
Ruth Stegemann

Produktionsassistent:
Nick Pastucha
Anna Bolster

Aufnahmeleitung:
Henrike Ehrlich

Herstellungsleitung:
Kathrin Isberner

Producer:
Georg Tschurtschenthaler

Produzenten:
Christian Beetz
Dieter Schumann

Besonderen Dank an:
Eva Hubert, Filmbüro Mecklenburg-Vorpommern (Fakultät Gestaltung), Gerd Schneider, Hochschule Wismar, Kai Tuchmann, Matthias Trott, Nora Kauffeldt, Ralf Schenk, Reinhard Teichert, Svetlana Gatzke, Verena Krüger, Xenia Kulikowa

gefördert durch:

Bundesbeauftragten für Kultur und Medien
Wirtschaftliche Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern
Deutscher Filmförderfonds
Hamburger Filmförderung


WADANS WELT

Ein Film von Dieter Schumann

Kinostart: 19. Mai 2011


Trailer

Stadt  Kino  Termin  Info   
Berlin  Babylon Mitte  24.07.- 10.08.2011     
Berlin  Krokodil  11. - 24.08.2011     
Boizenburg  Kino  31.07.- 10.08.2011     
Braunschweig  Universum Filmtheater  02.05.2012     
Braunschweig  Universum Filmtheater  am 02.05.2012     
Erfurt  Kommunales Kino  am 11.04.2012     
Frankfurt  Naxos. Kino im Theater  01.05.2012     
Gieen  Koki  19.11.2011     
Gladenbach  Verdi Bildungszentrum  23.11.2011     
Hagen  Babylon   16.03.2012     
Hamburg  Zeise Kinos  14. - 18.11.2011  Schulkinowochen   
Hildesheim  Kellerkino  27.09.2011     
Mannheim  Odeon  25.11.2011     
Marburg  Capitol  20.11.2011     
Neubrandenburg  Latcht  08.11.2011     
Ratzeburg  Burgtheater  01.08.2011  Filmkunsttag   
Rostock  Wundervoll  21. - 25.11.2011     
Schwerin  FilmLand M-V  08.09.2011     
Singen  Weitwinkel Kino  27.09.2011     
Stralsund  CineStar  25.11.2011     
Wismar  Kino im Filmbro  24. - 25.11.2011  Schulkinowochen  

SYNOPSIS


Wismar, 120 km östlich von Hamburg, 45.000 Einwohner, das Einkommen jeder dritten Familie hängt von der Wadan Werft, dem einzigen Großbetrieb in der Region ab. Im August 2008 übernimmt ein russischer Investor den Traditionsbetrieb, die Zukunft der Werft scheint gesichert. Kurz danach trifft die Finanz- und Wirtschaftskrise, irgendwo im fernen Amerika begonnen, die alte Hansestadt mitten ins Herz, 5.000 Arbeitsplätze sind bedroht.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.


Wir begleiten eine Gruppe von Schweißern durch die turbulenten Monate und erfahren ganz unmittelbar, dass der Verlust des Arbeitsplatzes viel mehr bedeutet als Einkommensverlust. „Zum Schiffbauer musst man geboren sein“, sagt einer der Protagonisten und trifft das, was in der Region seit Jahrzehnten gilt: Schiffbauer ist ein stolzer Beruf, der oft über Generationen weiter gegeben wird, er hat mit Würde und Qualität zu tun und prägt die Identität der ganzen Küstenregion.


Wir begleiten die Arbeiter, die Eigner und den Insolvenzverwalter beim Ringen um den Erhalt der Werft, erleben deren Auf und Ab zwischen Ohnmacht, Wut, Trauer und Hoffnung. 18 Monate Drehzeit, 120 Stunden Material, in denen die persönlichen Erschütterungen einer für viele abstrakt gebliebenen Krise erlebbar werden. Die Wadan-Werft geht unter und wird mit neuem Besitzer und Namen wieder aufgemacht. Einige unserer Protagonisten kommen zurück in ihren Betrieb, allerdings zu deutlich schlechteren Bedingungen. Wir waren bei der letzten Schicht vor der Insolvenz dabei und bei der ersten nach dem Neubeginn.


Der Film geht dem nach, was diese Krise hinterlässt. Der Verlust trifft das Wertgefüge, teilt Menschen in scheinbar Überlegene und Verlierer, in Menschen mit Arbeit und in Menschen ohne Arbeit. „Alles ist anders“, sagt einer von ihnen und meint das Gefühl in seiner Brust.

DER REGISSEUR ZUR ENTSTEHUNG DES FILMS

15. Oktober 2008, Wadan-Werft Wismar. Ich stehe im Pausenraum der Truppe des Vorarbeiters Christian Schröder. An abgewetzten Resopal-Tischen sitzen 35 Schweißer vor mir. Die meisten haben 25 und mehr Jahre Schiffbau auf dem Buckel. Vor ihnen liegen Bild-Zeitungen, die das Horror-Szenario der jüngst ausgebrochenen Bankenkrise ausmalen. Die Bude riecht nach Schweiß, Abgasen und Kaffee. Mir ist gerade das seit 3 Jahren vorbereitete Konzept meines Films geplatzt, das da meinte, den Bau der weltgrößten Fähre zu verfolgen und so einen Einblick in die faszinierende Welt des Schiffbaus des 21. Jahrhunderts zu geben.

Jetzt, zwei Monate nach Übernahme der Werft durch den russischen Oligarchen Burlakow, steht die Werft kurz vor dem Aus. Die Finanzierung etlicher sicher geglaubter Aufträge ist geplatzt. Die Arbeiter verstehen die Welt nicht mehr. Eine der modernsten Werften Europas steht kurz vor der Insolvenz, weil irgendwo in Amerika Banker sich verzockt haben. Die Bundeskanzlerin hat gerade die Spareinlagen für sicher erklärt, doch die Schweißer diskutieren, ob nicht wie 1929 die Weltwirtschaft zusammenbricht. In dieser Situation trage ich den Schweißern mein Anliegen vor, gemeinsam mit ihnen die kommenden Ereignisse auf der Werft zu dokumentieren, quasi die Krise aus der Sicht ihrer Truppe von unten zu verfolgen, egal wie es ausgeht. Die Arbeiter spüren wohl meine Aufregung. Ich verspreche ihnen einen ehrlichen Film. Nach kurzer, heftiger Debatte stimmen sie zu. Der dicke Krischan wird zum Filmverantwortlichen gemacht. Am nächsten Morgen gehen wir mit ihm um 05.30 Uhr zur ersten Schicht, in einen Betrieb, der in den nächsten 6 Monaten langsam sterben und dann plötzlich wieder auferstehen wird.

130 Stunden Material sind in 18 Monaten zusammen gekommen. Was wir erlebt und erfahren haben, ist nicht nur die Geschichte der realen Krise aus der Sicht von unten. Im Spiegel der Ereignisse offenbarten sich andere, ganz wesentliche Dinge. Schiffbau ist eine langwierige, träge Industrie. Sie setzt Erfahrung und Tradition voraus und mehr als vielleicht in anderen Branchen bedarf sie aufgrund des komplexen Produktionsprozesses eines eingespielten, sich selbst regulierenden Teams. Qualität und Termintreue erwirkt man hier nicht durch Druck sondern eher durch angemessene Bezahlung und Identifikation mit dem Beruf und dem Betrieb. Viele unserer Protagonisten sind Schiffbauer in zweiter oder dritter Generation. Berufsstolz und Qualitätsanspruch werden so von den Vätern an die Söhne weiter gegeben. Das hat sich auch nach der Wende und trotz mehrfachen Besitzerwechsels erstaunlicherweise erhalten. Christian Schröder bringt es im Film auf den Punkt: „Eigentlich ist mir egal, wem der Laden gehört. Ich bin verantwortlich für die Schweißerei auf der Dockkante und ich will hier morgens um Sechs zur Schicht kommen.“ Und später: „Termine sind ein Gesetz, solange ich auf der Werft bin, haben wir noch nie einen Stapellauf oder eine Auslieferung verschoben.“ Selbst, wenn diese in die Kamera gesprochene Äußerung nicht ganz der Historie standhielte, beweist sie doch eines: Fernab jeglichen Aktienbesitzes betrachtet hier ein Arbeiter den Betrieb als den seinen und formuliert ein selbstbewusstes Credo seines Berufes.
Vor 30 Jahre im Osten hätte man solche Leute zu Helden erklärt, heute wird ernsthaft darüber nachgedacht, ob und wie man sie durch Zeit- oder Leiharbeiter ersetzen kann. Welch ein Irrtum, welch ein Wahnsinn!
Während der Filmarbeit haben wir den Schiffbau als eine faszinierende Welt mit gigantischer, stählerner Kulisse erlebt, mit Menschen, die immer noch einem Knochenjob nachgehen, darauf stolz sind und Großartiges leisten. Mag sein, dass all das im Weltenlauf irgendwann nicht mehr zählt, dass das Kapital billigere Schiffbaustandorte ausmacht und einen endgültigen Strukturwandel in Wismar und ganz Europa erzwingt. Menschliche Größe stellt es allemal dar und vielleicht dämmert es auch Deutschlands Wirtschaftsbossen erneut, dass Wertarbeit mit dem Wert und der Würde des Arbeiters zusammen hängen.

DER REGISSEUR

Dieter Schumann wurde in Ludwigslust in Mecklenburg geboren. Nachdem er einige Jahre zur See gefahren war, studierte er an der HFF Potsdam Regie. Von 1983 bis 1990 arbeitete er als Regisseur für Fernseh- und Kinofilme im DFA-Dokfilmstudio. Ab 1990 baute er die kulturelle Filmförderung und die Filmförderung des Landesfilmzentrums Mecklenburg-Vorpommern mit auf und übernahm dort die Leitung bis 2002. 2002 gründete Dieter Schumann die Basthorster Filmmanufraktur und ist seitdem als freier Autor, Regisseur und Produzent tätig. 2008 wurde er mit dem Ludwig-Reinhard-Kulturpreis ausgezeichnet.

Filmographie (eine Auswahl)

2004 Mecklenburg – so fern, so nah, 85min
2005 – 2008 Mecklenburger Profile – Dokumentarische Portraits (KF):

  • Der Bürgermeister aus Übersee, 30min
  • Der Inselwirt, 15min
  • Schleuse 15 – Ein Besuch bei Schleusenmeister Kuck, 15min
  • Seines Glückes Schmied, 15min
  • Der Fischer von Herzogs Gnaden, 15min
  • Der Klockenschauster von Wismar, 15min
  • Die Kräuterfee von Weberin, 15min
  • Gebundene Leidenschaft – Buchbinder Günter Rädel, 15min
  • Alte Liebe rostet nicht – Schlossermeister Jakubpreiksch, 15min
  • Glanz in den Händen – Die Vergolderin Monika Lampert, 15min
  • Werkstatt der Bequemlichkeit – Polstermeister Hermann Pries, 15min

2008 Die Frauen Gottes – Die letzten Diakonissen von Mecklenburg, 55min
Gedächtnis für die Zukunft – Das Landeshauptarchiv Schwerin, 25/15min

GEBRÜDER BEETZ FILMPRODUKTION

Unter dem Dach der Gebrüder Beetz Media GmbH sind insgesamt drei Unternehmen an den Standorten Berlin, Hamburg und Köln mit über 30 Mitarbeitern vereint: Gebrüder Beetz Filmproduktion Berlin GmbH & Co KG, Gebrüder Beetz Filmproduktion Hamburg GmbH & Co KG und Gebrüder Beetz Filmproduktion Köln GmbH & Co KG. Berlin ist mit 16 Mitarbeitern und sechs HD Schnittplätzen der größte Standort der Gebrüder Beetz Media GmbH.

Die Firma wurde im Jahr 2000 von Christian und Reinhardt Beetz gegründet und hat bisher mehr als 50 Dokumentationen und Dokumentarfilme produziert. Im Jahr 2008 wurde die Firmenstruktur aufgrund des Erfolges angepasst und in Kommanditgesellschaften überführt. In Zusammenarbeit mit Autoren und unabhängigen Filmemachern entwickelt und produziert die Gebrüder Beetz Filmproduktion hochwertige preisgekrönte Dokumentarfilme, Dokumentationen und dokumentarische Serien sowie die Kulturmagazine Metropolis und EinsWeiter (täglich auf ARD - EinsFestival) für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. In internationalen Koproduktionen setzt die Firma zudem kreative Fernsehproduktionen für den europäischen und außereuropäischen Markt erfolgreich um.

Die Gebrüder Beetz Filmproduktion widmet auch dem Geschäftsfeld der Entwicklung von neuen TV-Internet Formaten. Die eigens gegründete New Media Abteilung verbindet dokumentarische Kompetenz mit neuen Denkansätzen aus Web, Game und Mobile zu neuen, crossmedialen Konzepten, um Inhalte im Internet für ein internationales und webaffines Publikum neu zu erzählen.