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Vergiss mein Ich

LAND Deutschland

REGIE Jan Schomburg

ERSCHEINUNGSJAHR 2014

DAUER ca. 95 min.

FORMAT DCP, Dolby Digital

CAST Maria Schrader, Johannes Krisch, Ronald Zehrfeld, Sandra Hüller, Paul Herwig, Jeff Zach u.v.a.

DREHORT Köln, NRW
SPRACHE Deutsch

CO-PRODUKTION Westdeutscher Rundfunk

IN ZUSAMMENARBEIT MIT Film und Medienstiftung NRW, DFFF, BKM, FFA & Drehbuchförderung, Film und Medienstiftung NRW & Media Development

WELTVERTRIEB The Match Factory

VERLEIH Real Fiction Filmverleih

PRODUZENTEN Claudia Steffen, Christoph Friedel (producers), Andrea Hanke (commissioning editor)

DREHBUCH Jan Schomburg

KAMERA Marc Comes

SCHNITT Bernd Euscher

CASTING Regina Tiefenthaller

PRODUKTION Katja Christochowitz

SOUND William Franck (original sound), Andreas Hildebrandt (sound design)

ART DIRECTION Cora Pratz

KOSTÜMBILD Ulrike Scharfschwerdt

MASKENBILD Astrid Weber

MUSIK Tobias Wagner, Steven Schwalbe, Chris

Vergiss mein ich

Ein Film von Jan Schomburg

Kinostart: 1. Mai 2014


Trailer

Stadt  Kino  Termine  Info   
Aachen  Apollo  ab 01.05.2014     
Ahaus  Cinema  07.10. + 14.10.2014     
Bad Urach  Forum 22  26.06. - 02.07.2014     
Bamberg  Lichtspiel  20.07. - 23.07.2014     
Berlin  Babylon Mitte  ab 29.05.2014     
Berlin  Bundesplatzkino  ab 08.05.2014  8.5. Regisseur zu Gast   
Berlin  B-Waren Ladenkino  ab 15.05.2014     
Berlin  CinemaxX Potsdamer Platz  ab 01.05.2014     
Berlin  Filmtheater am Friedrichshain  30.04.2014  Berlin-Premiere   
Berlin  Filmtheater am Friedrichshain  ab 01.05.2014     
Berlin  Hackesche Höfe  ab 01.05.2014     
Berlin  Kant  ab 01.05.2014     
Berlin  Sputnik  ab 15.05.2014     
Berlin  Toni und Tonino  ab 29.05.2014     
Bochum  Casablanca  11.05.2014     
Bochum  Metropolis  ab 01.05.2014     
Bremen  City 46  ab 01.05.2014     
Cinema  Dülmen  19.08. + 24.08.2014     
Dortmund  SweetSixteen  ab 01.05.2014     
Dresden  PK Ost  ab 01.05.2014  4.5. Regisseur zu Gast   
Dresden  Thalia  22.05. - 28.05.2014     
Düsseldorf  Metropol  ab 01.05.2014     
Ebersberg  Altes Kino  08.10.2014     
Erftstadt  VHS  12.09.2014     
Erfurt  Kino am Hirschlachufer  ab 01.05.2014     
Erlenbach  Passage  17.06. + 18.06.2014     
Essen  Galerie  ab 01.05.2014     
Esslingen  Kommunales Kino  12.06. - 18.06.2014     
Fellbach  Orfeo  14.06. - 16.06.2014     
Flensburg  51 Stufen  26.06. - 02.07.2014     
Frankfurt  Filmforum Hoechst  05.06. + 11.06.2014     
Frankfurt  Mal Seh'n  ab 01.05.2014     
Freiburg  Harmonie  ab 01.05.2014     
Fürstenwalde  Union Kino  ab 12.06.2014     
Fürth  Babylon  ab 05.06.2014     
Gera  Filmclub  22.05.2014     
Görlitz  Offkino  22.05. - 28.05.2014     
Göttingen  Lumiere  12.06. - 18.06.2014     
Grünstadt  Europa-Theater  14.07. + 16.07.2014     
Hamburg  Abaton  29.04.2014  Hamburg-Premiere   
Hamburg  Abaton  ab 01.05.2014     
Hamburg  Alabama  ab 29.05.2014     
Hamburg  Zeise  ab 01.05.2014     
Hannover  Raschplatz  ab 01.05.2014     
Holzkirchen  Foolskino  19.06. - 25.06.2014     
Hoyerswerda  Kulturfabrik  06.06., 08.06. + 10.06.2014     
Hürth  Berli  02.06. + 09.06.2014     
Kassel  Filmladen  ab 01.05.2014  2.5. Regisseur zu Gast   
Kiel  Kino in der Pumpe  ab 01.05.2014     
Köln  Filmpalette  ab 01.05.2014  15.5. Regisseur zu Gast   
Köln  Schauspielhaus/Depot  28.04.2014  Premiere   
Konstanz  Scala  ab 03.07.2014     
Leipzig  Cineding  ab 26.06.2014     
Leipzig  Schaubühne  ab 01.05.2014     
Lich  Traumstern-Kino  30.04.2014  Preview   
Lich  Traumstern-Kino  ab 12.06.2014     
Lörrach  Free Cinema  06.06. - 08.06.2014     
Ludwigsburg  Caligari  13.06. - 15.06.2014     
Magdeburg  Moritzhof  ab 01.05.2014     
Mannheim  Atlantis  ab 15.05.2014     
München  Atelier  ab 01.05.2014     
München  Monopol  ab 01.05.2014     
Münster  Cinema  ab 01.05.2014     
Nürnberg  Filmhaus  ab 01.05.2014     
Nürnberg  Rio-Palast  03.07. - 09.07.2014     
Ochsenfurt  Casablanca  10.06. + 11.06.2014     
Ochsenfurt  Casablanca  10.06. + 11.06.2014     
Pforzheim  Kommunales Kino  01.06. - 08.06.2014     
Plauen  Malzhaus  30.06. + 01.07.2014     
Potsdam  Thalia  ab 01.05.2014  3.5. Regisseur zu Gast   
Regensburg  Filmgalerie  ab 15.05.2014     
Rostock  Lichtspiel Wundervoll  ab 01.05.2014     
Saarbrücken  Filmhaus  ab 01.05.2014     
Schweinfurt  KuK Filmtheater  22.05. - 28.05.2014     
Stuttgart  EM Kino  ab 01.05.2014     
Tübingen  Arsenal  ab 22.05.2014     
Verden  Kommunales Kino  30.07.2014     
Weilheim  Starlight  ab 05.06.2014     
Wiesbaden  Caligari  12.06. + 15.06.2014     
Witzenhausen  Capitol  26.06.2014   
Würzburg  Central Programmkino  01.05. - 04.05.2014   

 

Logline


Lena Ferben hat schon fast ein halbes Leben gelebt, als sie alle ihre Erinnerungen, ihr komplettes „Ich“ verliert. Ihr Mann ist plötzlich ein Unbekannter, ihre Freunde Fremde, ihr bisheriges Leben eine fiktive Erzählung.  Sie muss sich entscheiden: Werden, wie sie war oder eine Andere bleiben...

 

 

Synopsis


Lena Ferben (Maria Schrader) ist seit Jahren mit ihrem Mann Tore (Johannes Krisch) verheiratet, als sie sich plötzlich verliert. Retrograde Amnesie sagen die Ärzte zu Lenas Zustand; eine nicht diagnostizierte Gehirnentzündung ist der Grund. Die Folge: sie hat keinen Zugriff mehr auf das, was die Medizin als biographisches Gedächtnis bezeichnet. Und wie seltsam das Gehirn doch funktioniert: Die Sprache ist noch vorhanden, doch die Wörter an keine Erfahrung geknüpft. Komik... Treue... Geschlecht... Liebe... Ehemann...
Begriffe  schwebend im luftleeren Raum, abgeschnitten von der Erdung ihrer Bedeutungen.

Tore versucht, Lena den Weg zu ihr zu zeigen, wer er für sie war und wer sie für ihn. Eine Nacherzählung bereits erlebter Realität. Aber während ihre Umwelt nur den Verlust der alten Lena empfindet, bewegt sie sich selber auf eigenen Wegen. Wie ist es wohl, diese Lena Ferben zu sein? Lena probiert es aus, wie ein Schauspieler eine Rolle probiert, während in ihr zur gleichen Zeit etwas Neues entsteht, eine eigene, individuelle Persönlichkeit, die sich dagegen wehrt, das zu tun, wozu Lenas ganze Umwelt sie ermutigt und drängt: Sie selbst zu werden.

 

 

Regiekommentar VERGISS MEIN ICH


Als ich vor drei Jahren in einem Radiofeature von einer 40-jährigen Frau mit kompletter retrograder Amnesie hörte, war ich sofort fasziniert von ihrem außergewöhnlichen Schicksal. Diese Frau hatte wegen einer nicht diagnostizierten Gehirnentzündung mehr oder weniger von einem Moment auf den anderen ihr Gedächtnis verloren; bis heute ist außer der Tatsache, dass sie wie vor der Amnesie keine Schokolade mag, keine ihrer Erinnerungen zurückgekehrt. Wie so oft vermag hier gerade der Sonderfall so viel über den Regelfall zu erzählen: Der Verlust des biographischen Gedächtnisses zeigt, für wie viele, oft unbewusste Prozesse dieser Teil des Gehirns verantwortlich ist und wirft gleichsam fundamentale Fragen zu unserem Ich-Verständnis und der Konstruktion von Identität auf. Und noch mehr stellt es die Frage nach der persönlichen Freiheit – wie fühlt es sich wohl an, vom eigenen Ich befreit zu sein, ein neuer Mensch zu werden, dem soziale Konventionen nichts mehr bedeuten?


Wir denken Gefühle ja im Allgemeinen als etwas, das unabhängig von gesellschaftlicher Verabredung steht; wie Dinge, die nicht erlernt werden, sondern quasi a priori zu uns gehören wie der Geruchssinn, das physische Schmerzempfinden oder die Verdauung. Betrachtet man die Zustände von Amnesiepatienten, stellt sich heraus: Sie haben ihre eigenen Emotionen „verlernt“, und sie beherrschen auch deren Darstellung nicht mehr. Wie Kinder das Fahrradfahren müssen sie das Fühlen und Empfinden erst wieder erlernen. Ihre ersten Gefühlsausbrüche wirken auf die Umwelt oftmals unauthentisch und „falsch“. Mit der Zeit lernen sie dann, Trauer, Schmerz, Wut, Freude, Eifersucht zu empfinden und diese verschiedenen Zustände voneinander abzugrenzen. Und mit dem Empfinden selber haben sie natürlich auch die Darstellung perfektioniert: Wenn sie weinen, glauben wir ihnen, dass sie traurig sind, wenn sie lachen, glauben wir ihnen, dass sie Freude empfinden.

Als Lena Ferben zum ersten Mal nach Hause kommt, wartet da schon eine Biographie auf sie. Sind wir nicht in unserem Leben ebenfalls ständig damit konfrontiert, dass ein „Ich“ bereits existiert? Dass uns die Erzählung der eigenen Identität jeden Tag beim Aufwachen neu erwartet und ihre Geschlossenheit und Konsistenz ein absolut entscheidendes Moment für das eigene „Funktionieren“ darstellt, gegen das man sich kaum zu wehren vermag? Im Fall der Lena Ferben ist die an sich untrennbare Einheit des  „Ichs“ und seiner Erzählung plötzlich in zwei Teile zerfallen, und Lena liest ihre eigenen Tagebücher wie die einer Fremden und sieht Filmaufnahmen von sich selbst, als hätten sie nichts mit ihr zu tun – Reflektion also im extremsten Sinne.

Kann ein Mensch freier sein als in dieser Situation? Befreit nicht nur von jedem gesellschaftlichen Druck, den sie nicht einmal mehr wahrnimmt, befreit auch vom eigenen Ich, das ja vielleicht noch stärker als unsere Umwelt bestimmt, was wir tun und vor allem, was wir nicht tun. Die Welt erfahren ohne Vorurteile und ohne Kategorisierungen, ist das nicht ein heimlicher Wunsch von uns allen?

Im Laufe der Geschichte nähert sie sich immer mehr ihrer alten Identität an, sie „lernt, sie selbst zu sein“ und damit auch „sich darzustellen“. Doch je besser das funktioniert, desto mehr befallen Tore und auch uns ein Unbehagen, weil Lenas Entwicklung uns mit unserem eigenen Ich-Verständnis konfrontiert und die Frage stellt: Gibt es einen Unterschied zwischen der perfekten Darstellung einer Person und einer Person? Ist da noch was anderes? Ist da etwas, was man je nach Vorprägung „Ich“ oder „Seele“ nennt? Oder einfacher: Worin besteht die Differenz zwischen „Lena spielen“ und „Lena sein“?

-Jan Schomburg

 

                  

Jan Schomburg, Biografie & Filmografie

JAN SCHOMBURG – Regie & Drehbuch
Jan Schomburg ist 1976 in Aachen geboren. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel (Film und Fernsehen) absolviert er den Studiengang Filmregie an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. 2007 durchläuft Jan Schomburg die Drehbuchwerkstatt München. 2008 erhält er zudem ein Stipendium an der Andrzej Waida Master School of Film Directing in Warschau. Er realisiert mehrere preisgekrönte Kurzfilme. Sein erster langer Kinospielfilm »Über uns das All« wird auf der 61. Berlinale in der Sektion Panorama Special uraufgeführt und mit dem Prix Europas Cinemas ausgezeichnet. Sein zweiter langer Kinospielfilm »Vergiss mein Ich« wird 2012 noch unverfilmt für den deutschen Filmpreis 2013 in der Kategorie bestes Drehbuch nominiert.  Jan Schomburg arbeitet gerade an seinem nächsten Spielfilmprojekt.

Filme (Auswahl) – Jan Schomburg

  • 2011 Über uns das All, 88 min, Kino, Regie und Drehbuch
  • 2007 Innere Werte, 60 min, ZDF-Kleines Fernsehspiel, Regie und Drehbuch
  • 2005 Esther, Kurzfilm, Regie und Drehbuch
  • 2004 Nie solo sein, Kurzfilm, Regie und Drehbuch
  • 2001 Turnverein, Kurzfilm, Regie und Drehbuch
  • 1999 Hotelzimmer 1942, Kurzfilm, Regie und Drehbuch

 

 

HAUPTDARSTELLER

Maria Schrader 1965 in Hannover geboren. Aus einem künstlerischen Elternhaus stammend,  fasst sie bereits als Teenagerin den Entschluss, Schauspielerin zu werden. Mit sechzehn steht sie das erste Mal für Strindbergs »Vater« auf der Bühne.
Ihre Ausbildung genießt die deutsche Ausnahmeschauspielerin am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Im Anschluss daran arbeitet sie als Autorin und Schauspielerin mit dem Regisseur Dani Levy an etlichen gemeinsamen Filmen (u.a. »Stille Nacht«, »I was on Mars«, »Meschugge«). 2007 kommt ihr Regiedebüt »Liebesleben« nach dem gleichnamigen Roman von Zeruya Shalev ins Kino.
Als Schauspielerin arbeitet Maria Schrader mit international renommierten Regisseurinnen und Regisseuren wie Doris Dörrie, H.W. Geißendörfer, Margarethe von Trotta, Agnieszka Holland und Peter Greenaway.
Sie erhält zwei Mal den Bayerischen sowie den Deutschen Filmpreis und wird auf der Berlinale 1999 für »Aimée und Jaguar« von Max Färberböck mit dem Silbernen Bären und als »deutscher Shooting Star des europäischen Films« ausgezeichnet.
Für ihre herausragende Darstellung der Medea in Karin Beiers Inszenierung »Das goldene Vlies« am Schauspiel Köln erhält sie 2009 beim NRW-Theaterfestival den Preis als beste Darstellerin. 2010 wird sie mit dem Deutschen Hörbuchpreis für »Geschichte einer Ehe« ausgezeichnet. Sie spielt u.a. am Thalia Theater Hamburg, Deutschen Theater Berlin, Düsseldorfer Schauspielhaus und am HAU Berlin.
Aktuell ist sie in Karins Beiers Eröffnungspremiere » Die Rasenden« sowie  ab  dem 10. Mai wieder als Medea in »Das goldene Vlies« am Deutschen Schauspielhaus Hamburg zu sehen.
Am 12. April 2014 läuft das internationale TV-Ereignis »24h Jerusalem« auf ARTE und im BR, bei dem Maria Schrader 2013 als eine von mehreren Regisseurinnen mitgewirkt hat.

Johannes Krisch ist festes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Er spielt die Hauptrolle in dem Oscar-nominierten Film REVANCHE und ist in FINSTERWORLD, 360 und DIE VATERLOSEN zu sehen.

Ronald Zehrfeld ist zur Zeit einer der gefragtesten deutschen Schauspieler. Er ist international bekannt aus BARBARA und wird dieses Jahr in den Kinofilmen ZWISCHEN WELTEN, DIE GELIEBTEN SCHWESTERN und PHOENIX zu sehen sein.
Ronald Zehrfeld wurde für seine schauspielerischen Leistungen bereits mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Grimme Preis ausgezeichnet.

Sandra Hüller ist festes Ensemblemitglied bei den Münchner Kammerspielen. In BROWNIAN MOVEMENT, REQUIEM, MADONNEN u.v.a. ist Sandra Hüllers Ausnahmetalent zu bewundern. Auch in Jan Schomburgs erstem Film ÜBER UNS DAS ALL  brilliert sie als Hauptdarstellerin. Sandra Hüller wurde u.a. mit dem Silbernen Bären und dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet.