![]() ![]() |
||||||||
|
|
THE REAL AMERICAN D 2011 – 95 Min. BESETZUNG Joseph McCarthy Jean Kerr Roy Cohn Richard Nixon Alvin Spivak Reporter 1 Reporter 2 Allen Welsh Dulles William Bundy Walter Pforzheimer James Jesus Angelton Drew Pearson John G. Adams Mary Driscoll Student Joe McCarthy Boy Joe McCarthy Farmer Steve Miller Louise David Schine Francis Carr Radio Presenter Lyman Kirkpatrick
Zeitzeugen in alphabetischer Reihenfolge Ben Bagdikian
STABLISTE Regie Buch Produzenten Producerin Kamera Schnitt Ton Herstellungsleitung Co-Produzenten Associate Producer Produktionsberatung Regieassistenz 2. Regieassistenz Kamera-Assistenz Assistenz Lutz Hachmeister Drehbuchassistenz Drehbuchbearbeitung Produktionsleiter Filmgeschäftsführung Szenenbild Ausstattung Kostümbild Garderobe Maske Produktionskoordination Produktionspraktikant Produktionsleitung Interviews Production Trainee 1. Aufnahmeleitung Location Scout Motiv-Aufnahmeleitung Set-Aufnahmeleiter Set-Assistenz Set Dresser Set-Runner Produktionsfahrer Continuity Dialogue Coach Außenrequisite Innenrequisite Requisitenfahrer Baubühne Szenenbild-Praktikum Kostümbild-Assistenz Zusatzgarderobe Zusatz-Maske Steadicam Operator Material Assistenz Best Boy Oberbeleuchter Beleuchter Beleuchter-Assistenz Grip Grip-Assistenz Ton-Assistenz Standfotografie Making of Casting Additional Casting Komparsen und Kleindarsteller Komparsen Abrechnungsservice Stunts Poker Coach Catering
California Unit Kamera Kamera-Assistenz
East Coast I Unit Kamera Kamera-Assistenz
East Coast II+III Unit Kamera Kamera-Assistenz
Washington / Wisconsin Unit Kamera Kamera-Assistenz
New York / Ocean City Unit Kamera Kamera-Assistenz
Post Production Supervisor Post Production Assistant Digital Postproduction Post Production Supervisor Online Edit Colorist RED Dailies VFX Postproduction VFX & Titles VFX Set Supervisor 3D-Artist Title Design Photo Composition Sound Post Production Re-Recording Mixer Technical Support Sound Design Sound Supervisor Disposition Foley Recordist Foley Artist Foley Editor ADR Recordist Dubbing Director Composer Additional Music Versicherungsmakler Bank Sparkasse Köln-Bonn Legal Services Head of Research Researchers Research kindly supported by Festival Consultant Archive footage BBC Motion Gallery British Pathé CBS News / CNN Image Source ITN Source NARA National Archives NBC News Archives Point of Order! UCLA Film & Television Archive WPA Library Eine HRM Produktion GmbH Produktion, kooproduziert von ZDF und Arte in Zusammenarbeit mit der BBC Unterstützt von der Film- und Medienstiftung NRW und DFFF Deutscher Filmförderfonds © 2011 HMR / ZDF / Arte |
Ein Film von LUTZ HACHMEISTER Kinostart: 12. Januar 2012
Trailer Get the Flash Player to see this player.
Kurztext ![]() Vor gut fünfzig Jahren, im Jahre des Sputnikschocks, starb Senator Joseph Raymond McCarthy im Alter von nur 48 Jahren. Offizielle Todesursache: Hepatitis. In Wahrheit hatte der gebürtige Wisconsiner aus Appleton mit deutsch-irischen Wurzeln sich buchstäblich zu Tode getrunken. Der nach ihm benannte Ausdruck "McCarthyismus" steht heute gleichbedeutend mit moralischer Entrüstung und jeder Art daraus hervorgehender Hexenjagd. Präsent sind die audiovisuellen Bilder des McCarthy-Komitees, dem tatsächliche sowie mutmaßliche Kommunisten Rede und Antwort stehen mussten. "The Real American – Joe McCarthy" ist mehr als ein biografisches Porträt des kontroversen Politikers: Ein Arrangement von exklusiven Zeitzeugeninterviews, jüngst freigegebenen Archivaufnahmen und nachgestellten Szenen verbinden kunstvoll historische Eindrücke mit modernen Standpunkten, persönliche Erinnerungen mit wissenschaftlich belegten Fakten.
SYNOPSIS ![]() Der Ausdruck "McCarthyismus" steht heute gleichbedeutend mit moralischer Entrüstung und jeder Art daraus hervorgehender Hexenjagd. Das Dokudrama von Lutz Hachmeister versucht den Mann vom Mythos zu trennen und präsentiert das erste wirklich umfassende Bild eines der frühen Antagonisten im Fernsehen übertragener Politik, seinen Hintergrund und die politische und kulturelle Landschaft, die seinen Aufstieg an die Macht förderten. Mit dem Aufstieg von Sarah Palin und der rechts-libertären "Tea Party"-Bewegung hat der Film eine verblüffende politische Aktualität gewonnen. ![]() Der Film zeichnet den kometenhaften Aufstieg des Farmersohns nach, vom frisch gewählten Senator zum "commie"-jagenden Populisten, und schließlich den Mangel an Voraussicht, der ihn in den Medienrummel der "Army-McCarthy-Hearings" trieb. Geblendet von seiner Begierde "die Nummer eins in Washington" zu werden, nahm McCarthy aussichtslose Kämpfe mit der Armee, dem Außenministerium, der CIA und sogar dem Präsidenten selbst auf – bis diese Mächte, allen voran die CIA, aktive Maßnahmen gegen ihn einleiteten ![]() Auf den Spuren von fünf Jahren ausgiebiger Recherche in internationalen Archiven, erst kürzlich freigegebenem Material, darunter Interviews mit den letzten noch lebenden Familienmitgliedern Joseph Raymond McCarthys in seiner Heimatstadt Appleton, Wisconsin, und eine Vielzahl von hochkarätigen Augenzeugen und Medienhistorikern, schafft der Film einen Mischung aus Originalmaterial, bisher ungesehenen Archiv-Foto- und Filmaufnahmen, und natürlich in Szene gesetztem dramatischen Originaldrehbuch. Große Namen, unter anderem der frühere Außenminister Henry Kissinger, Pulitzerpreisträger Haynes Johnson, die konservative Bestsellerautorin Ann Coulter, Watergate-Legende Ben Bradlee, und Ex-KGB General Oleg Kalugin, stellen ihre Stimmen und einzigartigen Einsichten über den Aufstieg und Fall eines Mannes, der sich nur zwei Jahre vor seinem 50. Geburtstag buchstäblich zu Tode trank, zur Verfügung. ![]() Zum ersten Mal spricht McCarthys früherer Mitarbeiter James Juliana in einem exklusiven Interview über seine Zeit mit dem Senator; der emeritierte Harvard Professor Leon Kamin berichtet über seine Erfahrung vor dem McCarthy-Komitee; Schriftsteller und Publizist Sol Stein teilt Bilder seiner Zeit als direktes Ziel von McCarthys Anschuldigungen hinsichtlich seiner Arbeit für die "Voice of America". Der schottische Schauspieler John Sessions ("Gangs of New York", "The Good Sheperd") und die südafrikanischstämmige Schauspielerin Justine Waddell ("The Fall", "The Mystery of Natalie Wood") mimen Joe McCarthy und seine Ehefrau Jean. In weiteren Rollen spielen Trystan Gravelle als McCarthys oberster Mitarbeiter Roy Cohn und James Garnon als der junge Senator und spätere Vizepräsident Richard Nixon.
HINTERGRUND- UND PRODUKTIONSNOTIZEN Edward Murrows Angriff auf den berüchtigten US-Senator Joe McCarthy gilt als einer der mythischen Momente der Fernsehgeschichte. Lutz Hachmeisters McCarthy-Film zeigt anhand neu aufgefundener Dokumente: die CIA war unzufrieden. Er sah aus wie der Hohepriester des Gentleman-Journalismus: Edward ("Ed") Murrow, CBS-Reporter, Held von Radio-Direktreportagen aus dem von deutschen Bomben bedrohten London im Zweiten Weltkrieg und dann Erfinder des Fernsehmagazins "See it Now!", das er stets mit der Formel "Good Night, and Good Luck" beendete. George Clooney hat dem virilen Star der frühen US-Fernsehpublizistik 2005 mit einem Oscar-preisgekrönten Spielfilm ein Denkmal gesetzt. Die liberale Hollywood-Gemeinde fand sich in der Schwarzweiß-Ästhetik des kettenrauchenden Murrow (1908-1965) wieder, der mit seinen CBS-Kollegen (allesamt mit Hosenträgern und gelockerter Krawatte) im März 1954 mutig gegen den Demagogen und "Kommunistenjäger" Joseph R. McCarthy ansendete - mit noblen Shakespeare-Zitaten und modern montierten Redeausschnitten des Senators aus Wisconsin, der sich in dieser berühmtesten aller "See it Now"-Folgen selbst demaskierte. Der gern kolportierte Mythos, dass es Murrow war, der (im Kampf mit Sponsoren und der CBS-Senderspitze) den tiefen Sturz des in den Jahren zuvor raketenartig nach oben geschossenen Republikaners McCarthy (1909 – 1957) einleitete, wurde unter Historikern und Publizisten immer schon kontrovers diskutiert. Der US-Publizist David Halberstam vermutete schon 1979 in seinem monumentalen Werk "The Powers That Be", Murrow sei mit seiner Sendung bei McCarthys "downfall" ziemlich spät dran gewesen. Das erste Dokudrama über McCarthys Karriere, das jetzt von Lutz Hachmeister inszeniert wurde, legt den Schluss nahe, dass der ruppige Bauernsohn McCarthy längst vom damaligen US-Präsidenten Eisenhower und von der noch jungen CIA zum Abschuss freigegeben war, bevor Murrow und CBS auf den Plan traten. Während Clooney in seinem Film den schließlich im Alter von 48 Jahren an seinem Alkoholkonsum verendeten McCarthy nur durch Murrows' CBS-Archivmaterial darstellt, lässt ihn Hachmeister durch den britischen Comedian und Hollywood-Schauspieler John Sessions verkörpern. Auch Hachmeisters Film, der mit prominenten Zeitzeugen wie Henry Kissinger, den Watergate-Legenden Carl Bernstein und Ben Bradley oder dem Ex-KGB-General Oleg Kalugin aufwartet, lässt wenig Zweifel daran, dass es sich bei McCarthy um einen notorischen Aufschneider und Faselanten handelte (Bernstein: "ein Trunkenbold, ein Lügner, ein Publicity-Süchtiger, der nicht richtig wusste, wovon er redete"; Kissinger: "Das ist das Schicksal von Populisten: sie leben durch Populismus, sie sterben durch Populismus"). Aber zugleich erlaubt der Film aus der Binnensicht des Protagonisten und als politisches Drama von zwingender Logik erblüffend aktuelle Einblicke in den ewigen Kampf zwischen den "wirklichen Amerikanern" des Mittelwestens und den US-Intellektuellen der Ostküste. Eine gleichsam geheime Crew der Eierköpfe aus Yale und Harvard hatte sich seit Ende der 1940er Jahre in der neuen "Central Intelligence Agency" (CIA) versammelt, Nachfolger des im wesentlichen von London aus operierenden "Office of Strategic Services" (OSS), das von dem demokratischen Präsidenten Harry Truman nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst lahmgelegt worden war. Trumans Nachfolger Eisenhower berief nach seiner Wahl zum US-Präsidenten den OSS-Veteranen Allen Dulles zum neuen CIA-Chef, zugleich amtierte Dulles' Bruder John Foster als US-Außenminister. Für die Dulles-CIA waren die plumpen Methoden McCarthys, mit öffentlichen Verhören und durch enge Kooperation mit dem CIA-Konkurrenten FBI angebliche oder tatsächliche Sowjet-Spione zu enttarnen, ein lästiger Störfaktor. Die CIA, mit ihren zum Teil hochneurotischen Spezialisten wie Frank Gardiner Wisner oder James Jesus Angleton, ging subtiler und zugleich brutaler vor: Mal wurden Ausstellungen abstrakter Kunst in Westeuropa unterstützt (gegen den "sowjetischen Realismus"), mal gewaltsame Umstürze in Ländern wie Iran oder Guatemala vorbereitet. Für die Förderung abstrakter Gemälde hätte Joe McCarthy, aufgewachsen im irisch-katholischen Milieu der Kleinstadt Appleton, kein Verständnis gehabt, und die CIA fürchtete nicht zu unrecht, selbst zum Beobachtungsobjekt seines antikommunistischen Senatskomitees zu werden. Wie Hachmeister nachweist, beobachtete die CIA die öffentlichen Auftritte McCarthys und legte darüber Aktenvermerke an – eigentlich nicht die Aufgabe eines Auslandsgeheimdienstes. Damit beauftragt war ein bislang wenig bekannter CIA-Mann der ersten Stunde: Stanley Grogan, offiziell einer der Assistenten von Allen Dulles und so etwas wie der einzige "Medienoffizier" der CIA. Oberst Grogan, den die Presse gern als "CIA's No-Comment-Man" bezeichnete, hatte schon im Zweiten Weltkrieg dem General Mark Clark als Kontaktmann zum Pressecorps bei der Eroberung Italiens durch die Alliierten gedient. Grogan sah sich für Allen Dulles auch die Murrow'sche "See it Now!"-Attacke vom März 1954 an. Er kam zu einem ernüchternden Ergebnis, wie ein in den CIA-Akten befindlicher Vermerk belegt: Murrow, so Grogan, habe "in seinem Business-Anzug verletzlich" und "mit dünner Stimme" agiert. Der liberale CBS-Star sei "uninspiriert, ohne Kraft und Feuer" aufgetreten. McCarthy dagegen habe durch das Archivmaterial "einen theatralischen Vorteil" gehabt, weil bei seinen Reden viel Applaus zu hören gewesen sei. Besser wäre es gewesen, so der CIA-Analyst, wenn CBS McCarthy durch einen Schauspieler hätte darstellen lassen. Grogan kam zu dem Schluss: "Murrow war David und McCarthy Goliath, aber David hatte seine Schleuder vergessen". Politisch erledigt war McCarthy zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon, auch wenn manche Beobachter, wie die in den USA lehrende Philosophin Hannah Arendt, seinerzeit befürchteten, der Furcht und Schrecken verbreitende "Joe" könne statt "Ike"1956 beim Rennen um die Präsidentschaft als republikanischer Kandidat antreten. McCarthy war für die republikanische "Grand Old Party" allerdings nur nützlich, solange sie sich in der Truman-Ära als Oppositionspartei profilieren musste. Als Eisenhower 1952 gewählt wurde, fand das Partei-Establishment den populären Außenseiter McCarthy bald lästig. Die US-Elitepresse ("New York Times", "Time", "Washington Post") hatte über gesellschaftliche Verbindungen ("Georgetown Set") ohnehin enge Verbindungen zur CIA. Als McCarthy anfing, nach der CIA auch die US-Army als kommunistisch infiltriert anzugreifen, griff der vorsichtig, aber zielstrebig im Hintergrund agierende Eisenhower endgültig durch. "Ich weiß, wie sehr Eisenhowers ganzes Denken von seiner militärischen Erfahrung geprägt wurde", sagt Henry Kissinger im Hachmeister-Interview, "er muss McCarthy gehasst haben". Noch heute empört sich der 87jährige James Juliana, Ex-FBI-Agent und danach in McCarthys Stab tätig, vor Hachmeisters Kamera über die "Verschwörung" im Weißen Haus vom Januar 1954, der McCarthy zum Opfer fiel. Am 21. Januar 1954 trafen sich im Amtssitz des Präsidenten der US-Generalstaats-anwalt Herbert Brownell, UN-Botschafter Henry Cabot Lodge, der Armee-Berater John Adams und einige weitere Vertreter von Eisenhowers Stab, um eine schnelle Methode zu finden, McCarthy abzuservieren. McCarthys homosexueller Chefassistent Roy Cohn übte zu jenem Zeitpunkt Druck auf die US-Armee aus, damit sein eingezogener Millionärsfreund G. David Shine wieder für das McCarthy-Senatskommittee freigestellt werden sollte. Die Armee begann, über die Cohn-Shine-Affäre Protokoll zu führen – das brach McCarthy letztlich den Hals. In den "Army-McCarthy-Hearings", eines der größten Polit-Spektakel im Washington der 1950er-Jahre, wurde McCarthy selbst zum Angeklagten. Seine Kollegen im US-Senat rügten ihn formell im Oktober 1954 ("censure"), da war er erst 45, aber ein gebrochener Mann. Eine politische Ikone ist er über seinen Tod hinaus geblieben – es gibt keinen "Nixonism" oder "Hooverism", wohl aber "McCarthyism" in alter und neuer Form. Zurzeit vergeht kein Tag, an dem in den USA nicht ein "neuer McCarthy" ausgerufen wird (zumeist Vertreter der "Tea Party" wie Sarah Palin) – Weltsicht und Methoden des politischen Aufsteigers aus Wisconsin werden den USA noch länger erhalten bleiben. Edward Murrow jedenfalls, so belegt Hachmeisters Film, war ein gebildeter und honoriger Journalist, der McCarthy und seine Gespensterjagd ehrlich verabscheute – zu McCarthys Sturz hat er wenig beigetragen. Die Begriffe "McCarthy" und "McCarthyismus" bezeichnen Fürchterliches. Immer wenn politisch von Rechts die ‚Gefährdung der Demokratie' drohe, können sie zumindest bei denen auftauchen, die noch über das Vokabular aus den Kämpfen gegen den Kommunismus im Kalten Krieg verfügen. Die Begriffe locken dann immer – sei es angesichts der Stimmungsmache vor dem Irak-Krieg, der momentan mächtigen ‚Tea Party'-Be-wegung oder auch angesichts von autoritär auftretenden Rechts-Demokraten in Europa. Oftmals wird allerdings ein Popanz aufgebaut. Denn der leise oder laute Hinweis ist ein durchschlagendes Mittel im politischen Machtkampf. Das Wissen über Joe McCarthy und seine Zeit ist dabei nicht unbedingt vorhanden oder sehr begrenzt. ‚McCarthy' dient als gut eingeübte Metapher dafür, dass in der Demokratie durch mediale Manipulation und politische Intrigen Machtkonstellationen entstehen können, die Minderheiten ausgrenzen und Existenzen ruinieren. Das macht die Anziehungskraft des Wortes aus. Der semidokumentarische Film von Lutz Hachmeister zeigt eindrücklich und kenntnisreich, wer McCarthy wirklich war. Er erdet das Phänomen auf seine Weise. Ohne Abstriche an McCarthys destruktivem Wirken zeichnet er das Bild des trinkfesten Iren aus der heilen US-Provinz. Er zeigt, wie ein begabter, sehr ehrgeiziger junger Mann mit wenig Skrupel seine politische Rolle fand, wie seine opportune Haltung von Mächtigeren benutzt wurde und er sich nach relativ kurzem, aber heftigen Wirken selbst zugrunde richtete. Der Film erzählt darüber hinaus von den USA in den 50-ger Jahren und vom Wesen der amerikanischen politischen Klasse; er erzählt, wie öffentliche Meinungen entstehen, das Handwerk der großen Politik funktioniert und Menschen für ihre Überzeugungen über Nacht zu Opfern werden können. Mit guten Schauspielern und einer genau ineinander gearbeiteten Kombination von Spiel-Szenen, Interviews mit Zeitgenossen McCarthys, mit dessen Freunden, Opfern und Beobachtern, sowie mit ausgesuchten und zum Teil in Deutschland noch nie gezeigten dokumentarischen Aufnahmen gelingt Lutz Hachmeister ein besonderes Politiker-Porträt und viel mehr als das. Günther van Endert
REGISSEUR LUTZ HACHMEISTER ÜBER "THE REAL AMERICAN – JOE MCCARTHY" Senator Joseph McCarthy stellt man sich üblicherweise als einen feisten älteren Mann vor, der Hollywood-Schauspieler und Regisseure verhört, sich mit Bert Brecht anlegt und dem "Ausschuss für unamerikanische Umtriebe" vorsitzt. All das ist falsch. Joseph Raymond McCarthy aus Appleton/Wisconsin wurde nur 47 Jahre alt. Er starb 1957 an einem Leberleiden und hatte sich in seinen letzten Lebensjahren mit harten Alkoholika zu Tode getrunken. Mit Hollywood, Brecht und dem "House Committee on Unamerican Activities" (HUAC) hatte er nichts zu tun. Letzteres war dem US-Repräsentantenhaus zugeordnet, McCarthy aber saß seit 1946 für die Republikanische Partei im Senat. Seine ebenso groteske wie pompöse öffentliche Karriere dauerte nur vier Jahre, von 1950 bis 1954. Dann wurde er vom Establishment des Senats wegen unkollegialen Verhaltens gerügt und grummelte in seinen letzten Jahren ohne mediale Beachtung vor sich hin. Die Karriere eines amerikanischen Selfmade-Politikers im Kältesten Krieg also, eines Populisten und Journalisten-Darlings, der schließlich selbst in öffentlichen, vom Fernsehen live übertragenen Hearings gestürzt wird. Eines ist ihm allerdings gelungen: "McCarthyismus" als politischer Code lebt weiter über sein eigentliches Wirken hinaus. Als politischer Widergänger – man denke an die "Tea Party" in den gegenwärtigen USA – ist der Typus McCarthy also sehr lebendig und aktuell. Auf McCarthy kam ich vor rund zehn Jahren bei Recherchen und Dreharbeiten für eine Fernsehdokumentation über das Landsberger Kriegsverbrecher-Gefängnis ("War Criminal Prison Nr. 1"), in dem nach 1945 Krupp, Flick, Wehrmachtgeneräle, NS-Mediziner und SS-Troupiers einsaßen – und mitunter auf ihre Hinrichtung im Innenhof des Gefängnisses warteten. McCarthy hatte sich mit einer Gruppe anderer Senatoren dafür eingesetzt, den Vorwürfen nachzugehen, dass Angehörige der US Army angeblich oder tatsächlich Scheinhinrichtungen und Folterungen an den SS-Gefangenen verübt hatten. McCarthy war damals noch nicht der Star der antikommunistischen Investigationen, sondern ein ziemlich unbekannter Hinterbänkler im Senat, der verzweifelt versuchte, sich einen Namen zu machen. Außerdem hatte er in Wisconsin wohl deutschstämmige Finanzhelfer und Unterstützer, Industrielle mit Namen wie "Harnischfeger" oder "Sensenbrenner". Ich begann, mich mit der Biographie McCarthys zu beschäftigen, eines Bauernsohns und Hühnerzüchters, der dann in Rekordzeit seinen High-School-Abschluss nachgeholt und Jura studiert hatte. 2005 kam dann George Clooney's "Good Night and Good Luck" auf den Kinomarkt, und ich dachte zunächst, das Thema sei damit erledigt – Clooney und sein Drehbuchautor Grant Heslov hatten sich aber auf den edlen Kampf einiger CBS-Journalisten um Ed Murrow gegen McCarthys Umtriebe konzentriert, der Senator selbst blieb mehr oder weniger im Dunkeln. Wir gingen also mit Hilfe des ZDF, der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und einiger anderer Förderer einen anderen Weg - eine Kombination aus der Innensicht McCarthys, Zeitzeugenaussagen und Archivmaterial, hochgegriffen, wenn man so will, im Sinne von Flauberts style indirect libre. Dafür bot sich das reizvolle, aber schwierige Genre Doku-Drama an – schwierig deshalb, weil immer von eher billigen Fernseh-"Re-Enactments" tangiert oder zu didaktisch aufgeladen; beides sollte hier vermieden werden. McCarthys Leben und Wirken ist so sehr vom "paranoid style" der 1940er und 1950er Jahre geprägt, dass ich auch ästhetisch – bei aller zugrunde liegenden biografischen Chronologie- eher "kollidoskopisch" (McLuhan) arbeiten wollte. Natürlich gab es für die Spielszenen ein Skript, aber eben kein festes Drehbuch für den gesamten Film (eine Filmförder-Institution, die einen Antrag letztlich anlehnte, hatte übrigens ein solches verlangt). So fuhren wir zunächst nach Kalifornien, wo wir während des ziemlich hippie-esken 90. Geburtstages des Ex-Kommunisten William Marx Mandel drehten, und nach New York, wo das Interview mit Henry Kissinger dann von einer großangelegten Hochhaus-Evakuierungsübung unterbrochen wurde. Im Büro der Washington Post faltete Ben Bradlee, auch schon fast 90 und in "All The President's Men" von Jason Robards dargestellt, erst einmal ein paar jüngere Journalisten zusammen (die irgendeiner Anordnung nicht schnell genug nachgekommen waren), bevor er im Interview noch einmal seiner ganzen Ostküsten-Verachtung für eine Figur wie McCarthy Ausdruck gab: "He was just a little jerk". Das war der Grundkonflikt, der auch heute noch für die US-amerikanische Innenpolitik prägend ist: der Graben zwischen Kalifornien und "Jew York City" auf der einen, den "real americans" des Mittelwestens oder Texas und den Südstaaten auf der anderen Seite. Und so agierte auch die frühe CIA mit ihren Harvard- und Yale-Absolventen gegen den strategisch völlig unbegabten und auf kurzfristige öffentliche Erfolge gepolten McCarthy, der vor allem nicht begriff, dass sich mit dem Sieg von Dwight D. Eisenhower bei den Präsidentschaftswahlen 1952 die Situation der Republikanischen Partei fundamental verändert hatte. "Joe" aber machte weiter wie bisher, bezichtigte nun auch die Eisenhower-Administration des Verrats und der Schlampigkeit beim Umgang mit verdächtigen Sowjet-Sympathisanten, und als er auch noch frontal die US-Army angriff, wurde klar, dass er über keine Hausmacht verfügte. Nur auf das Getöse in den Medien, auch das wird an seinem Fall klar, kann man sich als Politiker nicht verlassen. Die Spielszenen haben wir schließlich im alten Gerling-Komplex in Köln gedreht, mit einem Cast auch inhaltlich sehr interessierter Schauspieler – John Sessions, unser McCarthy, hatte schon in Robert de Niro's "The Good Shepherd" den russischen Doppelagenten Yuri Modin gespielt. "The Real American" verdankt, neben vielen Anderen, vor allem der Ausstattung (Ausstattung: Ralf Mootz, Kostüm: Lucia Faust, Maske: Delia Mündelein & Horst Allert), der Kameraarbeit (Hajo Schomerus) und der Montage (Mechthild Barth), dass er so amerikanisch aussieht, wie er aussehen muss – wobei nicht verleugnet werden soll, dass der Blick des Regisseurs auf diese Epoche der US-Geschichte natürlich ein europäischer ist und sein soll. Dass der Film in den Vereinigten Staaten Beachtung findet und diskutiert wird, ist allerdings ein wesentliches Kriterium für Erfolg und Wirkung.
INTERVIEW MIT LUTZ HACHMEISTER von Ulrike Timm UT: Wieso eigentlich Interesse - über diesen Mann gibt es stapelweise Bücher und Berichte -, wieso hatten Sie das Bedürfnis, noch mal ganz solide von Grund auf zu recherchieren? LH: Das ist ganz einfach: Es gibt über ihn eigentlich keinen abendfüllenden Film. Es gibt sehr solide Biografien amerikanischer Wissenschaftler über Josef McCarthy, mehr als 1.000 Seiten stark, aber der letzte Film, der über McCarthy gemacht wurde, war ein Fernsehspiel eines amerikanischen Networks aus den 1970er-Jahren, danach sieht er auch ein bisschen aus. Diese Idee, wirklich mal grundsätzlich dieses Leben noch mal zu erzählen, dieses ja sehr kurze Leben und spektakuläre politische Leben - das bot sich einfach an! UT: Der Film ist ja zum Teil ziemlich überraschend. Da sagt eines der Opfer von McCarthy den Satz: Eigentlich hat er gar nix gegen Kommunisten gehabt! Ja, wie und warum ist er dann in seine berühmte Rolle hineingewachsen? LH: McCarthy musste wiedergewählt werden als Senator von Wisconsin - er hatte eigentlich kein Thema 1950, und er hat sich dann umgehört und politische Berater, Freunde gefragt: Was bietet sich denn an? Und die haben ihm dann gesagt: Communism is an issue, also, Kommunismus ist ein Thema. Man muss wissen, das ist die Zeit, wo China kommunistisch wird, also Mao übernimmt die Regierung - ein schwerer Schlag für die USA -, der Koreakonflikt eskaliert, Nordkorea greift Südkorea an; also, das ist schon eine harte Zeit politischer Konfrontation. So ganz aus der Luft gegriffen war die Wahl dieses Themas für McCarthy nicht, aber er ist ein "latecomer" in diesem Thema - er ist viel zu spät. Richard Nixon hat viel früher in diesen Komitees gegen unamerikanische Umtriebe gewirkt, das zeigt der Film auch. Richard Nixon war das große Vorbild für Joe McCarthy. UT: Das heißt aber auch, der gefürchtete McCarthy - das war ja eine Ära der Angst, die er da ja auch mitgeprägt hat - wollte das eigentlich in erster Linie aus Karrieregründen. Kann man sagen, da wurde ein Angeber berühmt? LH: Ja, ein Bauernsohn aus Wisconsin, der ja sehr verspätet sozusagen sein Abitur gemacht hat, der vorher Hühnerzüchter war und an Tankstellen gearbeitet hat, dann in überraschend kurzer Zeit sein Jurastudium absolviert hat, ohne - wie er auch immer geprotzt hat - ein einziges Buch zu Ende zu lesen, und der dann wirklich mit sehr hemdsärmeligen Methoden als Außenseiter und Kriegsheld in den amerikanischen Senat gewählt wird, das ist die Karriere eines Opportunisten und Aufsteigers, der aber eine große Begabung für Medienpolitik hat, also Fernsehpolitik. Damals beginnen diese großen Live-Übertragungen des amerikanischen Schwarz-Weiß-Fernsehens, deren Opfer ja letztlich McCarthy auch wird - er wird sein eigenes Opfer in Hearings, die sich dann gegen ihn richten -, und das hatte er schon begriffen, wie man Journalisten einspannt, wie man ihnen Nachrichten gibt, Exklusivnachrichten. Ein bisschen - also, wenn man es mal vergleicht mit einem Politikertypus von heute, dann kommt Guttenberg dem schon ziemlich nahe. UT: Aber Guttenberg hat dann so viel doch nicht angerichtet. Herr Hachmeister, "The Real American - Joe McCarthy", das ist ja ein ganz schön provokanter Titel, besonders für Amerikaner, denn in den USA ruht McCarthy ja gut gestempelt in der Geschichtsschreibung. Ein Kommunistenhetzer und Hysteriker einer verblendeten und glücklicherweise historisch gut abgeschlossenen Periode - warum ist Joe McCarthy für Sie der wahre, der wirkliche Amerikaner, the real American? LH: Wir greifen damit im Grunde eine Selbstbeschreibung auf. McCarthy und seine politischen Freunde haben immer gesagt, wir sind die wirklichen Amerikaner des Mittelwestens. Die Leute von der Ostküste, diese Eierköpfe, die sind im Grunde noch Europäer geblieben: Engländer, Juden, Deutsche - und auch mit dieser Entertainment-Industrie in Kalifornien, in Los Angeles, mit Hollywood haben wir nicht viel zu tun. Das wirkliche Amerika, das sind diese Staaten des Mittelwestens, Wisconsin zum Beispiel, Illinois. Und das trägt sich eigentlich bis heute fort. Es gibt so was wie einen amerikanischen Nativismus, also, dass man Amerika, die wirklichen Freiheitswerte, auch die Werte dieser "pilgrim fathers", der Puritaner, die Amerika für die Europäer erobert haben, noch hochhält gegen so internationalistische Organisationen wie die UNO, auch gegen einen starken Staat, der die Steuern erhöht. Deswegen ist das Thema für die USA eigentlich nicht abgeschlossen, diese ganzen Bewegungen mit der Tea Party, mit Sarah Palin, mit dem rechten Flügel, mit dem populistischen Flügel der Republikaner, das ist aktueller denn je. Wir haben das festgestellt, als wir den Film in Los Angeles jetzt vor Kurzem zusammen mit dem Goethe-Institut gezeigt haben, wie erhitzt da doch die Debatte auch um Vergleiche war. New-McCarthyism ist ein großes Thema in den USA zurzeit. UT: Das heißt, in gewisser Weise hat der Mann, der vier Jahre ja auch Angst geschürt hat - was ja noch was anderes ist, als einfach nur ein bisschen konservative Werte zu verteidigen -, in gewisser Weise hat er - so haben Sie es gesehen, auch Nachfolger und wirkt ins heutige Amerika hinein? LH: Ja, Ann Coulter, eine der Bestsellerautorinnen auf der rechtskonservativen Seite, auf der populistischen Seite, hat vor zwei, drei Jahren ein großes Buch, ein viel verkauftes Buch jedenfalls geschrieben, das versucht, McCarthy komplett zu rehabilitieren. Sie sagt - womit sie übrigens nicht ganz unrecht hat -: Es gab natürlich kommunistische Spione in der Regierung, es gab einen Flügel der Demokraten, die das nicht ganz ernst genommen hat, und McCarthy hat uns zumindest aufgeweckt und uns dieser Gefahr bewusst gemacht. Es gibt doch einen starken populistischen Flügel der Republikaner, die versucht, ihn wieder zu rehabilitieren, inwieweit das durchgreifende Folgen hat, ist zweifelhaft. Aber so ganz tot ist er nicht. UT: Wenn man McCarthy so deutet, wie Sie es tun, nach ihren Recherchen, als einen aufstrebenden Farmerssohn, der als Liebling der Presse prima mit dem Thema Kommunistenhatz aufsteigen konnte, verkleinert das die Person oder vergrößert das eher den Einfluss, wenn man, ja, dem Mann den Mythos nimmt und ihn quasi auf Originalgröße stutzt? LH: Ich glaube, das ist ja die erste Aufgabe eines Biografen - egal, ob er ein Buch schreibt oder einen Film dreht -, dass er die realen Fakten trennt von den Mythen, die sich ergeben. Bei McCarthy ist das besonders erstaunlich, dass dieser Begriff McCarthyismus für politische Vorgänge benutzt wird, mit denen er gar nichts zu tun hatte. Also, er hat nie Bert Brecht verhört, er hatte nichts mit den "Hollywood ten" zu tun. Sein Name ist rückwirkend noch auf Verfolgung von Andersdenkenden angewandt worden, als er mit diesem Sujet noch gar nicht befasst war. Das ist ein historisch sehr erstaunlicher Vorgang. Ich kenne dafür eigentlich kein zweites Beispiel ... UT: ... und dann hat man es immer so prima auf dem Namen abgeladen, weil man einen Namen fürs Programm hatte, oder wie? LH: Ja, das kann man so sagen, woran er ja selber nicht unschuldig ist. Er hat selber ein Buch über McCarthyism herausgegeben, also, er war ganz stolz, dass er so eine Ikone des amerikanischen politischen Populismus wurde. Aber man muss zugleich sagen, dass McCarthy ein Schicksal erlitten hat, das besonders grausam ist für einen solchen populistischen Aufsteiger. Er hat sich zu Tode getrunken, er ist mit 48 Jahren gestorben an Leberzirrhose. Es wurde ein bisschen verbrämt von seinen politischen Freunden, aber er ist sehr elend gestorben. Der Senat hat ihn zensiert, er ist ein Opfer seiner eigenen Partei geworden, Eisenhower und Nixon wollten mit ihm nichts mehr zu tun haben - auch aufgrund seiner schädlichen außenpolitischen Wirkung, und dann hat er drei Jahre noch wie so ein Geist im Senat gesessen, von 1954 bis 57, und niemand hat ihm mehr zugehört. Die Journalisten haben den Senatssaal verlassen, wenn er geredet hat. Es ist vielleicht auch eine gewisse Warnung, wenn man überhaupt "warnings from history" ernst nehmen will, dass Populismus auch in den USA eigentlich zu nichts führt. Dasselbe Schicksal würde übrigens Sarah Palin auch drohen; sie würde sich wahrscheinlich nicht zu Tode trinken, aber doch relativ vergessen - ist jetzt meine Prognose - aus dem politischen Leben verschwinden.
BIOGRAPHIE LUTZ HACHMEISTER Lutz Hachmeister, geboren am 10. September 1959 in Minden, Nordrhein-Westfalen, ist Hochschullehrer für Journalistik, Sachbuchautor und Filmproduzent. Er war langjähriger Leiter des Adolf-Grimme-Instituts. Hachmeister studierte Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Philosophie in Münster und Berlin. Er schloss 1986 mit einer Doktorarbeit zur "Geschichte der Kommunikationswissenschaft in Deutschland" ab. 1987-1989 arbeitete er als Medienredakteur des Berliner Tagesspiegels, danach 1989-1995 als Direktor des Adolf-Grimme-Instituts im westfälischen Marl. Von 1991 bis 2001 gründete er und leitete in Folge das Kölner Fernseh- und Filmfest Cologne Conference. Im selben Zeitraum war er seit 1995 Partner in der Kölner Gesellschaft für Medienberatung HMR International, deren Geschäftsführer er ist. 1999 habilitierte er sich für Journalistik an der Universität Dortmund und lehrt dort Mediengeschichte und -politik. Von 2000 bis 2002 war Hachmeister Jury-Vorsitzender des Deutschen Fernsehpreises. Seit 1997 übernahm er die Regie und Konzeption für dokumentarische TV-Formate und Dokumentarfilme, u.a. Hotel Provençal, Riviera und Das Gefängnis - Landsberg und die Entstehung der Republik. Seine Dokumentation Schleyer - Eine deutsche Geschichte wurde 2004 mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold sowie dem Grimme-Publikumspreis ausgezeichnet. Bei der Berlinale 2005 hatte der Dokumentarfilm Das Goebbels-Experiment von Hachmeister und Michael Kloft Premiere. 2009 erhielt Hachmeister gemeinsam mit Mathias von der Heide den Deutschen Fernsehpreis für den Dokumentarfilm Freundschaft - Die Freie Deutsche Jugend. Zuletzt realisierte er die Dokumentation Die Köche und die Sterne über das Michelin-Sternesystem und den Alltag internationaler Spitzenköche. Im Februar 2006 eröffnete er das wissenschaftliche Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) in Berlin-Charlottenburg. Es soll sich der bislang vernachlässigten Erforschung der Medienpolitik in Deutschland, Europa und weltweit widmen. Dank Hachmeisters hervorragender Medienkontakte gelang es ihm, die Förderung der führenden Medienkonzerne Deutschlands zu erlangen und für den wissenschaftlichen Beirat anerkannte Fachvertreter zu gewinnen. Vom 7. März 2009 bis zum 31. Januar 2010 war Hachmeister Mitglied des Medienrats der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. FILMOGRAPHIE LUTZ HACHMEISTER
DIE SCHAUSPIELER John Sessions John Gibb Marshall wurde am 11. Januar 1953 in Largs, Schottland geboren. Er schloss mit einem M.A. in Englischer Literatur an der University of Wales ab und besuchte später die Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London. Er ist bekannt für seine Comedy Improvisationen im Fernsehen, ebenso wie seine Charakterdarstellungen in internationalen Spielfilmen. Filmografie (Auswahl)
Justine Waddell Justine Waddell wurde am 4. November 1976 in Johannesburg, Südafrika geboren. Sie studierte Politikwissenschaft und Soziologie am Emmanuel College in Cambridge, entschied sich jedoch bald für ihre Schauspielkarriere und war seitdem in zahlreichen Theater- und Filmproduktionen zu sehen. Filmografie (Auswahl)
Trystan Gravelle Trystan Gravelle wurde 1981 in Llanelli, Wales geboren. Er studierte an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London. Er war Mitglied des "National Youth Theatre of Wales", spielte in zahlreichen Kurzfilmen und ist bekannt für seine Auftritte auf britischen Theaterbühnen. Filmografie
|