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Leningrad - Der Mann, der singt

Deutschland, Russland 2008/09

82 Minuten Farbe Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

Buch und Regie: Peter Rippl

Kamera: Roland Bertram, Sergej Jermolenko, Peter Rippl,

Ingvar Arnswald, Robert Metsch

Ton: Eick Hoemann

Producer: Marina Ejwadis, Jeanna Koschanova

Musik: Sergej Shnurov & Leningrad

Mischung: Kintopp Recording

Produktion: best before filmproduction Frankfurt Germany

 

in Zusammenarbeit mit:

ShnurOK St. Petersburg Russia

Produktion gefördert aus Mitteln der Hessischen Filmförderung und des Filmbüros NRW

Verleih gefördert aus Mitteln der Hessischen Filmförderung

 

FESTIVALS

MOFFOM Prague International Music Film Festival, Tschechien 2008 (im Wettbewerb)

ZAGREBDOX International Documentary Festival, Kroatien 2009

49th KRAKOW International Film Festival, Polen 2009

‘Message To Man’ International Film Festival, St. Petersburg, Russland 2009

GLOBIANS Doc Fest, Berlin, Deutschland 2009

Watch Docs 2009 Warschau, Polen 2009

UNERHÖRT Musikfilmfestival, Hamburg, Deutschland 2009 (im Wettbewerb)

Lichter Filmtage, Frankfurt am Main, Deutschland 2010 (im Wettbewerb)


Leningrad
- Der Mann, der singt

Ein Dokumentar- und Musikfilm von Peter Rippl

Kinostart: 20. Mai 2010


Trailer

 

Kurztext

Überbordendes Portrait der russischen Punk Legende Sergej ‚Shnur’ Shnurov und seiner berühmt-berüchtigten Band ‚Leningrad’.

 

Inhalt


‚Leningrad’ heißt die Band, die in Russland jeder kennt. Live sind sie vielleicht das Beste, was es gibt. Rau und kraftvoll. Randvoll gepackt mit Lebensmut und Energie. Tierisch viel Energie, sagen die Fans, und: Die Musik gibt dir Kraft, auch schwierige Zeiten zu überstehen.
Wenn Sergej ‚Shnur’ Shnurov im verschwitzten T-Shirt auf der Bühne steht und seine Texte herausbrüllt, dann brüllen alle mit: ‚Freiheit ist das, was in dir drin ist!’
Rock’n Roll-Berserker Shnur flucht, kotzt sich aus, verausgabt sich. Die authentische Geste als Provokation. Moskaus Bürgermeister Luschkov hat alle öffentlichen Auftritte der Band in der Hauptstadt kurzerhand verboten.
Trotz aller Anfeindung und offiziellen Ablehnung: Shnurs Alben schaffen es mühelos in die Top 10, obwohl oder gerade weil er sich dem Mainstream verweigert hat. Seine Texte sind immer lustig, immer zotig, ironisch, böse, und - manchmal - auch kritisch. Shnur liebt die einfachen Leute, die Außenseiter, die Junkies, die Prols, die Säufer, die Wahrheit der Straße.


‘Leningrad – das ist wie ein Pornofilm‘ sagt er über seine Band,’ mit kleinsten Mitteln größtmögliche Emotionen hervorrufen.‘ Und das gelingt ihm ohne Frage. Doch bei aller Provokation will Shnur kein Dissident sein. Er ist ein Seismograf, der die schnelle Veränderung Russlands, mit all ihren Widersprüchen, in massentaugliche Popkultur verwandelt hat.
Das Lebensgefühl der Generation Putin.

Im Dezember 2008 gab Shnur die Auflösung der Band bekannt.

 

 

Text Watch doc’s Filmfestival | Warschau 2009
From Russia with Love
Review ‚Zagrebdox’ in musika von Zoran Tuckar


‚From Russia with Love’ kam eine Dokumentation über die großartige russische Band Leningrad zu uns, die, wie der Name schon sagt, aus Sankt Petersburg kommt. Gegründet 1997 vom Sänger Sergej ‚Shnur’ Shnurov, pflegt Leningrad einen Stilmix aus Ska, Punk und russischem Chanson.
Sie wurden schnell bekannt wegen der Verwendung von Flüchen und schmutzigem Straßen-Jargon. Aber es ist weit mehr als das, es ist das Talent der Musiker und die brillante Beobachtung des Alltags in Russland, die Shnur immer wieder, in seinen scharfzüngigen Texten beschreibt – eben die Absurditäten des Lebens im Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus.
Einer der eindringlichsten Songs ist definitiv das Lied über den Mann, dem die Bank einen Kredit verweigert, aber das ist nur einer von vielen großartigen Songs.


Ein anderer Punkt ist die unglaubliche Energie des gesamten Kollektivs, die Begeisterung und die Freundschaft im gesamten Ensemble (es hat eine unbestimmte Zahl an Mitgliedern, mehr als zehn und weniger als 100).
Und die Hauptfigur, Sergej ‚Shnur’ Shnurov, der „Man-Mover“ und Koordinator, der Sänger mit der Gorki-Haltung, ist von seiner Mission überzeugt. "Wenn das Klonen einmal funktioniert, werde ich mich klonen lassen. Ideen gibt es viele, aber zuwenig Hände’ sagt er am Ende des Filmes, nicht ohne eine gewisse Dosis Egomanie.


Den Film kann man nicht von der Musik trennen, denn sie ist dominant und führt die Geschichte. Vom Anfang bis zum Ende. Langweilig ist dies in keinem Fall, es gibt kein Nachlassen der Qualität. Schon weil die Musik so großartig ist.
In jedem Fall wäre eine Fortsetzung dieser Music Story sehenswert, denn das Ende des Films ist definitiv ein glückliches. Bewertung: 4 von 5

 

 

GOODBYE, "LENIN… GRAD!"
Artjom Mitin in Rock-n-Roll zur Russland-Premiere


Heute feierte im Rahmen des XIX. Internationalen Kinofestivals "Message to Man" der Film ‚Leningrad – Der Mann, der singt’ seine Premiere.
Dem Film geht es im Wesentlichen darum, die Stimmung einzufangen, die bei den Konzerten ‚Leningrads’ herrschte, sowie dem talentiert gezeichneten Gefühl der Freiheit und der Verachtung gegenüber den damaligen Verhältnissen. Festgehalten werden die Gedanken und Gefühle der jungen Leute, deren Selbsterkennungsphase in die dämmrige Epoche des "glücklichen Russlands" fiel – die vom Neokonservatismus und den Putinisten bestimmt war. Die Rede ist von jenen Jahren, wo die falsch verstandene Parole aus dem Amerika des 19. Jahrhunderts - "Bereichert euch!" - zur Karikatur verkam und die heute zum Credo der "Generation Pepsi" wurde.
Sergej Shnurov sah sich den Film sehr genau an. In inoffiziellen Kreisen heißt es, der Film sei als Abschied (wenn auch nicht endgültiger) des Bandgründers von LENINGRAD geplant gewesen.

 

 

SCHNUR IN ALTER UND NEUER QUALITÄT
Elena Dobrjakowa im ‚Newskij Westnik’ (Sankt Petersburg)


Dem Dokumentarfilm in Spielfilmlänge gelang es, im Kinozentrum "Rodina" den großen Saal zu füllen. Shnur zieht, wie sich herausstellte, nicht nur das junge, sondern auch das ältere Publikum an. Kurzum, der Film gibt eine Antwort darauf, warum die russische Jugend in der Zeit zwischen 1999-2008 so sehr für die Gruppe "Leningrad" schwärmte, wenngleich die eigenen Eltern, wenn sie nicht sofort zusammenbrachen, zumindest verzweifelten – denn in den Hits wimmelte es von Schimpfwörtern, und es geht oft um das Trinken.
Das Charisma und die richtige soziale Ausrichtung von "Leningrad" waren so bestechend, dass jedes Verbot diese Musik zu hören, dem Verbot zu atmen gleichkam.

Heute gibt es die Gruppe nicht mehr. Den Zuschauer ergreift Nostalgie und zugleich entdeckt er die Geschichte von "Leningrad". Shnur gesteht im Film, dass sie anfingen Songs zu schreiben, weil sie die Herzen der Mädchen erobern und sich so von der grauen Masse abgrenzen wollten. Aber sie waren nicht nur Idealisten, sondern immer ging es auch darum, Geld mit der Musik zu verdienen. Das Professionalität war dabei nebensächlich - Hauptsache das aussprechen dürfen, wonach das Herz gerade verlangte.
"Ich denke, dass Shnur genau diese zehn Übergangsjahre in Russland widerspiegelt", sagte Peter Rippl. "Ich hoffe, das sieht man im Film. Ähnliche Musiker und Sänger gibt es nicht mehr in Deutschland.“
Shnur habe Rippl sofort vertraut, und wenn er mal keine Lust auf das Drehen gehabt habe, dann habe er dem Regisseur vorgeschlagen, einfach spazieren zu gehen und über das Leben zu reden.
"Das Wichtigste während der Dreharbeiten über Shnur war, dass wir unsere eigenen Klischees über Russland zerstört haben", gab Rippl zu. "Wir haben miterlebt wie klischeebesetzt alles ist, was Ausländern oft dargeboten wird, und in welchem Kontrast es zur Wirklichkeit steht. Dabei ist die Realität viel schwieriger zu verstehen."

 

 

DAS GEHEIMNIS DER RUSSISCHEN SEELE
Ljubow Rumjanzewa im ‚Tajnyj Sowetnik’ (St. Petersburg)

Ein deutscher Regisseur versucht, die Russen über ihren Straßen-Slang zu enträtseln

Bevor der Streifen anlief, drängten sich die Menschen im Foyer, wobei wohl jeder Zweite aus der Filmszene zu kommen schien. Es sieht ganz so aus, als ob an die 60 Menschen in diesem Film auftreten: Musikkritiker, Fans, alle Bandmitglieder, Producer und andere Musikgruppen. Sergej Shnurov, Solist der vor kurzem aufgelösten Band "Leningrad", erzählte stolz, dass er froh sei, dass irgendjemand mit ihm Geld verdienen könne, und dass er für die Teilnahme an diesem Film keine einzige Kopeke bekommen habe. Das Interview unterbrach der originelle Musiker aus Oranienbaum und einer der Filmhelden, Stas Baretzki, der ins Kino platzte – und, wohl nicht mehr ganz nüchtern, herumzupöbeln begann.

RUSSLAND – ETWAS GRAUES UND VERKOMMENES
"Ich hatte eine ziemlich verschwommene Vorstellung“, sagt Peter Rippl. "Viele Vorurteile, die auf Fernsehreportagen gründeten. Welche Vorstellung haben die meisten Deutschen denn heute von Russland? Goldene Kuppeln, der Kreml und der Zar, der Baikalsee, ewige Krisen und Unmengen von Wodka. Dazu kommen der Kommunismus in der Vergangenheit und die Putin-Diktatur in der Gegenwart. Da habt ihr unsere Russland-Bilder."

Peter Rippl arbeitete als Drehbuchautor, schrieb Drehbücher für Krimiserien und fürs Fernsehen. Ein Zufall führte ihn zu einem Kollegen, dessen Vater im 2. Weltkrieg war. "Ich beschloss, einen Film zum 60. Jahrestag des Kriegsendes zu drehen", sagt der Regisseur.
Während der Dreharbeiten fiel ihm eine der ersten CD's der Band "Leningrad – made in Zhopa (dt. im Arsch)" in die Hände. Auch wenn der deutsche Regisseur nicht die geringste Vorstellung hatte, was "Zhopa" bedeutet, gefiel ihm die Musik der Russen.

"Dann, später in Deutschland, besuchte ich ein Konzert, beschloss mit Shnur zu reden, ihm zu erzählen, dass ich einen Film über ihn drehen will. Weil ich aber kein Russisch spreche, Shnur aber auch kein Englisch, musste ich ihm meine Idee mit Händen und Füßen erklären. Doch nach zehn Minuten war Schnur klar, was ich von ihm wollte - er musterte mich kurz, ob ich noch ganz klar sei und schlug ein."

 

 

AUSLASSUNGSZEICHEN

Das Filmteam begleitete "Leningrad" zwei Monate überall hin, zu Konzerten nach London, zum Festival "Naschestwie", nach Moskau und Petersburg.
Nach Meinung des Regisseurs ist der Film "The Man Who Sings" für jene deutschen Zuschauer gemacht, die es satt haben, die ewigen Reportagen über die neuen reichen Russen und die schönen Landschaften zu sehen.
"Über die moderne russische Kultur ist in Deutschland nichts bekannt!", erklärt Peter Rippl, "durch die Musik lernt man Russland mit seinen Problemen, Metamorphosen, der neuen Freiheit erst zu verstehen. Mein Ziel war es, nicht allein einen Film über die Band LENINGRAD zu machen, sondern über die Geheimnisse der russischen Seele, die bisher niemand enträtseln konnte.“
Leider hat sich bei der Vertonung herausgestellt, dass wohl nichts draus werden würde. Alle Schimpfwörter, mit denen Shnur um sich wirft, waren unübersetzbar. In der deutschen Sprache gibt es nichts Vergleichbares“, schnieft Peter Rippl bedauernd. " Die Deutschen verstehen einfach nicht, wie man mit einem Wort, dass das weibliche Geschlecht bezeichnet, sagen kann: Ist ja cool. Als wir uns bemühten, die deutschen Untertitel für die Lieder von LENINGRAD anzufertigen, sah das ziemlich unmöglich aus. Uns blieb nichts weiter übrig, als Auslassungspunkte zu setzen.“
Wie ein Filmheld so schön sagt: „Das Geheimnis der russischen Seele liegt in den Schimpfwörtern. Ja, die Russen fluchen und denken eben in diesen Kategorien. Aber leider ist das unübersetzbar. Es tut uns leid, aber ihr werdet uns nie verstehen."

 

 

BIOGRAFIE Peter Rippl

Peter Rippl arbeitete nach seinem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und einem Stipendium der Drehbuchwerkstatt München vornehmlich als Drehbuchautor.

2003 Augenblick der Begierde
2007 Sehnsicht nach Rimini

Parallel entstanden eigene Dokumentarfilme.

2005 Der einarmige Soldat
2008/09 Leningrad – Der Mann, der singt
2010 Keine Angst. Kein Vertrauen. Um nichts Bitten.

Preise
1999 Winterspruch - Arbeit für Eisler (Hessischer Filmpreis)
2001 Mein Herz gehört Dir (Hessischer Drehbuchpreis)