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Jedem Kind ein Instrument Deutschland 2010, 90 Minuten, 35mm Buch und Regie Bildgestaltung zusätzliche Kamera Montage Originalton Musik und Sounddesign Herstellungsleitung Regieassistenz Produktionskoordination Filmgeschäftsführung Redaktion
WDR Produktionssekretariat WDR Koproduzenten Produzent Eine Produktion von SUR Films in Koproduktion mit dem WDR und cine plus Gefördert durch Wir danken Im Verleih von RealFiction Filmverleih mit ESRAGÜL CIFTCI, KEREM GÖKLÜ, MOTOMU HANADA, JOANA SORGE der Klasse 1A und der Baglama-Gruppe an der GGS Bruckhausen, den Ensembles Kunterbunt an der Regenbogenschule Herne und der Waldschule Bochum und YUSUF CANER, Familie CIFTCI, MICHAEL FUCHS, STEFAN FUNKE, Familie GÖKLÜ, HANS-HEINRICH GROSSE-BROCKHOFF, MANFRED GRUNENBERG, Familie HANADA, CHRISTIAN RIBBE, MARTIN RÜBENSTAHL-SCHMIDT, Familie SCHMIDT/SORGE, HORTENSIA VÖLCKERS, ANJA WEGMANN, TABEA ZIMMERMANN-SLOANE Mischung MICHAEL HINREINER Tonschnittleitung Dialogbearbeitung Tontechnik Dolby Consultant Postproduktionsleitung cine plus Schnittassistenz Farbkorrektur Titelgraphik Lichtbestimmung Recherche Kamera Probeaufnahmen Standphotos Musikausschnitte Fanfare For The Common Man von Aaron Copland (Duisburger Philharmoniker) |
Ein Dokumentarfilm von Oliver Rauch Kinostart: 1. Juli 2010
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Kurztext ![]() Motomu aus Bochum, Joana und Esragül aus Herne und Kerem aus Duisburg sind "JeKi"-Kinder. Grundschüler, die bei einem einzigartigen musikalischen Programm mitmachen, das bald über 200.000 Kinder im Ruhrgebiet erreichen soll. Vor sechs Jahren startete an der Bochumer Musikschule das Projekt "Jedem Kind ein Instrument", das allen Schülern in der ersten Klasse einen spielerischen Zugang zur Musik ermöglicht. Im zweiten Schuljahr dürfen sich die Kinder dann ein Instrument aussuchen, das sie für die nächsten drei Jahre als Dauerleihgabe anvertraut bekommen – ein kreativer Freiraum und ein Angebot, das in seiner umfassenden und grundsätzlichen Förderung für alle Kinder ohne Beispiel in Deutschland ist. ![]() Der Film portraitiert das ehrgeizige Projekt von dem Moment an, wo JEKI auf das ganze Ruhrgebiet ausgeweitet wird, bis Anfang 2010. Über ein Jahr begleitet der Film die 4 Schüler und Schülerinnen in ihren Klassen, beim Musikunterricht und auch in ihrem Alltag. Ein spannender Prozess mit ungewissem Ausgang, bei dem Lehrer, Schüler und Verantwortliche selbst von Schritt zu Schritt lernen und Erfahrungen sammeln. Wer und wie viele Schüler werden das Projekt nach den Sommerferien fortsetzen? Welche Erfolge kann JEKI auf dem Weg durch die vier Schuljahre verzeichnen? Was ist als Erfolg zu werten? ![]() In den Beobachtungen der Schüler, den Gesprächen mit Schullehrern und Musikerschullehrern, den Musikern, die sich für das Projekt engagieren, wie die Künstlerin Tabea Zimmermann, sowie den verantwortlichen Leitern und Initiatoren von JEKI entsteht ein lebendiges und vielfältiges Bild des großen Projektes. JEDEM KIND EIN INSTRUMENT – 4 TÖNE IN EINEM JAHR gibt Einblick in einen leisen Prozess der unzähligen kleinen Schritte und vermittelt dabei die große Vision eines großen Bildungsprojektes. Geschichte des Musikprojektes ![]() Das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ startete 2003 in Bochum als Kooperation der städtischen Musikschule, der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e.V. und der Grundschulen. Die Idee überzeugte: Anlässlich der Kulturhauptstadt 2010 beschlossen die Kulturstiftung des Bundes und das Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Zukunftsstiftung Bildung, das Projekt auszudehnen. Mit neuem Konzept und unter der Trägerschaft einer eigens dafür gegründeten Stiftung entstand aus dem Bochumer Projekt ein Programm für das ganze Ruhrgebiet. Es startete im Schuljahr 2007/2008. 42 Kommunen des Ruhrgebiets sind mit 56 Musikschulen in kommunaler und freier Trägerschaft derzeit Partner der Stiftung, sie arbeiten mit 522 Grundschulen zusammen. Jahr für Jahr kommen nun weitere Grundschulen und neue Erstklässler hinzu. (Quelle: www.jedemkind.de)
Musikpädagogische Grundlagen ![]() Das erste Jahr von „Jedem Kind ein Instrument“ bildet den Grundstein für eine musikalische Bildung und für das spätere Erlernen eines Musikinstruments. Grundsätzlich gilt: Es gibt keine Schulnoten – aus eigener Motivation und Freude sollen die Kinder an „Jedem Kind ein Instrument“ teilnehmen. So lernen sie mit Unterstützung der Familien und ihrer Lehrerinnen und Lehrer Eigenverantwortung zu übernehmen und sich einzubringen. Grundschul- und Musikschullehrkraft arbeiten als Tandem zusammen. Diese gegenseitige Kompetenzergänzung und die daraus resultierende Bereicherung ermöglichen eine intensive Zusammenarbeit und eine optimale Unterrichtsbetreuung der Kinder. ![]() Spielerisch setzen sich die Kinder mit der Musik auseinander: Singen, Tanzen und Musizieren sind zentrale Unterrichtselemente. Im Klassenverband lernen sie die musikalischen Parameter, Metrum und Rhythmus, Tonhöhen und Melodien kennen und werden auf den Instrumentalunterricht im folgenden Schuljahr vorbereitet. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Vorstellung von mindestens 16 verschiedenen Musikinstrumenten, aus denen die Schülerinnen und Schüler nach den Osterferien ihr Lieblingsinstrument wählen. Dabei sind Streich- und Blasinstrumente genauso vertreten wie das Akkordeon, die Gitarre, Djembe und Cajon oder die Baglama. Musik funktioniert ohne Sprache und wirkt so als Brücke zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die Kinder lernen, auf sich und andere zu hören und erweitern ihre Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeiten. Von der zweiten bis zur vierten Klasse lernen die Grundschulkinder ihr eigens gewähltes Musikinstrument intensiv kennen. Die Musikinstrumente haben eine altersgemäße Größe. Das erleichtert die Handhabung. Sie stehen den Kindern als kostenlose Leihgabe für die Schule und zu Hause zur Verfügung. Einmal pro Woche musizieren die Mädchen und Jungen im Rahmen von „Jedem Kind ein Instrument“ in den Räumlichkeiten ihrer Grundschule. Die Schulstunde findet teilweise in gemischt instrumentalen Kleingruppen, z.B. Streicher- oder Blechbläsergruppen, mit durchschnittlich fünf Kindern statt. Der Gruppenunterricht fördert die Motivation der Kinder. Das ermutigende Klangerlebnis, die Klangvielfalt und das Lernen in einem vertrauten Umfeld erleichtern den Kindern den Zugang zur Musik und zu ihrem Instrument. Die Kinder lernen Grundtechniken des Musikinstruments, die musikalischen Parameter und Noten kennen. Inhalte und Lernfortschritte sind bereits auf die Anforderungen im Ensemble Kunterbunt abgestimmt, das ab dem dritten Schuljahr zum Lernkanon gehört. Die ersten Lieder und Instrumentalstücke führen die Schülerinnen und Schüler beim alljährlichen Abschlussvorspiel ihren Familien und Bekannten vor. Ab dem dritten Schuljahr spielen die Dritt- und Viertklässler gemeinsam im Ensemble Kunterbunt. Eine weitere Schulstunde kommt hinzu. Es werden alle Instrumente gleichermaßen einbezogen, so dass ein sprichwörtlich kunterbuntes Ensemble entsteht – als Erweiterung der üblichen instrumentenspezifischen oder sinfonischen Orchester. Baglama, Akkordeon, Geige, Kontrabass, Blockflöte und Gitarre und viele mehr bieten im Ensemble die Basis für neuartige Hörgewohnheiten der Kinder. Damit die Kinder gemeinsam in einer Tonart spielen können, ist im Vergleich zum regulären Musikschulunterricht ein anderer Einstieg auf den Instrumenten im ersten Instrumentaljahr unumgänglich. Insbesondere hinsichtlich der üblichen Tonraumvermittlung sind erhebliche Anpassungen notwendig. Der wichtigste Aspekt ist das gemeinsame Musizieren auf den Musikinstrumenten und damit das Erlernen von musikalischer und sozialer Kompetenz: Man muss auf die anderen hören, gemeinsam beginnen und enden und miteinander die Musikstücke gestalten. Das besondere Klangerlebnis des frühen Ensemblespiels mit seiner Vielfältigkeit motiviert die Kinder auch für den instrumentalen Gruppenunterricht. (Quelle: www.jedemkind.de) |