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IN DIE WELT
Ein Film von Constantin Wulff
Österreich 2008, 88 min, Dolby Digital, 35mm, 1:1,66, Farbe

Regie, Buch und Ton: Constantin Wulff

Kamera: Johannes Hammel

Schnitt: Dieter Pichler

Regieassistenz: Michaela Kleinrath

Produktionsleitung: Karin Berghammer

Produktionssekretariat: Sonja Harzfeld

Koordination Postproduktion: Susanne Guggenberger, Sabine Kraberger

Tonschnitt: Veronika Hlawatsch

Tonmischung: Alexander Koller

Lichtbestimmung: Sepp Kloucek

Digitale Farbkorrektur: Kurt Hennrich Kopierwerk Synchro Film & Video

Produzenten: Johannes Rosenberger, Constantin Wulff Produktion Navigator Film Weltvertrieb Autlook Filmsales

Rechtsberatung: Veronika Cortolezis

Filmversicherung: Regine Reiger


IN DIE WELT

Ein Film von Constantin Wulff

Kinostart: 28. Mai 2009


Trailer

 

KURZTEXT


Das bewegende Portrait einer Geburtsklinik in Wien gibt einen faszinierenden Einblick in das Drama, den Schmerz und die Schönheit des In-die-Welt-Kommens. In ihrer ganzen Intensität und Unterschiedlichkeit wird das alltägliche Wunder der Geburt mit den Mitteln des Direct Cinema gezeigt und verbunden mit dem Zyklus der begleitenden Abläufe im Krankenhaus. Eine Chronik vom Beginn des Lebens – und dessen Organisation.

 

SYNOPSIS


Eine Geburtsklinik in Wien ist der Ausgangspunkt von Constantin Wulffs bewegendem Dokumentarfilm IN DIE WELT. In der Tradition des Direct Cinema verzichtet der Film ganz auf Kommentar, Interviews und Musik sowie auf jegliche Exposition: Der Zuschauer wird kurzerhand mitten ins Geschehen gestoßen. Durch sorgfältige Montage fügen sich die faszinierenden Beobachtungen und Mikrodramen des Krankenhausalltags zu größeren Themen, die weit über ein bloßes Klinikporträt hinausreichen und sich zu einer Art Gesellschaftsbild rund um die Geburt fügen.

 


Charakteristisch für die Komplexität des Films ist die Darstellung der ersten Geburt im Film: sie ist mit über zehn Minuten Dauer dessen längste Szene und eine seiner intensivsten – und je nach Perspektive der Beteiligten selbstverständliche Routine oder großes Drama. Mit anderen nicht weniger souverän dokumentierten Szenen wird so ein kleines Panorama des vielfältigen Alltags des In-die-Welt-Kommens zwischen Schmerz und Glück entworfen, das ins große, faszinierende Panorama seiner institutionellen Umstände gebettet ist.

 


Wie um das Singuläre und Abenteuerliche einer jeden Geburt zu betonen, beginnt der Film mit einem kritischen Moment: ein Baby im Brutkasten, Diagnose ungewiss. Nach dem Titel folgt dann die Schilderung der Zyklen des Klinikalltags: von Untersuchung zu Untersuchung, von Ultraschall zu Ultraschall. Zwischen die individuellen Mikrodramen montiert sind hintersinnige kleine Beobachtungen und vor allem leitmotivisch wiederkehrende Vorgänge. Der Film zeigt die notwendigen, „versteckten“ Abläufe wie das Ordnen von Medikamenten und Operationsbesteck, das Analysieren von Daten, das Messen, Waschen, Füttern der Kleinkinder und natürlich die unauffällige Allgegenwart des Putzpersonals. Und über allem, repräsentiert durch stets wachsende Aktenberge, das unvermeidliche Wuchern des organisatorischen Aufwands. IN DIE WELT ist eine Chronik vom Beginn des Lebens – und dessen Organisation.

 

3sat-Dokumentarfilmpreis 2008 / Duisburger Filmwoche

Begründung der Jury


“Der Ort des Geschehens ist klar umrissen: eine Geburtsklinik in Wien. Welche Schritte sind notwendig, damit ein Mensch zur Welt kommen kann? Im beobachtenden Modus der Direct-Cinema-Schule protokolliert der Film die Abläufe innerhalb einer Institution und eröffnet dem Zuschauer eine Welt standardisierter Prozesse – Beratung, Untersuchung, Verwaltung und schließlich die Geburt selbst. Für das Miteinander von Patientin und Personal ist alles geplant, vieles bleibt dennoch unwägbar. Durch die Reibung eines Regelwerks mit Momenten individuellen Glücks und Leidens entwickelt "In die Welt" seine besondere Spannweite: nüchtern und zugleich von physischer Wucht, intim, doch nicht voyeuristisch, distanziert, aber nie teilnahmslos.“

8. November 2008, die Jury: Dr. Joachim Huber, Dominik Kamalzadeh, Michèle Wannaz

 

BIOGRAFIE CONSTANTIN WULFF


lebt und arbeitet in Wien

Filmemacher, Kurator und Publizist

1992 Mitbegründer von Navigator Film.

1995 bis 1997 Mitglied der Auswahlkommission der Duisburger Filmwoche.

1997 bis 2003 Co-Leitung der „Diagonale – Festival des österreichischen Films“ in Graz. Kurator zahlreicher Dokumentarfilm-Retrospektiven (u.a. zum Werk von Marcel Ophüls, Frederick Wiseman, Nicolas Philibert, Luc und Jean-Pierre Dardenne, Harun Farocki, Chris Marker und des amerikanischen Direct Cinema) und Berater von internationalen Dokumentarfilmfestivals (u.a. von Visions du Réel, Nyon; Docpoint, Helsinki).

Mitglied der Fachkommissionen in der Schweiz und in Österreich im Bereich Filmförderung

Seit 2005 Vorstandsmitglied und seit 2008 Obmann von dok.at (Interessengemeinschaft Österreichischer Dokumentarfilm).

Mitherausgeber der Bücher:
„Schreiben Bilder Sprechen – Texte zum essayistischen Film“ (1991) und „Marcel Ophüls: Widerreden und andere Liebeserklärungen – Texte zu Kino und Politik“ (1997).

Eigene Filme:
„Spaziergang nach Syrakus“ (CH/A/D 1993, Dokumentarfilm); „Treid“ (A 1999, Kurzfilm); „Heldenplatz, 19. Februar 2000“ (A 2002, Dokumentarfilm);

 

PRESSESTIMMEN

„Wulff hält seinen Blick dabei konzentriert und sachlich auch auf das Drumherum, von dem die Geburt eines Kindes begleitet wird, die Voruntersuchungen, die Vorbereitungen, ist dann dabei, wenn es zur Sache geht, wie auch, wenn das Kind zum ersten Mal in den Armen seiner Mutter liegt. Gerade bei einem von diversen Ideologien derart instrumentalisierten und gefühlsmässig aufgeladenen Thema wie der Geburt tut Wulffs Reservierung gut, und das soll nicht heißen Gefühlskälte, denn IN DIE WELT war mein bisher aufregendster, erschütterndster und spannendster Viennale-Film, vor allem aber, da die Intensität in den Momenten selbst entsteht, und nicht etwa, weil sie hinein inszeniert worden wäre. Wulff und sein Schnittmeister Dieter Pichler erzählen dramaturgisch zupackend, aber ungekünstelt, von der Reibung zwischen der Alltäglichkeit der Situation für die einen (die Hebammen, Krankenschwestern und Ärzte) und die Unvergleichlichkeit der Situation für die anderen (…). Jedenfalls großes Kino!“
Markus Keuschnigg, FM4

„Constantin Wulff geht in seinem Dokumentarfilm IN DIE WELT andere Wege als gewohnt: Er begleitet Frauen auf ihrem Weg Leben zu geben. Von der Ultraschall-Untersuchung übers Fragebogen-Ausfüllen bis zur Niederkunft im Kreissaal. (…) Die Kamera fängt die Körperlichkeit des Menschseins ein, auf die sich im Spital letztlich alles reduziert. Und Constantin Wulff gelingt ein seltenes Kunststück: Die Nüchternheit seiner Bilder vermittelt ganz große Emotion.“
Matthias Greuling, Celluloid

„Wulff überlässt es allein dem Zuschauer zu deuten und zu werten; ohne Intervention, ohne Inszenierung, ohne Musik beschränkt sich Wulff auf die beobachtende Position. Er zeigt die überwältigenden, glücklichen, aber auch tragischen Momenten bei Geburten, den Weg vom ersten Ultraschall zur letzten Wehe, den Alltag der Ärzte, Hebammen und Pfleger, die Hoffnungen und Ängste der werdenden Eltern, die bürokratischen Versuche zur Optimierung von Abläufen bis hin zur Putzkolonne, die ebenfalls zum Bild einer Klinik gehört. Das Fehlen von filmischen Mitteln zur Verstärkung der Bilder mindert die Emotionen beim Schauen nicht. Im Gegenteil: Sofort nimmt man am Leben in der Klinik teil, fühlt Glück, Leid, Routine.
Annette Scharnberg, Basler Zeitung

„Ebenso erhellend wie ergreifend ist Constantin Wulffs fast klassisches Direct-Cinema-Stück aus einer Wiener Geburtsklinik IN DIE WELT. Der Blick ist neugierig und offen, der eingespielte Apparat der Anstalt gibt die institutionelle Fassung für dramatische Einzelmomente. Routine und emotionale Höhepunkte sind klug ineinander verwoben, auch weil Wulff jede künstliche Dramatisierung unterlässt. Emotional geht IN DIE WELT auch so an die Höchstbelastungsgrenze, etwa bei einer in Realzeit gedrehten Geburt, bei der nur der im Hintergrund zappelnde Vater etwas “comic relief” gibt. Ganz im Gegensatz zu der beim Thema der Geburt grassierenden Betulichkeit bleibt IN DIE WELT ganz nüchtern und verschärft so den Blick auf das existentielle Gewicht.“
Silvia Hallensleben, epd Film

„Eine schöne Studie über die Institutionalisierung unseres Lebens gelang Constantin Wulff. Sein Film IN DIE WELT zeigt die rituellen Abläufe in einer Wiener Geburtsklinik, die wenig Raum für philosophische Gedanken über das Wunder von neuem Leben lassen: Während die Gebärenden oft an die Grenzen ihrer Kräfte kommen, erledigt das Personal das Schreien, Bluten und Bangen der werdenden Eltern genauso routiniert wie das Sortieren der Akten.“ Alexandra Stäheli, Neue Zürcher Zeitung