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HIDDEN HEART
Schweiz / Deutschland 2008 – 97 Min.
1:1.85, 25B/sec, Dolby SR

Buch und Regie: Cristina Karrer, Werner Schweizer
Kamera: Michael Hammon
Schnitt: Patricia Wagner
Produzent: Werner Schweizer
Koproduzent: Carl-Ludwig Rettinger
Redaktion: SFDRS Urs Augstburger, WDR Jutta Krug, BR Thomas Sessner

DSCHOINT VENTSCHR FILMPRODUKTION AG, Zentralstrasse 156, 8003 Zürich/ Schweiz
Tel ..41 44 456 30 20, Fax ..41 44 456 30 25
www.dschointventschr.ch
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www.hidden-heart.com

Verleih gefördert von der Filmstiftung NRW

 


HIDDEN HEART

Ein Film von Cristina Karrer und Werner Schweizer

Kinostart: 23. Oktober 2008


Trailer

 

KURZTEXT


Der Name Christian Barnard steht für die weltweit erste gelungene Herztransplantation an einem Menschen. Viele wissen, dass der Arzt aus Südafrika stammte und in Jetset-Kreisen verkehrte. Doch was die Meisten nicht wissen: Der weiße Südafrikaner Barnard hat die Erfolgsgeschichte der Herztransplantation von 1967 nicht allein geschrieben. Zum Gelingen der damals sensationellen Operation hat unter anderem auch ein schwarzer Südafrikaner maßgeblich beigetragen: Hamilton Naki. Er war ein Mann mit nur sechs Jahren Schulbildung, der sich vom Gärtner zum begabten Chirurgieassistenten hinaufgearbeitet hat.


Erst nach Barnards Tod wurde Naki entdeckt und zu einer Leitfigur im neuen Südafrika. 2003, zwei Jahre bevor er starb, erhielt Naki den Ehrendoktor der Universität Kapstadt und ihm wurde das südafrikanische Verdienstkreuz verliehen.

Dieser Film soll die Geschichte der beiden Männer, die im System der Apartheid diametral verschiedene Chancen hatten, erzählen. Dank Barnards Berühmtheit und weil die Herztransplantation als Meilenstein in die Geschichte der Wissenschaft und Medizin einging, wirkt das Leben der beiden Männer als Parabel. Es ist eine archetypische Erzählung von Ungerechtigkeit und von schließlicher Genugtuung. Der Film ermöglicht es, die Zeit der Apartheid aus gebührendem Abstand nochmals zu beleuchten, entlang der Lebenslinien zweier hochinteressanter Charaktere.

 

Synopsis


Kapstadt, 3. Dezember 1967 – In dieser Nacht wurde das erste menschliche Herz von Dr. Christian Barnard (1922-2001) erfolgreich von einem Menschen zum anderen verpflanzt. Barnard erlebte einen kometenhaften Aufstieg in die Welt des Glamours und Jet Sets, wie kein anderer Arzt jemals zuvor oder danach. Die erste Herztransplantation erfolgte in einem Land mit den weltweit radikalsten Rassengesetzen - kein Wunder wurde das Team der ersten Herztransplantation der internationalen Presse als gänzlich weiß präsentiert.


Post Apartheid, 2003 – ein schwarzer Mann namens Hamilton Naki behauptet unerwartet, im Team der ersten Herztransplantation 1967 dabei gewesen zu sein. In einem Interview mit einem amerikanischen TV Sender (2003) behauptet Hamilton Naki, dass er das Herz der Spenderin Denise Darvall in den anliegenden Operationssaal gebracht hat und Barnard geholfen hat, es in Washkanskys offene Brust zu verpflanzen.

Naki starb 2005. Alle die ihn kannten, ob schwarz oder weiß, reden mit großem Respekt über ihn. Er war ein ehrlicher Arbeiter, ein sehr talentierter Chirurg, fleißig aber bescheiden. Naki arbeitete jahrzehntelang im Tierlabor, wo Barnard ausschlaggebende Experimente mit Hundeherzen machte. Naki stand daneben – doch wer hatte die Experimente ausgeführt?


Naki behauptete erst nach Barnards Tod, dass er im Team war, das das erste menschliche Herz verpflanzte. Bis zum Ende der Apartheid (1994) verlor keiner ein Wort über Hamilton Naki, niemand hatte jemals von diesen Mann gehört, der angeblich eine zentrale Rolle in dieser bedeutenden Nacht gespielt hatte.

Erst nach der Apartheid wurde er «entdeckt» und wie Barnard als internationaler Held gefeiert. Was geschah während all den Jahren, in denen Naki im Tierlabor arbeitete und recherchierte, den Lohn eines Gärtners bekam und von den Weißen als «Underdog» angesehen wurde, als ein Mensch mit begrenzter Intelligenz?

 


Obwohl – es war Naki, der Tag und Nacht schonungslos im Tierlabor arbeitete, hunderte von Junior-Ärzten unterrichtete und immer guter Laune war. Er machte seine Arbeit leidenschaftlich, hinterließ seine Familie im Township, welches das Apartheid-Regime den Schwarzen zuordnete. Trotz seines riesigen Beitrages und seiner Vorleistung in der Recherche im Tierlabor wurde er nicht in den Operationssaal gerufen um beim Gelingen der ersten menschlichen Herztransplantation dabei zu sein? – Oder eben doch?

 

DIE PROTAGONISTEN

HAMILTON NAKI (1926-2005)
Hamilton Naki wurde 1926 in Centani, einem Dorf in der Transkei, geboren. Die Transkei liegt im Südosten und gehört bis heute zu den ärmsten Regionen Südafrikas.

Schon als Junge scheint er jedes Mal, wenn ein Schaf geschlachtet wurde, fasziniert von den freigelegten Organen gewesen zu sein. Doch als schwarzer Junge, in einem Staat, der die schwarze Bevölkerung als minderwertig definierte, hatte er keine Chancen, diese Faszination weiterzuentwickeln.

Sein Weg war durch das System vorgeschrieben. Nach nur sechs Schuljahren gab es für ihn zwei Möglichkeiten: er konnte Schafzüchter werden oder nach Kapstadt gehen. Hamilton wählte den zweiten Weg. In seinem Fall bedeutete Kapstadt allerdings nicht die Ferienstadt am Meer mit dem Tafelberg im Rücken, sondern das Township Langa, das sich auf der

Ebene hinter dem Berg ausbreitet und eines der Auffangbecken für die schwarzen Arbeitskräfte aus dem Land ist. Wie die meisten schwarzen Einheimischen fuhr Naki allein nach Langa, denn es war verboten, die Familie mitzunehmen. In Kapstadt fand er am Groote Schuur Krankenhaus eine Anstellung als Gärtner und pflegte die Tennisanlagen. Hartnäckig hat er sich dann emporgearbeitet bis zum medizinischen Assistenten im Tierlabor, wo Christian und sein Bruder Marius Barnard Hundeherzen verpflanzten.

Naki zeichnete sich durch Fingerfertigkeit und Genauigkeit aus. Unter der Apartheid war es Schwarzen verboten, in einem Operationssaal zu arbeiten. Naki zufolge habe Barnard es geschafft, ihn trotzdem ins Team aufzunehmen – unter der Bedingung, dass er es für sich behalte. Diese Version wird von Zeitzeugen bestritten.

Unbestritten hingegen ist Nakis außergewöhnliche Begabung. Während Barnard zu Ruhm und Ehren kam, arbeitete Naki weiterhin im Krankenhaus, wo er – und nicht Barnard – die meisten jener 3000 Doktoranden unterrichtete, die aus aller Welt nach Kapstadt pilgerten, um sich in die Kunst der Organtransplantation einweihen zu lassen. Lohnerhöhung hat er keine erhalten. Ihm wurde weiterhin das Gehalt eines Gärtners ausbezahlt, er wohnte in einem Zimmer in Langa und ernährte mit seinem mageren Gehalt 24 Familienmitglieder in seinem Dorf.

Erwähnt wurden er und sein Kollege erstmals in einem Buch über die erste Herztransplantation, das ein amerikanischer Journalist 1969 veröffentlichte. Dort finden sich auch lobende Worte von Marius Barnard bezüglich des Teams im Tierlabor.

Berühmt wurde er erst nach Barnards Tod. Über Nacht wurde er zum Helden für die südafrikanische Bevölkerung. Sein Beispiel zeigte, dass Träume möglich werden, dass man trotz minimaler Schulausbildung etwas erreichen kann. Er erhielt den Ehrendoktor der Universität Kapstadt und das Verdienstkreuz. Seinen Ruhm hat er leider nicht lange genießen können. Er verstarb 2005 in seinem Heimatdorf Centani.

CHRISTIAN BARNARD (1922-2001)
Christian Barnard wuchs im Südafrika der 20er Jahre auf als Sohn eines Pfarrers in Beaufort West, einem verschlafenen Städtchen in der Halbwüste Karoo.

Seine Familie gehörte zu den typischen Afrikaner-Familien, die hart arbeiteten, deren Kinder barfuss übers «Veld» liefen und die vor jeder Mahlzeit beteten. Christian Barnard scheint bereits als Junge am Inneren von lebendigen Wesen interessiert gewesen zu sein. Er erzählte selbst gern die Geschichte, wie er erstmals einen Käfer sezierte.

Er zog nach Kapstadt, wo er diszipliniert und ambitioniert Medizin studierte. Dank seiner guten Noten erhielt er ein Stipendium zur Weiterbildung in den USA. Von dort kehrte er mit einem Abschiedsgeschenk zurück, das sein Schicksal entscheidend beeinflussen sollte: einer Herz-Lungen-Maschine. Sie ist für eine Herztransplantation Bedingung.

Weltweit gab es in den frühen 60er Jahren unter Medizinern und Krankenhäusern ein Wettrennen, wem zuerst eine Herztransplantation gelingen würde. Christian Barnard und sein Bruder Marius verschafften sich die dazu nötige Erfahrung im Tierlabor, wo sie – eben mit einem Team von schwarzen Mitarbeitern – Dutzende von Hundeherzen verpflanzten.

Dass Barnard das Rennen gewann, verdankte er einer Mischung aus Glück und Wissen. Barnard hatte den idealen Patienten und erhielt im richtigen Moment dank eines verunglückten Mädchens ein passendes Spenderherz. Die im Vergleich zu den USA großzügigen gesetzlichen Bestimmungen erlaubten die Transplantation.

Von der Operation wusste niemand etwas, die Presse erfuhr davon erst am Tag danach. Doch dann wurde weltweit über die medizinische Sensation berichtet. Die zweite Transplantation, die bald darauf folgte, löste einen noch größeren Wirbel aus. Barnard wurde zur Berühmtheit. In den folgenden Jahren widmete er sich dann weniger der Forschung als den Annehmlichkeiten, berühmt zu sein. Er scheint ein wahrer Frauenheld gewesen zu sein und heiratete viermal.

Mit seiner Pioniertat verhalf er der international geächteten Apartheid-Regierung zu Glamour und Anerkennung. Barnards Haltung zur Apartheid scheint widersprüchlich gewesen zu sein. Solange es um medizinische Aspekte ging, hat er offenbar keinen Unterschied zwischen Schwarz und Weiß gemacht. Doch verteidigte er gleichzeitig auch das System, etwa indem er ein französisches Fernsehteam in Südafrikas Gefängnisse führte, um zu demonstrieren, wie gut die schwarzen Gefangenen behandelt werden.

Die Operation hat Barnard über Nacht zum Star gemacht. Er gehörte plötzlich zur Crème de la Crème des Jetsets. Die Presse belagerte ihn auf Schritt und Tritt, jede Veränderung des Gesundheitszustandes des ersten Transplantationspatienten Washkansky war ein Thema. Barnard selbst war vom ganzen Rummel ziemlich überfordert. Als Washkansky nach 18 Tagen starb, befand sich Barnard unter erheblichem Druck, eine zweite Transplantation mit nachhaltigerem Erfolg durchzuführen.

Ethische Fragen wurden öffentlich diskutiert, Ängste formuliert. So erzählt Dirk de Villiers, wie sich Washkanskys Frau fragte, ob ihr Mann mit dem Mädchenherz wohl so fühlen werde wie das Mädchen.

Erst nach 1994, als nach der Freilassung Nelson Mandelas die Apartheid endgültig der Vergangenheit angehörte, musste er, wie so viele «hardcore Afrikaner», seine Haltung korrigieren. Dann erzählte er auch vor der Kamera, wie begabt sein schwarzer Mitarbeiter Hamilton Naki gewesen sei, ja, dass dieser sogar besser habe nähen und transplantieren können als er selbst.

Christian Barnard starb 2001 78-jährig. An Barnard erinnern bis heute ein nach ihm benanntes Herzzentrum in Kapstadt und ein Museum in seinem Geburtsort Beaufort West.

DIRK DE VILLIERS
Dirk de Villiers ist ein Mann voller Widersprüche, er führte ein interessantes Leben, das sich in seinem Gesichts und im Funkeln seiner Augen wiederspiegelt. Einst besaß er acht Häuser und ein Motorboot. Sein Vermögen, dass er als einer der erfolgreichsten Regisseure und Produzenten der Apartheid-Ära (er produzierte und drehte die ersten TV-Filme für die schwarze Bevölkerung) gemacht hat, hat er wegen Fehlinvestitionen verloren. Dirk De Villiers lebt heute in einer einfachen Wohnung in Kapstadt und führt seine Produktionsfirma von einem bescheidenen Büro aus. Er nennt sich ein «die hard Afrikaner» und sagt, er habe damals die Idee der Apartheid unterstützt, aber auch schwarze Freunde gehabt.

Christian Barnard lernte er Mitte der 60er Jahre kennen. Er war mit ihm in den Ferien, als die Nachricht eintraf, ein Herzspender sei gefunden. Er war dabei, als Chris Barnard vom Ruhm überwältigt wurde. Er erzählt vom ethischen Zwiespalt, den die erfolgreiche Operation für Barnard bedeutete. De Villiers wollte schon 1967 einen Spielfilm über Barnard machen. Aber dazu ist es nie gekommen. Barnard war damals noch zu unsicher, ob das, was er tat, richtig war. Nach der bahnbrechenden Herzoperation hat De Villiers nicht mehr viel von Barnard gesehen. Erst als Barnard sein Ferienhaus neben jenem von De Villiers baute, kreuzten sich ihre Wege erneut.

Damals, 1996, erinnerte sich der Filmemacher wieder an seinen Traum, Barnards Leben zu verfilmen. Den Anfang dazu schuf er mit jenem langen Exklusivinterview, in dem Barnard auch offen seine Bewunderung für Hamilton Nakis chirurgisches Talent kund tat. Obschon er die Exklusivrechte besitzt, hat de Villiers bis heute jedoch keinen Film machen können – weder über Barnard noch über Hamilton Naki, den er nach Barnards Tod behauptet «entdeckt» zu haben.

Spricht de Villiers über Barnard, ist er voller Bewunderung und gibt sich als eine Art Beschützer. Wenn er auf dessen Frauengeschichten zu sprechen kommt, zeigt sich der Frauenheld in de Villiers selbst. Über die Apartheidzeit spricht er kritisch, und doch spürt man, dass er das System damals als selbstverständlich akzeptierte.

Wenn er erzählt, wie er diverse schwarze Stammesführer und Intellektuelle traf, um mit ihnen die Natur der ersten Spielfilme für die schwarze Bevölkerung zu diskutieren, ist seine Stimme begeistert. Doch wenn es um das neue Südafrika geht, wo ihm die Anerkennung verweigert wird und er schwarzen Filmemachern Platz machen musste, ist er verbittert und frustriert.

KAREN BERMAN-BARNARD, BARNARDS LETZTE FRAU
Barnards letzte Frau ist heute etwas über 40 Jahre alt, charmant, offen und locker. Sie hat wieder sehr reich geheiratet und lebt in einer phantastischen Villa in Seapoint, Kapstadt. Sie spricht über Barnards glamouröse Zeit, den Jetset, den Ruhm und die Frauen. Barnard hat ihr viele Geschichten von seiner Kindheit, seinem Aufenthalt in Amerika, der ersten Transplantation, dem darauffolgenden Aufstieg in die Welt des Glamours erzählt. Sie hatte mit Barnard einen Sohn, Armin, der nach Barnards einstigem Schweizer Freund Armin Mattli benannt wurde.

DEIDRE BARNARD, BARNARDS TOCHTER
Deidre Barnard arbeitet heute als Lehrerin in Kapstadt. Deidre erzählt vom Innenleben der Barnards, von ihren frühsten Kindheitserinnerungen, von den Auswirkungen des Ruhms ihres Vaters auf die Familie. Sie berichtet auch, wie sich ihr Vater einige Jahre vor der entscheidenden Transplantation plötzlich nicht mehr für die Medizin interessierte und sich stattdessen voll und ganz der vielversprechenden Karriere seiner Tochter als Wasserskifahrerin widmete.

DENE FRIEDMANN, KRANKENSCHWESTER
Dene Friedmann war bei der ersten Herztransplantation dabei. Sie erzählt von der Aufregung im Operationsaal. Wie war die Stimmung im OP? Wie fühlte sich Barnard danach?

ELISABETH MAARMANN
Elisabeth Maarmann ist 76-jährig und gehört zur farbigen Bevölkerung von Beaufort West. Elisabeths Tante arbeitete damals als Haushälterin in Barnards Haus und Elisabeth verbrachte als junges Mädchen viel Zeit im Hause Barnard. Gemäß ihren Angaben lebten die Barnards nicht in ärmlichen Verhältnissen. Sie und Christian Barnard waren nach ihren Angaben gute Freunde. Elisabeth ist eine lebendige Frau, die schön über Barnards Jugend aus der schwarzen Perspektive erzählt.

JAMES, ÄLTESTER FREUND VON HAMILTON NAKI
James ist der älteste Freund von Naki. Er lebt in einer typischen Xhosa Hütte mit seiner Frau und seinen Kindern. Er ist ein beindruckender Mann mit markanten Gesichtszügen. Er meint, dass Naki nicht in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sei, im Gegenteil - seine Familie hatte Rinder und Pferde und sie wurde in der Region eher als wohlhabend angesehen. Naki und James reisten zusammen nach Kapstadt, doch als Naki wieder zurück in sein Dorf wollte, waren seine Rinder und Pferde tot (eine Epidemie ging durch den gesamten Kontinent und viele schwarze Bauern verarmten deshalb); dies veranlasste Naki, nach Kapstadt zu emigrieren.

James war gegenüber Nakis Arbeit im Tierlabor ziemlich skeptisch, und als Naki in der Post-Apartheid Ära Anerkennung und Auszeichnungen bekam, glaubte ihm James immer noch nicht ganz. James beschreibt Naki als eine Art Anführer, der immer der erste sein wollte, wenn es damals um Prügeleien mit den Jungen kam. Er meinte auch, dass Naki ein außerordentliches Fingerfertigkeitsgefühl hatte und ein enthusiastischer Schüler war.

ROSEMARY HICKKMANN, CHIRURGIN
Die Chirurgin hat mit Barnard und Naki gearbeitet. Sie veröffentlichte im Readers Digest von Mai 2006 Artikel zu Hamilton Naki und bezeichnet sich als eine der größten Bewunderinnen von Naki.

Rosemary kannte Naki sehr gut - sie bestätigt, dass Naki 1967 nicht im Operationssaal war, aber dennoch ein überaus talentierter Arzt war und viele internationale Studenten praktisch unterrichtete. Naki behauptete in einem Interview, dass er es war, der Barnard die «Operationstechnik« lehrte. Rosemary sieht darin durchaus einen Kern der Wahrheit.

Rosemary kaufte Naki ein Haus im Township Langa (wohl aus schlechtem Gewissen für die Zeit der Apartheid) und sie hat bis zum heutigem Tag Kontakt mit Nakis Familie.

YANDA NAKI / JOYCE NAKE / SISWE NAKI, LANGA
Yanda ist Nakis jüngste Tochter. Sie ist 26 Jahre alt und arbeitet als Radiologin im Groote Schuur Krankenhaus. Sie lebt im Haus ihres Vaters in Langa. Yanda ist eine kluge und eloquente junge Frau. Sie meint, dass ihr Vater sehr stolz auf ihre Berufswahl war; und repräsentiert die junge, aufstrebende schwarze Generation im Film.

Sie und ihre Brüder erzählen uns Hamiltons Geschichte aus der Familienperspektive.

BRIAN COHEN
Er war einer jener jungen Doktoranden, die von Hamilton Naki in die Geheimnisse der Transplantation eingewiesen wurden. Er erzählt, wie er Naki erlebte: Wie hat Naki gewohnt, war er frustriert? Cohen erzählt auch, wie er Nakis Kompetenz beurteilte, so zum Beispiel wie Naki ihn korrigierte, als er eine Naht nicht anweisungsgemäß gelegt hatte. Cohen ist heute eine medizinische Kapazität und leitet das «National Fertility Center» in Dallas. Cohen schafft einerseits die Verbindung zu Naki und andererseits jene zu den USA.

DENTON A. COOLEY, HERZZENTRUM HOUSTON
Der 92jährige Herzchirurg hat das Wettrennen um die erste Herzverpflanzung in den 60er Jahren aus amerikanischer Sicht miterlebt. Er gründete das «Texas Heart Institute» und ist eine Kapazität bezüglich Herztransplantation. Er erläutert den Grund weshalb die erste Transplantation in Südafrika stattgefunden hatte und nicht in den USA, und erzählt, wie er dazu steht.

THIERRY CARREL, HERZCHIRURG, INSELSPITAL, BERN
Carell ist die kritische Stimme, was Barnards medizinische Leistungen nach der Herzoperation anbelangt. Der bekannte Schweizer Herzchirurg erklärt, wie die Gesetze Südafrikas die Organverpflanzung – im Unterschied zu den USA - begünstigten und dass nach der Transplantation eigentlich keine wesentlichen Forschungsergebnisse aus dem Groote Schuur Spital aus Kapstadt gekommen seien. Die wesentlichen Fortschritte wurden in der Schweiz und anderen Ländern gemacht.

 

ANMERKUNGEN DER REGISSEURIN CRISTINA KARRER

Südafrika ist für mich nicht irgendein Land. In den sieben Jahren, seit ich hier in der Metropole Johannesburg lebe, ist mir das Land ans Herz gewachsen. Es ist allerdings ein kompliziertes Land. Die Rassentrennung der Apartheidzeit ist zwar aus dem Gesetz, nicht aber aus allen Köpfen verschwunden. Unrecht und Leid sind noch nicht umfassend verarbeitet. Viel Wut und Frustration liegt in Südafrikas Luft, aber auch Enthusiasmus und Mut, eine neue Gesellschaft zu schaffen. Dieses Gemisch ist dynamisch und begeistert mich immer wieder.

Die Geschichte von Hamilton Naki umfasst all diese Gefühle. Als ich sie zum ersten Mal hörte, war ich beeindruckt. Beeindruckt von dem Mann und seinen Leistungen. Seine Heimat, das Eastern Cape, gehört zu meinen Lieblingsgegenden.

So arm die Leute sind, nirgendwo ist der Einfluss der Weißen so marginal und die Kultur der schwarzen Bewohner so ursprünglich. Bis heute werden dort in der Regel keine Karrieren gemacht. Umso erstaunlicher schien mir Nakis Werdegang.

Die Artikel über Naki hingegen irritierten mich. Deren Focus auf die erste Herztransplantation und seine Rolle schien mir zu eng und zu reißerisch. Sein Aufstieg vom Gärtner zum Labormitarbeiter tönte plakativ. Mein Ziel war ein Film, der punkto Naki und Herztransplantation keine schlüssige Antworten liefert und trotzdem die Zuschauer nicht frustriert entlässt. Ich hoffte, dass Nakis Werdegang so sehr beeindruckt, dass seine Rolle bei der ersten Herztransplantation letztlich gar nicht so wichtig ist.

Mich interessierte aber nicht nur Naki. Richtig spannend schien es mir, seine Biografie mit jener von Christian Barnard zu verknüpfen. Denn dadurch ermöglichte sich gleichzeitig eine Reise durch die Geschichte Südafrikas. Als ich den Filmproduzenten Dirk de Villiers traf, wusste ich, dass ich die ideale Erzählfigur gefunden hatte. Er kennt beide Männer persönlich, ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und einer der wenigen weißen Afrikaner, der zur Vergangenheit steht und nichts beschönigt.

Ich muss zugeben, dass mir beide Protagonisten, Naki und Barnard, ein Stück weit immer ein Rätsel bleiben werden. Natürlich war mir Naki von Anfang emotional näher, er war das Opfer, das Symbol für Unterdrückung und späte Anerkennung.

Doch machte dies Barnard nicht automatisch zum Bösen. Es war und ist mir wichtig, an beide mit der gleichen kritischen Neugierde heranzugehen – denn genau dies scheint mir im heutigen Südafrika der einzige Weg, die festgefahrenen Vorurteile endlich hinter sich zu lassen.

 

ÜBER CRISTINA KARRER

Von 1980-89 studierte Cristina Karrer Geografie und Sozialgeschichte an der Universität

Zürich, sie schrieb ihre Diplomarbeit über Frauen in Indiens Milchwirtschaft. Sie produzierte neben diversen Auslandreportagen über Tadjikistan und Kirgistan auch zwei Dokumentarfilme für NZZ Format über Jemen und Aserbeidschan. 1991 erhielt sie den Zürcher Journalistenpreis für NZZ-Reportage. Heute ist Cristina Karrer freie Afrikakorrespondentin für SF DRS mit Sitz in Johannesburg.

Filmografie

  • 2007 Hidden Heart
  • 2006 Wälder der Hoffnung, Kenia, 45 Min, ARTE, SF
  • 2005 Afrika in der Schweiz, 30 min‚ Quer, SF DRS
  • 2005 10 min Reportage zu Vergewaltigungen im Kongo, Rundschau
  • 2005 10 min Reportage zu Schuldenlast in Zambia, Rundschau
  • 2005 14 min Reportage zu Schweizer in Bukavu, Reporter
  • 2003 3x12 min Reportage aus dem Irak nach dem 2. Golfkrieg, Rundschau
  • 2002 12 min Reportage über eine zur Steinigung verurteilte Frau in Nigeria, Rundschau (und weltweiter Verkauf )
  • 2002 Schweizer Bauern in Zimbabwe, 25 min Dokumentarfilm, Reporter, SF DRS
  • 1999 30 min Dokumentarfilm über Baku, Ko-Regie: Reto Padrutt, NZZ Format
  • 1999 Helvetistan, 3x10 min: Teil Serie‚ (Aserbeidschan, Tadjikistan, Kirgistan), 10v10
  • 1999 In der Stille Gottes; die Altglaeubigen in Sibirien, 30 min Dokumentarfilm, Sternstunde
  • 1997 Wasser im Jemen, 30 min Dokumentarfilm, Ko-Regie: Reto Padrutt, Format NZZ
  • 1995 Ser ca Van, 4 kurdische Frauen, 60 min Dokumentarfilm

 

ÜBER WERNER SCHWEIZER

Geboren 1955 in Kriens, Bürger von Oensingen/SO. Autor, Regisseur, Produzent

und Winzer. Lebt in Zürich und Ligerz/BE. Nach Schulbesuch in Oensingen, Jegenstorf und Gymnasium Immensee studierte Werner Schweizer an der Universität Zürich Soziologie, Publizistik und Europäische Volksliteratur. Seit 1973 beschäftigt er sich mit Video und Film. Er ist Mitbegründer von Video-Zentrum und Genossenschaft Videoladen, Zürich und 1994 der Filmproduktionsfirma Dschoint Ventschr AG, zusammen mit Samir und Karin Koch.
Von 1983 bis 1989 war er als Autor und freier Journalist tätig. Zwischen 1987-89 realisierte er seinen ersten Kino-Dokumentarfilm. Seither arbeitet er als Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen. Werner Schweizer ist Absolvent der Europäischen Produzentenweiterbildung (EAVE, 1990) und arbeitet seither als Produzent bei Dschoint Ventschr Filmproduktion, Zürich. Er erhielt 1996 für den Dokumentarfilm «Noel Field» den Filmpreis des Kantons Solothurn.

Filmografie als Autor und Regisseur

  • 2007 Hidden Heart
  • 2004 HöllenTour, Kino-Dokumentarfilm, 120 Min, Co-Regie mit Pepe Danquart
  • 2003 voyage, voyage: Engadin, TV-Dok, 45 Min., für ARTE/SF TvR
  • 2002 Von Werra, Kino-Dokumentarfilm, 100 Min.
  • 1996 Noël Field – Der erfundene Spion, Kino-Dokumentarfilm, 104 Min.
  • 1989 Dynamit am Simplon, 100 Min, 16mm

Filmografie als Produzent

  • 2006 Feltrinelli, Alessandro Rossetto, Dokumentarfilm, 80 Min., ARTE/TSI
  • 2006 Wälder der Hoffnung, TV-Serie, diverse Regisseure, à 45 Min
  • 2004 Ricordare Anna, Kinospielfilm, Walo Deuber, 96 Min.
  • 1999 ID Swiss, Dokumentarfilm div. AutorInnen, im Auftrag der SRG idée Suisse
  • 1997 Clandestins, Nicolas Wadimoff und Denis Chouinard, Spielfilm, 90 Min.
  • 1996 Jean Ziegler, Le Bonheur d‘etre suisse, Dokumentarfilm, Ana Ruiz und Greta van den Bempt
  • 1992 Die schwache Stunde, Danielle Giuliani, Spielfilm, 80 Min.
  • 1990 Daedalus, Spielfilm, Koproduktion, Pepe Danquart, 95 Min

Bücher

  • 1987 Leben im Widerspruch – Amalie und Theo Pinkus, mit Ruedi M. Lüscher, Limmatverlag Zürich 1987/1994
  • 2004 Der Fall Noel Field, mit Bernd-Rainer Barth, basisdruck berlin, 2005

 

FILMOGRAFIE DSCHOINT VENTSCHR

Spielfilme

  • 2006 Das Fräulein, Drama, 81 Min., Andrea Staka (CH/D)
  • Nachbeben, Drama, 96 Min., Stina Werenfels (CH)
  • 2005 Snow White, Drama, 113 Min., Samir (CH/D)
  • Ricordare Anna, Drama, 96 Min., Walo Deuber (CH)
  • 2004 Strähl, Drama, 82 Min., Manuel Flurin Hendry (CH/D)
  • 2003 Little Girl Blue, Drama, 82 Min., Anna Luif (CH/D)
  • 2002 Birdseye, Drama, 90 Min., Michael Huber & Stephen Beckner (CH/USA)
  • 1997 Clandestins, Drama, 90 Min., N. Wadimoff & D. Chouinard (CH/F/CD)
  • 1996 Miel et Cendres, Drama, 85 Min., Nadia Fares, (CH/Tun)

Dokumentarfilme

  • 2008 Hidden Heart, Dokudrama, 97 Min., C. Karrer/W. Schweizer (CH/D)
  • Ya Sharr Mout, TV-Dok, 60 Min., Sabine Gisiger (CH), in production
  • Musical Oasis, TV-Dok, 50 Min., Wageh George (CH), in production
  • 2007 La Reina del Condón, 90 Min., Dokfilm, S. Ceschi & R. Stamm (CH/IRE)
  • 2006 Bhüet di Gott, TV-Dok, 55 Min., Marcel Zwingli (CH)
  • Müetis Kapital, TV-Dok, 59 Min., Karoline Arn & Martina Rieder (CH)
  • Wälder der Hoffnung, TV-Dok-Serie, 43 Min., div. Regiseur/innen (CH)
  • 2005 Gambit, 107 Min., Sabine Gisiger (CH/D)
  • White Terror, 90 Min., Daniel Schweizer (CH/D/F)
  • 2004 ZwischenSprach, TV-Dok, 52 Min., Samir (CH/F)
  • Die letzte Mauer, TV-Dok, 52 Min., Silvana Ceschi (CH/F)
  • 2003 Voyages, Voyages Engiadina, TV-Dok, 45 Min., Werner Schweizer (CH/F)
  • Skinhead Attitude, 90 Min./56 Min., Daniel Schweizer (CH/D/F)
  • Homeland, 52 Min., Sabine Gisiger (CH)
  • Tarifa Traffic, 60 Min., Joakim Demmer (CH/D)
  • 2002 Forget Baghdad, TV-Dok, 112 Min., Samir (CH/D)
  • Von Werra, 90 Min., Werner Schweizer (CH/D)
  • Camenisch, TV-Dok, 87 Min., Daniel von Aarburg (CH)
  • 2000 Eurotravelling, TV-Dok, 52 Min., Stephan Wicki & Karin Gemperle (CH/F)
  • DO IT, 97 Min., Sabine Gisiger & Marcel Zwingli (CH/D)
  • Yugodivas, Dok, 60 Min., Andrea Staka (CH)
  • Unser Jude, TV-Dok, 26 Min., Daniel Wildmann (CH)
  • 1999 ID Swiss, 90 Min./48 Min., 7/4 Episoden, diverse Autorinnen (CH)
  • 1998 Projecziuns Tibetanas, 24 Min., Samir (CH)
  • 1996 Take Off From The Sand, 60 Min., Wageh George (CH)
  • Noel Field – Der erfundene Spion, 104 Min.,Werner Schweizer (CH/D)
  • Cross Over, 85 Min., Thomas Tielsch (CH/D)
  • 1995 Motor Nasch, 85 Min., Sabine Gisiger & Marcel Zwingli (CH)
  • 1994 Babylon 2, 91 Min., Samir (CH/D/F)
  • 1989 Dynamit am Simplon, 104 Min./50 Min, Werner Schweizer (CH)

 

PRESSESTIMMEN

«Auch eine Parabel über Licht und Schatten, Ruhm und Bescheidenheit, Mediengier und Medienglamour, Glück und Ungerechtigkeit.» www.cineman.ch

«Klug lässt der Film erkennen, dass es auch hier nicht einfach eine einzige Wahrheit gibt und macht so die Verheerungen der Apartheidpolitik in einem kleinen gesellschaftlichen Teilbereich sichtbar.» NZZ

«Eine sagenhafte Story.» Tages-Anzeiger

«Der Film rekonstruiert mit krimiartiger Zuspitzung ein ungelöstes Rätsel der modernen Chirurgie. Obwohl – oder gerade weil – Fragen und Widersprüche bleiben, schlägt das Zuschauerherz am Ende höher.» Berner Zeitung

«Die Verknüpfung von Medizin- und Apartheidgeschichte mit der Doppelbiografie von Barnard und Naki ist hoch spannend.» Der Bund