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CREDITS

Drehbuch Milo Rau

Regisseur Milo Rau

Produzent Arne Birkenstock

Koproduzenten IIPM Jens Dietrich
Milo Rau

Produktionsleiter/ Postprodcoordinator Kirsten Schauries

Producer Moskau Jens Dietrich
Milena Kipfmüller

Kamera Markus Tomsche

Ton Jens Baudisch

Regieassistenz Yanina Kochtova

Montage Lena Rem

Montage Assistenz Malte Wirtz

Casting Moskau Anastasia Patlay

Presse Yven Augustin

Szenenbild Anton Lukas

Übersetzer Untertitel Dub Dolls

Mischung Gerald Kronauer

Farbkorrektur/DCP Holger Hessinger

In Kooperation mit: Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Institute for the Performing Arts and Film / Zürcher Hochschule der Künste, Konzert Theater Bern, Gessnerallee Zürich, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Memorial Russland, Sacharow-Zentrum Moskau, Wiener Festwochen, Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Goethe-Institut Moskau, Fruitmarket Kultur und Medien GmbH.

Gefördert aus Mitteln der: Film- und Medienstiftung NRW, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien

MITWIRKENDE / BESETZUNGSLISTE
Maxim Schwetschenko
Anna Stavickaja
Katja Samuzewitsch
Dmitri Gutow
Anton Nikolaew
Jekaterina Degot
Alexander Schaburow
Tatjana Antoschina
Wladimir Sergejew
Michail Ryklin
Jelena Wolkowa
Viktoria Lomasko
Andrej Jerofejew
Andrej Kowalenko
Waleri Korowin
Dmitri Enteo
Wladimir Chomjakow
Gleb Jakunin
Wsewolod Tschaplin
Alexei Kurajev
Marat Gelman
Alexej Beljaew-Gintowt
u. a.


Die Moskauer Prozesse


Ein Film von Milo Rau

Kinostart: 20. März 2014


Trailer

Stadt  Kino  Termine  Info   
Berlin  Eiszeit  ab 20.03.2014     
Berlin  Filmrauschpalast  ab 17.04.2014     
Berlin  Hackesche Hfe  ab 20.03.2014     
Berlin  Kino Krokodil  ab 20.03.2014     
Berlin  Ladenkino  13.04. - 16.04.2014     
Berlin  Ladenkino  ab 03.04.2014     
Berlin  Regenbogen Kino  24.05. - 26.05.2014     
Berlin  Schaubhne am Lehniner Platz  18.03.2014  Berlin-Premiere   
Berlin  Zukunft  ab 03.04.2014     
Bochum  Endstation  04.04. - 07.04.2014     
Bonn  Brotfabrik  ab 20.03.2014     
Bonn  Woki  01.04.2014     
Braunschweig  Universum  14.04.2014     
Bremen  City 46  24.04. - 30.04.2014     
Dresden  Kino im Dach  03.04. - 09.04.2014     
Ebersberg  Kino im alten Kino  01.10.2014     
Erlangen  E-Werk  22.06.2014     
Erlangen  Manhattan  04.05. - 07.05.2014     
Essen  Filmstudio  30.03. - 01.04.2014     
Fellbach  Orfeo  29.04.2014     
Frankfurt  Mal Seh'n  ab 20.03.2014     
Freiburg  Kommunales Kino  23.04. - 27.04.2014     
Hamburg  3001  ab 20.03.2014     
Hannover  Kino im Knstlerhaus  ab 20.03.2014     
Jena  Attac  22.05.2014     
Karlsruhe  Kinemathek  11.04. - 15.04.2014     
Kln  Filmforum  19.03.2014  NRW-Premiere im Rahmen der Lit.Cologne   
Kln  Filmpalette  06.04.2014  Regisseur zu Gast   
Ludwigsburg  Caligari  30.04.2014     
Magdeburg  Moritzhof  24.04. - 30.04.2014     
Mainz  CineMayence  ab 09.04.2014     
Mannheim-Heidelberg  Festival des deutschen Films  21.06. - 24.06.2014     
Mnchen  Residenz-Theater   15.03.2014  Deutschland-Premiere   
Mnster  Cinema   03.04. - 09.04.2014     
Nrnberg  Filmhaus  ab 19.06.2014     
Oldenburg  Casablanca Kinolounge  01.05. - 07.05.2014     
Osnabrck  Lagerhalle  27.05.2014     
Passau  Scharfrichter  19.06.-25.06.2014     
Saarbrcken  Filmhaus  01.05. - 07.05.2014     
Weimar  Lichthaus  ab 20.03.2014     
Weimar  Mon Ami  10.04. - 16.04.2014     
Weingarten  Kulturzentrum Linse  29.05. - 04.06.214     
Wiesbaden  Caligari  13.05.2014     

ZUM PROJEKT

Die Bilder des Schauprozesses gegen „Pussy Riot“ gingen im vergangenen Sommer durch alle Medien. Wegen eines fünfminütigen Auftritts in der Moskauer Erlöserkathedrale wurden drei der Aktivistinnen von „Pussy Riot“ schliesslich zu 2 Jahren Haft verurteilt. Die Begründung: Verletzung der Gefühle Gläubiger, Gotteslästerung, Agitation gegen die russische Nation. Ein absurdes Urteil, das im Westen Entsetzen hervorrief.


Doch was als plötzliche Offenbarung eines autoritären Gottesstaats erscheint, hat eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt mit Putins Wahl zum Ministerpräsidenten im Jahr 1999. Der ehemalige KGB-Agent sichert seine Herrschaft mit einem Schulterschluss mit nationalistischen und extrem orthodoxen Kreisen. Insbesondere die Künstler, die sich nicht nach den neuen Richtlinien einer regimetreuen, russisch-orthodoxen Staatskunst richten wollen, geraten ins Visier eines Systems, in dem Justiz, Geheimdienst und Medien eng zusammen arbeiten.


Mit der Zerstörung der religionskritischen Ausstellung „Vorsicht! Religion“ im Jahr 2003 und dem darauf folgenden Prozess gegen die Kuratoren ist der point of no return erreicht. Mit Billigung des Staates ruft der Moskauer Patriarch zur „Vertreibung der Dämonen“ und zur „Rettung Russlands“ auf. Nach einem Schauprozess entgehen die Ausstellungsmacher nur knapp der Verurteilung zur Zwangsarbeit. Eine der Hauptangeklagten nimmt sich das Leben. In der Folge werden dissidente Kunstschaffende und Aktivisten konsequent ins Ausland oder die Illegalität getrieben – wie zuletzt die Aktivistinnen von „Pussy Riot“. „Dieser Prozess war der Tod der kritischen Kunst, er zerstörte das Milieu, in dem wir leben konnten“, sagte später der russische Kulturphilosoph Michail Ryklin in einem Interview.


Für sein Projekt DIE MOSKAUER PROZESSE versammelte Milo Rau die Protagonisten der Prozesse um Pussy Riot und die Ausstellungen “Achtung! Religion” und “Verbotene Kunst”. Rau lässt sie mit offenem Ausgang neu verhandeln. Auf der Bühne stehen dabei nicht Schauspieler, sondern Akteure aus dem realen, politischen Leben: professionelle Anwälte, Zeugen und Experten aller politischen Couleurs, darunter Katja Samuzewitsch (Pussy Riot), Maxim Schewtschenko (Starmoderator des Staatsfernsehens), Wsewolod Tschaplin (Erzpriester), der dissidente Philosoph Michail Ryklin, orthodoxe Gläubige genauso wie liberale Politiker.
Im Stil eines Gerichtsdramas mit offenem Ausgang, in Kreuzverhören, Plädoyers und den Auseinandersetzungen am Rand des Prozesses entsteht so ein verstörendes und widersprüchliches Bild des heutigen Russland: Verletzt Putins Kulturpolitik die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte? Oder ist es doch die Kunst, die die Gefühle der Gläubigen verletzt? Wer ist Angreifer, wer Verteidiger?


Der dreitägige Prozess, der mehrfach von den russischen Behörden und von Einheiten der Kosaken unterbrochen wurde, führte zu einem internationalen Skandal und schliesslich zu einem Einreiseverbot gegen den Regisseur. "Mit seinem dokumentarischen Theater traf Rau in Moskau den Ton der Zeit", urteilte die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ über die Ereignisse, und die „Moscow Times“ unterstrich die Tatsache, dass „jene, die nicht gehört werden, endlich sprechen konnten.“


Eine hitzige Debatte über Kunstfreiheit folgte auf das Theaterprojekt, das viele in- und ausländische Beobachter als den möglichen Beginn eines Dialogs zwischen Künstlern und Kirchenvertretern einschätzten. Der Film DIE MOSKAUER PROZESSE dokumentiert das Projekt, beleuchtet die historischen und politischen Hintergründe und lässt die Beteiligten zu Wort kommen.

REGISTER DER EXPERTEN IN DEN MOSKAUER PROZESSEN

Maxim Schwetschenko – russischer Journalist, Moderator des Fernsehsenders „Perwyj Kanal“. Von 2008 bis 2010 Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer Russland. Experte für ethno-kulturelle und religiöse Themen.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Experte an der Seite der Anklage

Anna Stavickaja – Absolventin der staatlichen juristischen Akademie Moskau. Seit 1997 als Rechtsanwältin tätig. 2004 verteidigte sie Ljudmila Wassilowskaja, Organisatorin der Ausstellung „Vorsicht, Religion!“. 2010 verteidigte sie Jurij Samodurow und Andrej Jerofeew, die nach dem Art. 282 Strafgesetzbuch der Russischen Föderation angeklagt wurden, für die Organisation der Ausstellung „Verbotene Kunst – 2006“.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Verteidigerin

Katja Samuzewitsch – (* 1982) Politische Aktivistin und Performancekünstlerin der Gruppe „Pussy Riot“ in Russland.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Expertin für den Fall „Pussy Riot“

Dmitri Gutow – (* 1960) Russischer Künstler. Er stellt sich in die Tradition der sowjetischen Kunst der 1920er und 1930er Jahre, und beruft sich insbesondere auf den marxistischen Kunsttheoretiker Michail Lifschitz (1905–1983). Gutow arbeitet mit Malerei, Installation, Fotografie und Video.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Experte für zeitgenössische Kunst.

Anton Nikolaew – Kurator der Ausstellungen für zeitgenössische Kunst, Künstler, Journalist und Sozialaktivist. Gründer der Gruppe „Bombily“. Zusammen mit der Künstlerin Viktoria Lomasko ist er Autor des Buches „Verbotene Kunst“. Dies ist eine Comic-Reportage über den Gerichtsprozess gegen die Organisatoren der Ausstellung „Verbotene Kunst – 2006“
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Reporter

Jekaterina Degot - (* 1958) russische Kuratorin, Kunstkritikerin, Kunstwissenschaftlerin und Expertin für russische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie ist korrespondierendes Mitglied der russischen Akademie der Künste.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Expertin an der Seite der Verteidigung

Alexander Schaburow – russischer Künstler. Mitglied der Künstlergruppe „Blue noses“. Er ist Autor der ausgestellten Reihe „Ruhm für Russland“/“Ehre sei Russland“ in der Austellung „Verbotene Kunst – 2006“.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Experte für den Fall „Verbotene Kunst – 2006“

Tatjana Antoschina – russische Künstlerin. Ihre Kunstwerke wurden in der Ausstellung „Vorsicht, Religion!“ ausgestellt.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Expertin für den Fall „Vorsicht, Religion!“

Wladimir Sergejew – Präsident der Vereinigung „Combat Sambo“. Er zerstörte u.a. die Ausstellung „Vorsicht, Religion!“, da er seine religiösen Gefühle verletzt sah.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Zeuge für den Fall „Vorsicht, Religion!“

Michail Ryklin - ein russischer Philosophie-Professor und Autor. Er lebt derzeit in Berlin. Seine Frau Anna Altschuk wurde als Kuratorin der Ausstellung „Vorsicht, Religion!“ angeklagt. Den Aussagen ihres Mannes zufolge, wurde auf sie ein großer Druck ausgeübt, sodass sie 2008 Suizid beging.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Zeuge für den Fall „Vorsicht, Religion!“

Jelena Wolkowa - Kulturwissenschaftlerin, Expertin auf dem Gebiet der Religion und Kunst. Bis 2011 unterrichtete sie an der Fakultät für Fremdsprachen an der Moskauer Unterversität. Expertin beim Gerichtsprozess von Pussy Riot. Zusammen mit Irina Karatsuba wurde sie am 21. Februar 2013 in der Christus-Erlöser-Kathedrale bei dem Versuch in Balaklavas Blumen auf den Voraltar zu legen festgenommen.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Expertin für den Fall von Pussy Riot

Viktoria Lomasko – Moskauer Künstlerin. Ihre Arbeiten verordnen sich im Genre des sozial-dokumentarischen Comics. Zusammen mit dem Künstler Anton Nikolaev ist sie Autorin des Buches „Verbotene Kunst“.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Gerichtszeichnerin

Andrej Jerofejew – russischer Kunstwissenschaftler und Kurator. 2007 wurde ein Gerichtsprozess gegen ihn eingeleitet. Wegen seiner kritischen Ausstellung „Verbotene Kunst – 2006“ wurde er angeklagt, Hass und Feindseligkeit geschürt zu haben.

Andrej Kowalenko – Leiter der internationalen Eurasischen Bewegung. Einer der Angreifer einer Ausstellung, die Pussy Riot gewidmet war.
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Experte für den Fall „Vorsicht, Religion!“

Waleri Korowin – russischer Politologe, Journalist, politischer Aktivist, Direktor für geopolitische Expertisen, stellvertretender Leiter des Zentrums fpr Konservative Studien. Mitglied des Eurasischen Ausschuss, der stellvertretende Chef des Internationalen Eurazian Bewegung, Herausgeber der Website "Eurasia " ( www.evrazia.org ).

Dmitri Enteo - Orthodoxer Aktivist. Er nahm an verschiedenen Aktionen gegen „Pussy Riot“ Anhänger teil. Er ist bei der missionarischen Bewegung zu Ehren von St. Daniel.

Wladimir Chomjakow - TV-Journalist , Co-Vorsitzender des Interregionalen Public Movement "Norodnyj Sobor". Nach seinem Abschluss an dem Moskauer Luftfahrtinstitut, diente er in der Armee, und arbeitete dann in der Rüstungsindustrie und Komsomol. Seit 1995 arbeitete er als TV-Journalist, Redakteur, Kommentator und Kolumnist .
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Experte für den Fall „Verbotene Kunst - 2006“

Gleb Jakunin – sowjetischer und russischer Geistlicher sowie politischer Aktivist. Priester der nicht kanonischen Apostolischen Orthodoxen Kirche, ehemaliger Priester der russisch-orthodoxen Kirche. Dissident und Mitglied der Moskauer Helsinki-Gruppe. Mitglied des Obersten Sowjets der RSFSR (1990) und der Staatsduma (1993-1995 ) .
Bei „Die Moskauer Prozesse“: Experte für den Fall „Vorsicht, Religion!“

Wsewolod Tschaplin - ist Erzpriester der Russisch-Orthodoxen Kirche. Im März 2009 Ernennung zum Vorsitzenden der Abteilung der heiligen Synode des Moskauer Patriarchats für Beziehungen zwischen Kirche und Gesellschaft.

Alexei Kurajev - religiöse und öffentliche Persönlichkeit. Erzdiakon der russisch-orthodoxen Kirche, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaft der Staatlichen Universität Moskau, Schriftsteller, Theologe. Von 2004 bis 2013 Professor der Moskauer geistigen Akademie.

Marat Gelman – russischer Galerist. In seiner Moskauer Galerie hat Gelman auch Werke von umstrittenen Aktionskünstlern wie Oleg Kulik oder Alexander Brener oder der Gruppe "Die blauen Nasen" ausgestellt bzw. diesen Künstlern Raum für ihre Aktionen gegeben. Von 2008 bis Juni 2013 leitete Gelman in der Stadt Perm das Museum für zeitgenössische Kunst.

Alexej Beljaew-Gintowt - russischer Künstler. Er studierte an der Moskauer Hochschule für Architektur. 2008 - Gewinner des Kandinsky-Preises- Projekt des Jahres für „Daughterland“
u. a.

BIOGRAFIE UND FILMOGRAFIE
MILO RAU (Buch & Regie)

Milo Rau, * 1977 in Bern, studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Zürich und Berlin, u.a. bei Pierre Bourdieu. Ab 1997 erste Reportagereisen (Chiapas, Kuba), ab 2001 tätig als Korrespondent für die NZZ, ab 2003 Inszenierungen an Theatern im In- und Ausland, u. a. am Maxim-Gorki-Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden, HAU Berlin, Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Teatrul Odeon Bukarest und Beursschouwburg Brüssel. Milo Raus Theaterinszenierungen, für deren Produktion und Auswertung er 2007 das IIPM gründete , wurden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen – 2012/13 u. a. ans „Berliner Theatertreffen“, ans „Noorderzon Festival Groningen“, an die “Wiener Festwochen”, ans “Kunstenfestival Brüssel” und ans Festival „Radikal Jung“, wo er mit dem Regie- und Kritikerpreis ausgezeichnet wurde. Neben seiner Arbeit für Bühne und Film ist Milo Rau als Dozent für Regie, Kulturtheorie und soziale Plastik an Universitäten und Kunsthochschulen tätig. Seine Inszenierungen, Aktionen und Filme (u. a. “Montana”, “Die letzten Tage der Ceausescus”, “Hate Radio”, “City of Change”, “Breiviks Erklärung”, “Die Moskauer Prozesse”, “Die Zürcher Prozesse”) wurden u. a. ans Festival d’Avignon eingeladen, zum Prix de Soleure nominiert und touren durch die ganze Welt. Der Schweizer “Tagesanzeiger” nannte ihn kürzlich den “meistbegehrten Regisseur dieser Tage”, das deutsche Wochenmagazin “Der Freitag” den “umstrittensten Theaterregisseur seiner Generation”.

Filmographie (Auswahl):

  • „Hate Radio“, Fernseh-Dokumentarfilm, 2012, 60’, HDCam, Produktion des IIPM in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen, Erstausstrahlung 6. April 2013, Schweizer Fernsehen/3Sat. Buch & Regie.
  • „City of Change“, Kino-Dokumentarfilm, 2011, 70’, HDCam, Produktion des IIPM in Zusammenarbeit mit dem Festival Belluard Bollwerk International, Buch & Regie (gemeinsam mit Marcel Bächtiger).
  • „Die letzten Tage der Ceausescus“, Kino-Dokumentarfilm, 2010, 80’, Produktion des IIPM in Zusammenarbeit mit NFP Berlin und Langfilm Zürich, Buch & Regie (gemeinsam mit Marcel Bächtiger).

Veröffentlichungen (Auswahl):

  • „Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft“ (2013, Verlag Kein&Aber Berlin/Zürich)
  • „Die Enthüllung des Realen “ (2013, Verlag Theater der Zeit Berlin)
  • “Die letzten Tage der Ceausescus“ (2010, Verbrecher Verlag Berlin)

IIPM – INTERNATIONAL INSTITUTE OF POLITICAL MURDER

Das IIPM – International Institute of Political Murder wurde vom Regisseur und Autor Milo Rau im Jahr 2007 mit Sitz in der Schweiz und in Deutschland gegründet zur Produktion und internationalen Verwertung seiner Theaterinszenierungen, Aktionen und Filme. Die bisherigen Produktionen des IIPM stießen international auf große Resonanz und stehen für eine neue, dokumentarisch und ästhetisch verdichtete Form politischer Kunst. Für die Jahre 2013/14 nimmt das IIPM, dessen aktuelle Produktionen (der Film „Die Moskauer Prozesse“, die szenische Ausstellung „Die Enthüllung des Realen“ und die Projektreihe “You will not like what comes after America“) u. a. vom Goethe Institut, der Kulturstiftung des Bundes, 3Sat, dem Schweizer Fernsehen und dem Staatsminister für Kultur und Medien koproduziert werden, am Programm der Basisförderung durch den Berliner Senat Teil.
Seit der Gründung konzentriert sich das IIPM auf die multimediale Bearbeitung historischer oder gesellschaftspolitischer Konflikte: Unter anderem holte die Produktionsgesellschaft die Erschießung des Ehepaars Ceausescu ("Die letzten Tage der Ceausescus"), den ruandischen Völkermord ("Hate Radio") und den norwegischen Terroristen Anders B. Breivik ("Breiviks Erklärung") auf die Bühne, boxte per Theaterperformance das Ausländerstimmrecht ins Parlament einer Schweizer Stadt ("City of Change") und hob im vergangenen Frühjahr mit zwei mehrtägigen Justiz-Spektakeln ("Die Moskauer Prozesse" und "Die Zürcher Prozesse") ein völlig neues Theaterformat aus der Taufe. Von Debatten weit über die Kunstwelt hinaus begleitet, touren die vom IIPM produzierten Filme, Videoinstallationen, Peformances und Inszenierungen aktuell in mehr als 20 Ländern weltweit - zuletzt wurde die "zutiefst berührende" (Le Monde) Inszenierung "Hate Radio" auf dem World Theater Festival Tokio, dem Grec Festival Barcelona und dem Festival d'Avignon euphorisch gefeiert. "Mehr Wirkung kann Dokumentartheater kaum provozieren", urteilte die "Basler Zeitung" über Milo Raus Lecture-Performance "Breiviks Erklärung", die nächste Spielzeit nach zahlreichen Stationen im EU-Parlament Brüssel und in Oslo zu sehen sein wird. Die Produktion "Die Moskauer Prozesse", zu der aktuell in Kooperation mit Fruitmarket Kultur und Medien GmbH eine Kinofassung und mit dem Verbrecher Verlag Berlin eine Buchfassung entsteht, führte zu einer internationalen Debatte über Kunstfreiheit und Zensur. Zu den „Zürcher Prozessen“ entstand – wie auch zu den Produktionen „Die letzte Tage der Ceausescus“ und „Hate Radio“ – ein Fernsehfilm, der auf 3Sat und im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Im November 2013 fand in den Sophiensaelen (Berlin) unter dem Titel „Die Enthüllung des Realen“ eine Retrospektive zur Arbeit des IIPM statt, anlässlich der Ausstellung erschien im Verlag „Theater der Zeit“ eine gleichnamige Monographie mit Beiträgen von u. a. Elisabeth Bronfen, Heinz Bude, Sandra Umathum, Michail Ryklin und Christine Wahl, die das „Realtheater“ (Alexander Kluge) des IIPM aus verschiedenster Perspektive beleuchten. Nach Einzelausstellungen in Österreich (Kunsthaus Bregenz 2011, Akademie der Bildenen Künste Wien, 2013) und der Schweiz (migrosmuseum für gegenwartskunst Zürich 2011, KonzertTheaterBern, 2013) handelte es sich dabei um die erste Retrospektive zur Arbeit Milo Raus und des IIPM im deutschsprachigen Raum, die in der Presse heiss diskutiert wurde.

BIOGRAFIE UND FILMOGRAFIE
ARNE BIRKENSTOCK (Produzent)

Geboren 1967. Autor, Regisseur und Filmproduzent. Studium der Volkswirtschaft, Politik, Geschichte und Romanistik in Köln, Buenos Aires und Córdoba. Längere Auslands- und Studienaufenthalte in den USA und Argentinien. Produzent, Regisseur und Autor erfolgreicher Kino-Dokumentarfilme wie „12 Tangos – Adios Buenos Aires“, „Chandani und Ihr Elefant“ (Deutscher Filmpreis als „Bester Kinderfilm“ 2011) und „Sound of Heimat“. Seit 2004 Gründer und Inhaber der Kölner Filmproduktionsfirma Fruitmarket Kultur und Medien GmbH. Lehr-, Referenten und Gutachtertätigkeit für die Bereiche Filmproduktion und Dokumentarfilmregie, sowie zu kultur- und medienpolitischen Themen u.a. an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, dem TP2 Talent Pool Mitteldeutschland, der HFF Konrad Wolf in Potsdam, sowie dem Internationalen Kunstmanagement Studiengang CIAM in Köln und Düsseldorf. Autor verschiedener Sachbücher und Studien, u.a. für den Deutschen Taschenbuchverlag, das Adolf Grimme Institut, die Staatskanzlei NRW, das Bundesfamilienministerium und den Kölner Kulturrat. Arne Birkenstock engagiert sich im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK), im Kuratorium von AFS Interkulturelle Begegnungen und im Beirat des KunstSalon. Er ist Mitglied im European Documentary Network (EDN), in der Deutschen Filmakademie und in der European Film Academy. Arne Birkenstock lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Köln.

FILME (AUSWAHL):

  • „Beltracchi. Die Kunst der Fälschung“ (AT), Kino-Dokumentarfilm in Postroduktion, 90‘, HDCam & 35mm, Fruitmarket Kultur und Medien GmbH und Tradewind Pictures in Koproduktion mit Telepool, Senator und Global Screen, gefördert von Film- und Medienstiftung NRW, BKM und DFFF, Buch, Regie & Produktion, Kinostart Anfang 2014
  • „Sound of Heimat – Roadmovie zur deutschen Volksmusik“, Kino-Dokumentarfilm, 2011, 90‘, HDCam & 35mm, in Zusammenarbeit mit dem WDR, gefördert von der Filmstiftung NRW, FFA, BKM, DFFF und Mitteldeutscher Medienförderung, Buch, Regie (gemeinsam mit Jan Tengeler) & Produktion
  • „Chandani und Ihr Elefant“ Kino-Dokumentarfilm 2009, 86 Minuten, HDCam & 35mm, Produktion der Fruitmarket Kultur & Medien GmbH & Tradewind Pictures GmbH in Koproduktion mit SWR, WDR, in Zusammenarbeit mit ARTE und YLE Finnland, gefördert von der Filmstiftung NRW, FFA und BKM. Buch, Regie & Produktion.

AUSZEICHNUNGEN & FESTIVALS (AUSWAHL):

  • Auszeichnung des Films „Chandani und ihr Elefant“ als bester programmfüllender Kinderfilm mit der Lola in Gold (Deutscher Filmpreis 2011).
  • Wettbewerbsteilnahme von „Chandani und ihr Elefant“ bei „Sprockets“, dem Kinderfilmfestival des Toronto International Film Festival im April 2011
  • Auszeichnung zum Besten Dokumentarfilm beim Chicago International Children’s Film Festival 2010 für „Chandani und ihr Elefant“
  • Wettbewerbsteilnahme beim internationalen Tier- und Naturfilmfestival NaturVision 2010 von "Chandani - Die Tochter des Elefantenflüsterers"
  • Wettbewerbsteilnahme beim Goldenen Spatzen 2010 von „Chandani – Die Tochter des Elefantenflüsterers“

VERÖFFENTLICHUNGEN (AUSWAHL):

  • “Tango. Geschichte und Geschichten” (1999, Deutscher Taschenbuchverlag, 340 Seiten mit Audio-CD), Sachbuch zusammen mit Helena Rüegg
  • „Drehbuchausbildung und Drehbuchförderung in Deutschland – Eine Wirkungsanalyse“, Studie des KunstSalon e.V. im Auftrag der Staatskanzlei NRW (2001)
  • „Salsa, Samba, Santería - Lateinamerikanische Musik.” (2002, Deutscher Taschenbuchverlag, 330 Seiten mit Audio-CD), Sachbuch zusammen mit Eduardo Blumenstock
  • Leitbild: Kunststadt – Ausgangslage und Handlungsoptionen für eine strategische Positionierung Kölns als Stadt der Künste“, Studie im Auftrag des Kölner Kulturrat e.V., September 2003
  • „Familienbilder und Familienthemen im deutschen Fernsehen“, gemeinsam mit Irmela Hannover, Studie für das Adolf-Grimme-Institut und das Bundesfamilienministerium, Köln 2005

PRESSESTIMMEN ZU DER THEATERINSZENIERUNG
„DIE MOSKAUER PROZESSE“ (Auswahl)

Julia Smirnova in der Welt (5.3.2013):
"Die realen Verhandlungen wie etwa der Prozess gegen Pussy Riot mit seinen absurden
Dialogen, politischen Aktionen auf der Straße, grotesken Charakteren und Stand-Ups der einzelnen Beteiligten erinnerten bereits an eine Theatervorstellung. (...)

„Im Sacharow-Zentrum (...) fand eine Debatte statt, die in keinem russischen Gericht
möglich wäre.“

Dirk Pilz in der Neuen Zürcher Zeitung (5.3.2013):
"In teilweise scharf geführten, mitunter turbulenten Debatten, (...) wurde schnell klar, dass diese 'Moskauer Prozesse' den Kern der russischen Gesellschaft betreffen: ihre offenkundig ungeklärte Identität.“

"Milo Rau ist mit seinem Projekt damit etwas sehr Seltenes gelungen: Er hat zu einer Form von politischer Installationskunst gefunden, die sich freimacht von vordergründiger
Pädagogik. Für ihn ist anders als oftmals im politischen Theater, die Bühne keine
moralische, sondern eine im besten Sinne intellektuelle Anstalt: Sie nimmt die Teilnehmer wie die Zuschauer als Selbstdenker ernst."

„Milo Rau hat binnen drei Tagen diese drei Prozesse nicht nachinszeniert, sondern neu
aufgerollt, als Schau-Prozess mit offenem Ausgang.“

Tim Neshitov in der Süddeutschen Zeitung (5.3.2013):
„Dass Rau seinen länger geplanten 'Moskauer Prozessen' noch das Pussy-Riot-Verfahren hinzufügte, bescherte dem Stück nicht nur ungeheure Aufmerksamkeit, sondern machte aus einer theatralischen Exhumierung eine Operation am offenen Herzen".

Johannes Voswinkel in der Zeit (7.3.2013):
"Mit seinem dokumentarischen Theater trifft Rau in Moskau den Ton der Zeit."

Masha Gessen in der New York Times:
„As I sat in the audience, tweeting the action, I realized I was reporting the pretend trial the same way I would report a real one. I found myself paying close attention to the rhetoric used by the prosecution, which was being represented by one young lawyer and one actual prominent Russian Orthodox television personality. With the immigration police in the hall and the Cossacks just outside and ready to pounce, the words spoken by these people could have real-life consequences.“

Christine Wahl in Der Tagesspiegel (online 27.10.12)
»Wohl dem Theater, das solche Mechanismen offenlegt.«

Neue Züricher Zeitung:
»Raus Engagement für das Theater und seine Theorien kennt keine Grenzen.«

»Wo das Verstehen aufhört, da beginnt Milo Raus Theaterarbeit.«

Tagesanzeiger:
»Der meistbegehrte Regisseur dieser Tage.«

Iswestja:
»Dass politisches Theater möglich ist, beweist Milo Rau.«

Der Freitag:
» Der umstrittenste Regisseur seiner Generation!«

http://www.the-moscow-trials.com/