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CREDITS

CAST UND CREW

Marta
Jeanette Hain

Natascha
Lilli Fichtner

Beta
Dietmar Mössmer

Cappa
Nikolai Kinski

Abramowitsch
Heinrich Rolfing

Hausmeister
Bernard Marsch

Walter
Basil Felder

Kinder Ukraine
Juri Abramowitsch
Boris Abramowitsch

Kinder Tessin
Loris Arpone
Elia Kaegi
Luca Bonzani
Egon Calabresi
Dominic Leuthardt
Dominik Herzog
Rocco Rampazzi

Produzenten
Donatello Dubini
Cardo Dubini
Fosco Dubini

Drehbuch
Barbara Marx
Donatello Dubini
Fosco Dubini
Heike Fink

Regie
Fosco Dubini

Dramaturgische Beratung
Barbara Marx

Assistenz
Ariane Kessissoglou

Produktion
Ewa Borowski
Mischa Marx

Redaktion
Gabriella de Gara
Giulia Fretta

Drehorte Schweiz
Locarno, Ascona, Lodrino, Malvaglia, Biasca, Klöntalsee, Hagerbach, Glacier de la Plaine morte

Drehorte Ukraine
Sevastopol, Balaklava, Cheresones, Ikerman, Hursuf

Drehorte Deutschland
Köln, Dresden, Lünen, Dortmund

Finanzierung
Bundesministerium für Kultur BKM
Film- und Medienstiftung NRW
Suissimage
Radiotelevisione Svizzera Italiana RSI
Succès passages antennes, SRG SSR
Bundesamt für Kultur BAK (Drehbuch)
MEDIA (Development)

Tre Valli Filmproduktion Zürich - Dubini Filmprodukion Köln - © 2013


Die innere Zone


Ein Film von Fosco Dubini

Kinostart: 31. Juli 2014


Trailer

Stadt  Kino  Termin   Info   
Berlin  Brotfabrik  ab 31.07.2014     
Berlin  Ladenkino  ab 07.08.2014     
Buckow  Park-Lichtspiele  ab 21.08.2014     
Dortmund  Sweet Sixteen  ab 31.07.2014     
Düsseldorf  Bambi  ab 31.07.2014     
Düsseldorf  Filmwerkstatt  23.10.2014  Fosco Dubini zu Gast   
Essen  Galerie Cinema  ab 31.07.2014     
Frankfurt  Mal Seh'n  ab 31.07.2014     
Freiburg  Friedrichsbau  ab 31.07.2014     
Hamburg  3001  02.08. + 03.08.2014     
Hannover   Künstlerhaus  24.07. - 30.07.2014     
Köln  Astor Filmlounge  06.07.2014  Premiere   
Köln  Filmpalette  ab 24.07.2014     
Nürnberg  Casablanca  ab 31.07.2014     
München  Monopol  28.08.2014  Fosco Dubini und Dietmar Mössmer zu Gast   
München  Maxim  ab 18.09.2014     

ZUM PROJEKT

DIE INNERE ZONE hat die realen Ereignisse des 21. Januar 1969 zum Ausgangspunkt. An diesem Tag ereignete sich in einem atomaren Testreaktor tief in einem Tunnel in den Schweizer Alpen ein Unfall, vergleichbar der Kernfusion in Tschernobyl oder Fukushima. Der unterirdische Tunnel konnte geschlossen werden, bevor radioaktive Strahlung austrat. Der Unfall wurde geheim gehalten und ist bis heute in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.

Im Jahre 2023 erhält die Psychologin Marta den Auftrag, eine Tunnelbaustelle aufzusuchen, aus der ein unbekanntes Luftgemisch austritt, das bereits das Binnenklima des evakuierten Tales verändert hat. Marta soll die drei noch vor Ort verbliebenen Ingenieure kontaktieren, die Symptome von Verwirrung und Paranoia zeigen.

 

 

ZUM FILM


Der Film bezieht sich auf die realen Ereignisse des 21. Januar 1969. An diesem Tag ereignete sich in einem atomaren Testreaktor tief in einem Tunnel in den Schweizer Alpen ein Unfall, vergleichbar der Kernfusion in Tschernobyl oder Fukushima. Der unterirdische Tunnel konnte geschlossen werden, bevor radioaktive Strahlung austrat. Der Vorfall wurde geheim gehalten und ist bis heute in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.

Im Jahre 2023 erhält die Psychologin Marta den Auftrag, eine Tunnelbaustelle aufzusuchen, aus der ein unbekanntes Luftgemisch austritt, das bereits das Binnenklima des evakuierten Tales verändert hat. Marta soll die drei noch vor Ort verbliebenen Ingenieure kontaktieren, die Symptome von Verwirrung und Paranoia zeigen.


Marta selbst hat im Vorfeld an einem Biosphärenprojekt teilgenommen. Während der Isolation wurde ihr Gehirn durch den reduzierten Sauerstoffanteil so beeinträchtigt, dass sie nun unter Halluzinationen leidet und ihre Erinnerungen und Wünsche nicht mehr spontan auseinander halten kann. Allerdings hat sie Methoden des Umgangs mit dem Phänomen entwickelt, die sie nun für die Aufgabe in dem sonderbaren Tal besonders befähigen.


Das Eindringen in das Tal und in immer tiefere Stollensysteme gerät schon bald zur obsessiven Suche nach den Spuren des persönlichen Verlusts. Je mehr die Orientierung im Tunnel verloren geht, desto mehr überlagern sich die Erinnerungen und Wunschprojektionen von Marta. Auf ihrer Reise ins Innere begegnet sie Walter wieder, der auch in den verheerenden Unfall im Biosphärenreservoir verwickelt war und nun einen ganz eigenen Umgang mit den Halluzinationen entwickelt hat.


Die Idee von DIE INNERE ZONE kreist um die möglichen Auswirkungen des Verlusts natürlicher Umwelten auf individuelle und kollektive Vorstellungen. Was passiert, wenn Erinnerung und Imagination von intakter Lebenswelt auf zerstörte Umwelten trifft? Wie verändert der Klimawandel selbst Erinnerung und Imagination? Tritt an ihre Stelle eine kollektive Amnesie, die nur medial, mit Bildern, also künstlich wieder aufgefüllt werden kann?

DIE INNERE ZONE lehnt sich an die Sciencefiction-Filmkultur der sechziger Jahre an. Die Reise in fremde Welten wird zu einer Reise ins eigene Innere.

 

 

INTERVIEW MIT FOSCO DUBINI


Wie kam es zu der Idee, einen Science-Fiction Film in den Alpen zu drehen?

Ich komme ursprünglich aus dem Tessin und so habe ich über Jahre andauernd die Alpen überquert. Das war auch schon so, als ich ein Kind war und wir in Zürich wohnten. Mit dem Auto waren das abenteuerliche Reisen über schmale Bergstrassen. Im Winter wurde die Passstrasse geschlossen und die Autos auf einen Zug verladen und durch den Gotthardtunnel geschickt. Es war dunkel und unheimlich da der Tunnel nicht beleuchtet war, das Wasser tropfte auf das Auto und es dauerte endlos lang. Man fühlte sich wie in einem verlorenen Raumschiff.

Das ist heute nicht mehr ganz so dramatisch. Es gibt einen Autobahntunnel mit Gegenverkehr. Seit etwa 20 Jahren wird wieder an einem neuen Tunnel gearbeitet. Mit 57 km soll es der längste Tunnel der Welt werden. Die Arbeiten haben sich zwar immer wieder verzögert, aber in einigen Jahren wird er wohl fertig sein, wenn nicht noch etwas unvorhersehbares dazwischen kommt. Bei einem Tunnel geht man immer davon aus, dass man auf der anderen Seite herauskommt. Warum eigentlich?


In dem Film wird ein Tal evakuiert, weil ein Luftgemisch aus einem Stollen entweicht und das Binnenklima verändert?

Auch hier beziehen wir uns auf reale Ereignisse. Der Gotthard ist für die Schweiz ein Mythos. Das ganze Land wurde um diesen Berg herum konstruiert. Zunächst die Passstrasse, dann im 19. Jahrhundert der Eisenbahntunnel, im Zweiten Weltkrieg die Bunker, die dann während des Kalten Kriegs weiter ausgebaut wurden. Der ganze Berg scheint durchlöchert von den verschiedensten Stollen.

Es wurde auch ein Stollen geplant für eine Explosion einer Atombombe. Dazu kam es zum Glück nicht. Damit nicht alle Länder Atombomben bauen, haben die Amerikaner den Ländern, die darauf verzichteten, einen Atomreaktor  ‚geschenkt’. Sie sollten so an der ‚unerschöpflichen’ Energie teilhaben. Wie wir alle wissen, hat das so nicht funktioniert und der Atommüll wird uns noch Jahrhunderte beschäftigen. Wir haben darüber auch einen Film gedreht.

In Lucens wurde dann ein solcher Forschungsreaktor eingerichtet. Zu Beginn des Jahres 1969 kam es zu einer Kernschmelze, einem schweren Unfall, wie in Tschernobyl oder in Fukushima. Da der Reaktor in einem Stollen war, wurde einfach das Tor geschlossen, es ist nur wenig Radioaktivität ausgetreten. Der Vorfall wurde vertuscht, so dass sich heute eigentlich niemand mehr daran erinnert.

Die Luft, die im Film aus dem Tunnel kommt, ist also radioaktiv verseucht?

Nicht unbedingt, die Vorgabe für den Film war, dass ein Luftgemisch aus dem Tunnel austritt und der Sauerstoffgehalt reduziert ist. Wir haben dabei auch an die verschiedenen Biosphären-Projekte gedacht, die es in den 80er und 90er Jahren gab. Diese Projekte bezogen sich auf der einen Seite auf zukünftige Raummissionen bei denen Astronauten eine lange Zeit isoliert sein würden. Auf der anderen Seite bezogen sie sich auf die Zerstörung der Erde und die Möglichkeit, wie in einer Arche Noah zu überleben.

Das berühmteste Projekt ist wohl das ‚Biosphäre 2’ - Projekt  in der Wüste von Arizona. Es wurde nach zwei Jahren abgebrochen, weil Bodenmikroben zu einer unerwarteten Sauerstoffreduktion geführt haben.

Interessant waren die Auswirkungen auf die Bewohner dieser künstlichen Biosphären. Die Idee der psychischen Veränderungen der Versuchspersonen haben wir in dem Film aufgenommen.

Dann kam da noch ein Zufallsfund hinzu. In einem Zeitungsartikel wurde von einer Frau berichtet, die in eine Klinik eingeliefert wurde, weil sie durch einen Fahrradunfall eine Kopfverletzung erlitten hatte. Ein bestimmtes Areal im Gehirn wurde dabei verletzt und sie begann Stimmen zu hören, aber nicht ihre eigene Stimme, sondern fremde Stimmen. Der Fall ist auch medizinisch dokumentiert.

Diese Stimmen haben wir auf die Ebene der Bilder verlegt. Marta, die Hauptfigur in unserem Film, sieht solche Bilder. Wir haben sie ‚Echos’ genannt. Sie selbst kann diese ‚Echos’ nicht von ihren ‚tatsächlichen’ Erinnerungen unterscheiden. In der Vorgeschichte arbeitet sie als Psychologin in einem solchem Biosphärenprojekt, bei dem es zu einem Umfall kommt und zu einer Sauerstoffreduktion kommt. Marta hat diese eigenartigen Symptome. Auch die anderen Figuren im Tunnel leiden darunter.

Gibt es zu allen Elementen im Film ‚reale’ Vorgaben?

Ja, zu allen Ereignissen gibt es in der heutigen Realität eine Entsprechung, lediglich das Arrangement, also die Verknüpfung dieser verschiedenen Elemente, gibt es so nicht, das ist dann der Fiction-Anteil.

Was ist mit den ‚eingepflanzten Erinnerungen’?

Auch das ist heute in gewisser Weise schon möglich. Im Zusammenhang mit der Behandlung von Soldaten mit einem ‚Posttraumatischen Stresssyndrom’ sind Behandlungsmethoden entwickelt worden, bei denen ‚Erinnerungen’ ‚gelöscht’ werden oder anders gesagt ‚verarbeitet’ werden. Das geschieht mit bestimmten Medikamenten, die ähnlich wie Drogen auf das Gehirn einwirken, und mittels einer besonderen Therapie, um dann die traumatischen Erlebnisse neu zu verarbeiten. Die ‚Erinnerungen’ oder auch das was man ‚gelernt’ hat, sollen ja den Menschen davor schützen, sich noch ein Mal in eine negative Situation zu begeben. Ein Kind, dass sich die Hand auf einer Herdplatte verbrennt wird, das nicht vergessen und so die Hand nicht ein zweites Mal auf die Platte legen. Die Erinnerung an solche ‚schlechten Erfahrungen’ ist also ein natürlicher Schutz. Durch die ‚Therapie’ geht es dem Soldaten zwar besser, er ist aber auch für einen neuen Kriegseinsatz ‚repariert’, schließlich kostet die Ausbildung viel Geld.

In unserem Film funktioniert das so, dass durch eine Sauerstoffreduktion eine Art Höhenrausch entsteht und so ‚Echos’ auslöst werden. Die Figuren sehen diese Bilder, die sie für Erinnerungen halten.

In dem unterirdischen Labor werden diese ‚Echos’ gescannt und aufgezeichnet. Dann erfolgt eine Auswahl und diese einzelnen Bilder werden dann implementiert und von der Figur als ‚real’ angenommen. Natürlich weiß die Figur auch, dass sie sich dieser Prozedur unterzogen hat, es ist also auch eine Art von bewusster Selbsttäuschung, aber wer kann von sich behaupten, dass das punktuell nicht auch auf ihn zutrifft.

Wenn alles ‚real’ ist, wieso ist der Film dann ein Science-Fiction?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube es ist schon ein Science-Fiction Film, vielleicht nicht im landläufigen Sinn das Raumschiffe durch die Gegend fliegen. Es hat vielleicht mehr mit der Fragestellung zu tun, die der Film aufwirft. Wie unsere beiden letzten Filme ist auch dieser Film Drama, Heimatfilm, Abenteuerfilm und ein Reisefilm in einem, eine Reise in das eigene Innere.

Der Film erinnert an Tarkowski, an ‚Stalker’ und an ‚Solaris’?

Natürlich sind das Meisterwerke, die jeder gesehen hat und die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. ‚Solaris’ war ja auch eine Antwort auf ‚Odyssee 2001’ von Stanley Kubrick. Ein Science-Fiction Film kann sich also durchaus auf das Drama einer Figur konzentrieren. Tarkowski war ein formaler Referenzpunkt. Wir haben versucht, dem Film diesen eigenartigen ‚Retrolook’ zu geben.

War das ein Grund, warum Teile des Films in der Ukraine gedreht wurden?

Das war eher ein Zufall. Wir haben lange nach geeigneten Drehorten gesucht. Dabei sind wir auf Fotos von einer unterirdischen Anlage für U-Boote der sowjetischen Schwarzmeerflotte in Balaklawa gestoßen. Ein 800 Meter langer Stolle verbindet zwei Fjorde, sodass die U-Boote auf der einen Seite hinein und auf der anderen Seite herausfahren können. In der Mitte gibt es eine riesige unterirdische Anlage, wo sich Docks befinden und die U-Boote repariert und mit Atombomben bestückt werden können. Alles ist mit meterdicken Betonwänden und Stahltüren gesichert.

Das Interessante ist eigentlich, dass diese Bunker im Osten mit denen im Westen korrespondieren. Sie sind sich erstaunlicherweise sehr ähnlich, nur in den Details, wie zum Beispiel den Feuerlöschern mit den kyrillischen Buchstaben, unterscheiden sie sich.

Im Film haben wir die Szenen so montiert, dass man, ohne es richtig zu merken, von einem Stollensystem in ein anderes kommt. Das erzeugt eine eigentümliche Interferenz und beim Zuschauer ein unterschwelliges Gefühl der Verunsicherung.

Was sind ihre nächsten Projekte?

Der nächste Film spielt nicht in der Zukunft, sondern in der Vergangenheit, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Wüste von Arizona. Auch eine ‚wahre’ Geschichte, die aber vielleicht noch irrealer als ein Science-Fiction Film sein wird.

Ausserdem bereite ich mit Barbara Marx einen Spielfilm über den französischen Arzt und Schriftsteller Victor Segalen und seiner Reise zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach China vor. Auch eine reale Reise, aber eben auch Zeitreise und Projektion.

 

 

BIOGRAPHIE FOSCO DUBINI

Fosco Dubini wurde 1954 in Zürich geboren. Er studierte Theater, Film und Fernsehen an der Universität zu Köln und schloss sein Studium mit einer Arbeit über die Entwicklung des Schweizer Dokumentarfilms ab. Er unterrichtet seit 1991 an der Kunstschule ESAV/ESBA in Genf. Er erhielt den Förderpreis des Landes NRW 1987 und den Bayrischen Filmpreis 1991. Er lebt in Köln und Genf seit 1975.

FILMOGRAPHIE FOSCO DUBINI

  • Ludwig 1881 (1993)
  • Jean Seberg: American Actress (1995)
  • Thomas Pynchon: A Journey Into the Mind of P. (2001)
  • Die Reise nach Kafiristan (2001)
  • Hedy Lamarr: Secrets of a Hollywood Star (2005)

 

 

DUBINI FILMPRODUKTION

Die Dubini Filmproduktion stellt seit 1981 Dokumentarfilme und Spielfilme mit kulturellen und historischen Themen her. Der Film über Hedy Lamarr steht in einer Reihe mit Filmen, die Fosco und Donatello Dubini in den letzten Jahren geschrieben und produziert haben, die auf internationalen Festivals präsentiert und international vertrieben wurden. In den Filmen über Thomas Pynchon und Jean Seberg war schon das Interesse an dem Verhältnis von Europa und Amerika und dem Einfluss der populären Kultur ausschlaggebend. Bei Ettore Mjorana und dem Film über Klaus Fuchs stand das Interesse an technischen Entwicklungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Vordergrund, andere Filme, wie z.B. über Jürgen Kuczinski, hatten vor allem biographische Züge.

 

 

TRE VALLI FILMPRODUKTION

Die Tre Valli Filmproduktion wurde 1991 in Giornico, im Tessin, für die Produktion des Spielfilms «Ludwig 1881» gegründet und ist dann 1992 nach Zürich übergesiedelt. Am 10.12.2007 wurde die Personengesellschaft in eine GmbH umgewandelt.
Die Tre Valli Filmproduktion produziert Spielfilme und Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen, beteiligt sich an ausländischen Produktionen und bietet Dienstleistungen für Dreharbeiten in der Schweiz an.
Bisher wurden Koproduktionen mit Deutschland, den Niederlanden und Kanada durchgeführt. Neben den verschiedenen Filmförderungen wurde mit der SRG, WDR, BR, ZDF, ARTE, 3SAT und anderen Fernsehanstalten zusammengearbeitet.
Der erste Spielfilm der Tre Valli Filmproduktion «Ludwig 1881» mit Helmut Berger in der Rolle des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. hat im Jahre 1993 neben anderen Preisen auch den Filmpreis der Stadt Zürich erhalten.

 

 

HISTORISCHE HINTERGRÜNDE DES FILMS

Das Versuchskraftwerk Lucens wurde im Verlauf der 1960er Jahre nahe des Waadtländer Städtchen Lucens unterirdisch erbaut. Es ist der erste und einzige rein schweizerische Reaktor, keine drei Kilometer vom Ortskern entfernt. Nach kurzer Betriebszeit ereignete sich am 21. Januar 1969 ein Unfall, bei dem es aufgrund von Problemen mit dem Kühlsystem zu einer partiellen Kernschmelze und der Explosion eines Druckrohrs kam. Radioaktive Gase entwichen in die unterirdische Kaverne, die aber isoliert und versiegelt werden konnte. Personen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Anlage erlitten durch den Unfall keine unzulässigen Strahlendosen. Heute wird er auf der INES-Skala als Ereignis der Stufe 5 klassifiziert und gilt als einer der schwersten in der Geschichte der Atomenergie.
Der Unfall hatte kaum politische Folgen und auch die Wirtschaft hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits Interesse an der Anlage verloren. Auch die Anti-Atomkraft Bewegung hatte sich noch nicht formiert und so wurde der Unfall nicht in das kollektiven Gedächtnis und das öffentliche Bewusstsein aufgenommen.

Quelle: http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/der-vergessene-atomunfall-von-lucens-1.18215229