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CREDITS

Besetzung:

Gottfried Böhm, Elisabeth Böhm geb. Haggenmüller, Peter Böhm, Paul Böhm, Stephan Böhm

Produktion: Carl-Ludwig Rettinger, Lichtblick Film- und Fernsehproduktion

Co-Produktion: Lisa Blatter, Jan Gassmann

Drehbuch: Maurizius Staerkle-Drux

Kamera: Raphael Beinder

Schnitt: Anika Simon BFS

Land: Deutschland, Schweiz 2014

Laufzeit: 87 Minuten

Verfügbare Formate: DCP

Sprache: Deutsch


DIE BÖHMS
– ARCHITEKTUR EINER FAMILIE

Ein Film von Maurizius Staerkle-Drux

Kinostart: 29. Januar 2015

Trailer

Stadt  Kino  Termin  Info   
Bad Endorf  Maria´s Kino  26.09.+27.09.2015     
Berlin  Hackesche Höfe  ab 10.09.2015  Sa, 19.9. 14.45 Uhr Regisseur zu Gast   
Bremerhaven  Cinemotion  06.09.2015     
Bühl  Blaue Königin  14.10.2015     
Buxtehude  KiK Kulturforum  25.06.2015     
Chemnitz  Clubkino  22.10.-28.10.2015     
Eichstätt  Filmstudio  ab 25.06.2015     
Erfurt  Kinoklub  22.-24.06.2015     
Flensburg  51 Stufen  26.+27.09.2015     
Halle  Zazie  15.10.2015     
Hanau  Kinopolis  24.06.2015  Hanauer Kinosommer   
Hannover  Raschplatz Kinos  14.10.+17.10.+18.10.2015     
Heilbronn  Koki  15.09.2015     
Hürth  Berli  05.05.2015     
Ketsch  Central  12.-15.07.2015     
Köln  Filmpalette  läuft immer noch  www.filmpalette-koeln.de   
Landshut  Kinoptikum  6.+7.10.2015     
Leutkirchen  Centraltheater  07.05. - 08.05.2015     
Lippstadt  Cineplex  28.06.2015     
Lörrach  Union  12.05.2015     
Lünen  Kinofest  12.-15.11.2015     
München  HFF  09.05.2015  im Rahmen des DOK.fest   
München  Werkstattkino  13.09.+20.09.2015     
Nürnberg  Casablanca  02.11.2015     
Oberstdorf  Kur Filmtheater  20.10.2015     
Pforzheim  Kommunales Kino  27.06.2015     
Regensburg  Wolfgangskirche  23.10.2015     
Weimar  Mon Ami  26.+27.06.2015     

Kurzinhalt

Gottfried Böhm gilt als wichtigster Architekt Deutschlands. Als Sohn eines Kirchenbauers ist er Patriarch einer Architektendynastie, zu der inzwischen seine Söhne Stephan, Peter und Paul gehören. Mit herausragenden Großbauten gelingt es ihnen, aus dem Schatten des berühmten Vaters zu treten. Aber nicht zuletzt die Krise der Baubranche in Deutschland schürt die Konkurrenz zwischen den Brüdern. Inzwischen 94 Jahre alt, arbeitet Gottfried noch täglich mit an ihren Planungs- und Konstruktionsvorhaben. Als seine Frau Elisabeth stirbt, ebenfalls Architektin und maßgebliche Inspirationsquelle aller vier Böhms, verliert die Familie ihr emotionales Zentrum. Hat die fragile Architektur des Familienbetriebs noch Zukunft? Über zwei Jahre hinweg hat der junge Filmemacher Maurizius Staerkle Drux die Arbeit und das Leben der Böhms begleitet und dabei ebenso anrührende Szenen wie auch konfliktgeladene Momente filmen können.
Der Film zeichnet ein ebenso intimes wie prägnantes Portrait – über die Komplexität und Untrennbarkeit von Leben, Liebe, Glaube und (Bau-)Kunst.

 

 

Synopsis

 

Bereits als Kind hat Gottfried Böhm im Büro seines Vaters Kirchenfenster gezeichnet. Dominikus hat in den 20er und 30er Jahren den Kirchenbau in Deutschland revolutioniert. Nach dem Studium der Bildhauerei und Architektur arbeitet Gottfried im Büro seines Vaters in Köln und reüssiert dort schon 1947 mit seinem ersten eigenen Bau der Kapelle „Madonna in den Trümmern“. Im zerstörten Rheinland kann er nach dem Krieg mehr als 50 Kirchen bauen, darunter als bekannteste die Wallfahrtskirche in Neviges. Die eigenwilligen, skulpturalen Beton-, Stahl- und Glasbauten schaffen Böhm weltweites Ansehen. 1986 wird er als erster und bisher einziger Deutscher mit dem Pritzker-Preis für Architektur, dem Pendant des Nobelpreises, ausgezeichnet.

Seine Frau Elisabeth hat ebenfalls in München Architektur studiert. Obgleich sie sich primär um die Familie kümmert, ist sie wichtige Inspiration und kritische Instanz – nicht allein für Gottfried, sondern auch für ihre Söhne. Im Garten des von Dominikus Böhm in Köln-Marienburg erbauten Familienanwesens bauen Stephan, Peter und Paul schon als Kinder ganze Dörfer aus Holz und Lehm. Heute betreibt jeder sein eigenes Architekturbüro, doch alle immer noch unter einem Dach – zusammen mit ihrem Vater. Es ist nicht leicht für sie, sich unter dem Markenzeichen „Böhm“ einen eigenen Namen zu machen. Aber allen dreien gelingt es, herausragende Großbauten zu realisieren: Stephan etwa mit der Hauptverwaltung der Deutschen Bahn in Frankfurt, Peter u.a. mit dem Museum Ägyptischer Kunst in München und Paul mit der Kölner Zentralmoschee.

Die Söhne vermeiden es, bei Wettbewerben gegeneinander anzutreten. Ansonsten herrscht ein „Konkurrenzverhältnis“. Bei der enormen Anzahl nationaler und internationaler Konkurrenten muss jeder der Brüder schauen, wo er bleibt und sei es manchmal auch auf Kosten des anderen. Während der Vater im zerstörten Nachkriegsdeutschland den Raum und die Aufträge hatte, sich zu entwickeln, muss Stephan nach China ausweichen. Auch dort hat der Name Böhm besonderen Klang, aber anstelle solider deutscher Baukunst erwartet man schnelle und billige Hochhäuser.

Der Umgang zwischen Bauherrn und Architekten hat sich unter dem Kostendruck verändert. Man verkehrt nicht selten per Gericht, wie etwa Paul und seine Auftraggeber bei der Zentralmoschee in Köln. Peter berichtet von „panischen Nächten“, die existenziell sind. Die vom Großvater und Vater ererbten handwerklichen, künstlerischen und sozialen Ambitionen lassen sich immer schwerer aufrecht halten. „Die Familie hat unter der Arbeit gelitten, aber manchmal hat auch die Arbeit unter der Familie gelitten...“ meint Gottfried.

Und dann stirbt Elisabeth. Viele Jahre lang hat sich Gottfried um seine demenzkranke Frau gekümmert. Ihr Tod trifft ihn bis ins Mark. „Manchmal wache ich morgens auf und weiß nicht, was ich tun soll“. Er kauft sich noch mal ein Auto und fährt in die geliebten Berge. Er besucht seinen Bruder und schlägt ihn, ungeachtet des Alters, wie immer im Tischtennis. „Aber ohne Arbeit kann ich nicht leben“. Noch immer sieht der 94 jährige seinen Platz am Zeichentisch.

Inzwischen studiert der erste Enkel von Gottfried Architektur. Die Leidenschaft in der Familie fürs Bauen scheint ungebrochen. Und schließlich gelingt es auch Gottfried, einen völlig neuen Bau zu realisieren: das Hans-Otto-Theater in Potsdam. Hier setzt er Elisabeth ein Denkmal, mit leichten, schwebenden Schalen, anstelle der wuchtigen Bauten der 60er Jahre.
Statt Betongrau in Rot, Elisabeths Lieblingsfarbe. Der Theaterbau am Havel-Ufer scheint selbst zu tanzen im Spiegel des vorbeiziehenden Flusses.

Über zwei Jahre hinweg hat der junge Filmemacher Maurizius Staerkle Drux die Arbeit und das Leben der Böhms begleitet und dabei ebenso anrührende Szenen wie auch konfliktgeladene Momente filmen können. Zusammen mit den eindrücklichen Bildern seines Kameramanns Raphael Beinder von den Böhm-Bauten, zeichnen sie ein prägnantes und emotional aufgeladenes Porträt einer einzigartigen Architektenfamilie.

 

 

Wichtigste Bauten/Städte

(Fett markierte Bauten kommen im Film vor)

Gottfried Böhm

  • Stadtbibliothek, Ulm
  • Hans Otto Theater, Potsdam
  • Universitätsbibliothek und Auditorium, Mannheim
  • Stadttheater, Itzehoe
  • Stadthaus, Rheinberg
  • Hochschule Bremerhaven, Bremerhaven
  • Rathaus und Kulturzentrum, Bocholt
  • Rathaus, Bensberg
  • Kinderdorf, Bensberg
  • Bürgerhaus Bergischer Löwe mit Theater, Bergisch Gladbach
  • Pfarrkirche St. Johannes-Baptist, Rheda
  • St. Rochus, Jülich
  • Pfarrkirche St. Christophorus, Oldenburg
  • Pfarrkirche Heilig Kreuz, Trier
  • Trier Dom, Sanierung & Restaurierung, Trier
  • Umnutzung St. Maximilian Kirche, Trier
  • Agentur für Arbeit, Trier
  • Pfarrkirche St. Anna, Wipperfürth-Hämmern
  • St. Joseph, Bochum
  • Heilig-Geist-Kirche, Essen
  • St. Hildegard, Sulzbach-Neuweiler
  • Amtsgericht Kerpen, Kerpen
  • Schlossumgebung & Neubau am Schloss, Saarbrücken
  • Pfarrkirche St. Albert, Saarbrücken
  • Wohnbebauung Thalstrasse, Saarbrücken
  • Wallfahrtskirche, Neviges
  • Diverse Bauten in Brasilien
  • Christi Auferstehung, Melaten, Köln
  • Maria in den Trümmern, St. Kolumba, Köln

Paul Böhm

  • Seminargebäude Universität, Köln
  • Arbeitsamt Trier, 2002
  • Islamisches Kulturzentrum, Köln (im Bau)
  • Kaufhaus P & C, Wuppertal, 2008
  • Kirche St. Theodor , Köln-Vingst, 2001

Peter Böhm

  • Kölnarena, Köln
  • Hochschule für Fernsehen und Film, München
  • Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München
  • Quartier Chronos, Hennef
  • Jugendfreizeitstätte „Anna Landsberger“, Berlin
  • St. Pius X, Hohenstein
  • Pfarrheim St. Wolfgang, Regensburg
  • Stadthaus "Technisches Rathaus", Köln

Stephan Böhm

  • Deutsche Bahn, Hauptquartier, Frankfurt
    Deutsche Bank, Luxemburg
    Schulungszentrum Berufsfeuerwehr, Köln
    Neugestaltung Maximilianstrasse, Speyer
    Rathaus Jockgrim
    Technologie Zentrum, Düsseldorf
    Div. Projekte in China in Planung und Bau

 

 

Statement des Regisseurs, DIE BÖHMS – ARCHITEKTUR EINER FAMILIE

“Über meine Kölner Verwandtschaft bestand eine langjähriger Freundschaft zur Familie Böhm. In Gottfried Böhm sah ich trotz des hohen Altersunterschieds einen im Geiste gleichaltrigen, neugierigen, und beeindruckenden Künstler. Mich interessierte von Anfang an, wie das Familien- und Arbeitsleben bei den Böhms nahzu grenzenlos ineinander verschmilzt.

Über mehr als zwei Jahre hinweg habe ich mit den Böhms in Köln zusammengelebt und den Film gedreht. Dabei wollte ich das Persönliche hinter den Fassaden entdecken und zeigen, dass in diesen mächtigen Bauten Emotionen zum Ausdruck kommen.”
Der Dokumentarfilm DIE BÖHMS – ARCHITEKTURE EINER FAMILIE wurde auf dem Dok.fest München mit dem 1. Preis für den besten Nachwuchsstoff ausgezeichnet. Auf dem Internationalen Filmfestival in Leipzig gewann der Film den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2014.

 

Jurybegründung in Leipzig:
„Der Film erzählt vielschichtig von der Liebe, der Leidenschaft für Architektur und vier Generationen deutscher Geschichte. Dem jungen Regisseur Maurizius Staerkle-Drux gelingt damit ein berührendes Portrait des 94-jährigen Architekten Gottfried Böhm und seiner Familie. Durch sensible Beobachtungen, intime Interviews und beeindruckende filmische Erkundungen eines außergewöhnlichen architektonischen Erbes schafft der Film einen bleibenden Eindruck der Gebäude und der Menschen.“

 

 

Maurizius Staerkle-Drux - Regisseur

Ist 1988 in Köln geboren und in Zürich aufgewachsen. Geprägt durch das Künstlerelternhaus bewegt sich Maurizius seit seiner Kindheit zwischen der Welt der Sprache und des Bildes, die im Film zusammenläuft. Seit seinem Hochschulabschluss an der Zürcher Hochschule der Künste arbeitet er als Tongestalter und Dokumentarfilmer.

Filmografie:

  • DIE BÖHMS - ARCHITEKTUR EINER FAMILIE / 2014 / 87min
    Arri Pitch Award 2012 / Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2014
  • WENN DER VORHANG FÄLLT / 2013 / 37min
    Schweizer Filmpreis in der Sektion Nachwuchs 2014
  • ZWISCHEN INSELN / 2011 / 62min
    Alexis Victor Thalbergpreis für innovativen Dokumentarfilm 2012
  • MIT LEID UND LIED / 2010 / 25min
    Alexis Victor Thalbergpreis 2011
  • PARADEPLATZ / 2009 / 4min
    Schweizer Kurzfilmpreis an den Jugendfilmtagen