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BIERBICHLER

Deutschland 2007 – 90 Min. – Beta SP / DVD

Buch und Regie: Regina Schilling

Kamera: Johann Feindt

Montage: Barbara Gies

Ton: Dieter Meyer, Patrick Veigel, Paul Oberle

Tonbearbeitung / Mischung: Kai Tebbel

Bildtechnik: Concept AV

Produktionsleitung: Tassilo Aschauer

Produktion: Thomas Kufus

Redaktion: Petra Felber (BR), Walter Greifenstein (BR), Martina Zöllner (SWB)

Eine zero one film Produktion, www.zeroone.de


BIERBICHLER

Ein Film von Regina Schilling

Kinostart: 13. März 2008


 

SYNOPSIS


Josef Bierbichler ist einer der renommiertesten Theater- und Filmschauspieler Deutschlands. Er spielt an allen großen deutschsprachigen Bühnen, in Zürich, am Wiener Burgtheater, der Volksbühne Berlin, der Schaubühne und wurde dreimal zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt. Für die Hauptrolle im Kinofilm WINTERREISE erhielt er 2006 den deutschen Filmpreis.

Die Filmemacherin Regina Schilling hat den Ausnahmeschauspieler über zwei Jahre begleitet, seine zeitweiligen Weggefährten Werner Herzog und Herbert Achternbusch und seine Geliebte Luisa Francia befragt, vor allem aber hat sie den Bauern- und Wirtssohn vom Starnberger See, der seit seiner Geburt 1948 im Gasthof der Familie lebt, zum Reden gebracht.

Bierbichler gibt offen Auskunft über seine Hassliebe zum Theater, über den Ursprung und die Sehnsucht nach der Kunst, darüber wie er mit dem Schauspielerdasein hadert und auf der Suche nach neuen Wegen ist. Er probiert andere Dinge aus, singt Mahler- und Eisler-Lieder, schreibt ein Buch („Verfluchtes Fleisch“). Man sieht ihn bei Theaterproben, folgt ihm während der Vorbereitungen zu seinem Theaterstück „Holzschlachten. Ein Stück Arbeit“, in dem er Schauspieler, Regisseur und Dramaturg in einer Person ist.


Foto © David Baltzer/Zenit

Besondere Momente erlangt der Film durch Bierbichlers tagebuchartige Videoaufzeichnungen in und um sein Gasthaus. Er hält Situationen fest, in denen er ansonsten kein Kamerateam zulässt.

Regina Schilling gelingt das komplexe Porträt eines zarten Berserkers, der die deutschen Bühnen und Filme (Werner Herzog "Herz aus Glas", Tom Tykwer "Die tödliche Maria", Michael Haneke "Code unbekannt", Hans Steinbichler ("Hierankl", "Winterreise") mit seiner unheimlichen, körperlichen Präsenz erfüllt. Ein querköpfiger Mensch, der radikal immer sich selbst aussetzt und anarchistisch gegen die Welt wütet und das Theater verließ, weil es ihm zu beschränkt für seine Grenzüberschreitungen war.

 

BIOGRAFIE JOSEF BIERBICHLER


Josef Bierbichler, geboren am 26.04.1948 in Ambach am Starnberger See, kommt schon in jungen Jahren mit der Schauspielerei in Berührung. Nach dem Schulabschluss im Internat Kloster Ettal und einer Ausbildung als Hotelfachmann gibt er sein Theaterdebüt bei der Würmseer Sommerfrischlerbühne in Holzhausen am Starnberger See. Im Alter von 23 Jahren wird Bierbichler an der renommierten Otto Falckenberg Schauspielschule in München angenommen und feiert in den nächsten Jahren zahlreiche Erfolge, unter anderem am Münchner Residenztheater. Mitte der siebziger Jahre lernt Bierbichler den Film- und Theatermann Herbert Achternbusch kennen – ein Freigeist und kritischer Querdenker wie er selbst, mit dem ihn in den folgenden Jahren neben der intensiven beruflichen Zusammenarbeit ("Bierkampf", "Heilt Hitler") auch eine enge, von einer Art Hassliebe geprägte Freundschaft verbindet.

Neben Achternbusch hat Bierbichler im Lauf seiner Filmkarriere mit Regisseuren wie Werner Herzog ("Herz aus Glas"), Tom Tykwer ("Die tödliche Maria"), Michael Haneke ("Code unbekannt"), Hans Steinbichler ("Hierankl", "Winterreise") und Jan Schütte gearbeitet, in dessen Film "Abschied" er den alten Bert Brecht verkörpert. In den meisten Rollen fällt Bierbichler durch seine außerordentliche körperliche Präsenz auf – wobei er seinen Figuren häufig eine melancholische Nachdenklichkeit verleiht, die bisweilen in spannendem Kontrast zu seiner massigen physischen Erscheinung steht.

Zwischen seinen Fernseh- und Kinorollen zieht es ihn jedoch immer wieder zurück ans Theater: unter anderem steht er in München, Hamburg, Wien, Berlin, Bochum auf der Bühne. Von der Fachzeitschrift "Theater Heute" wird er im Lauf seiner Karriere mehrfach zum "Schauspieler des Jahres" gekürt. Aber nicht nur vor der Kamera und auf der Bühne legt Sepp Bierbichler eine kraftvolle Präsenz an den Tag: Immer wieder meldet er sich zu gesellschaftlichen und politischen Themen zu Wort, so etwa 1999 in einem beißenden Kommentar zum Kosovo-Krieg oder im Jahr 2000, als er Christoph Schlingensief bei seiner umstrittenen Container-Aktion "Liebt Österreich" unterstützt. 2004 veröffentlicht er das autobiografisch geprägte Buch "Verfluchtes Fleisch" – stilistisch eine ungewöhnliche Mischung aus Erzählung und Essay, Tagebuch und Prosa, inhaltlich eine Abrechnung mit dem etablierten Kultur- und Theaterbetrieb.

Josef Bierbichler ist Vater von drei Kindern. Neben der Schauspielerei und der Schriftstellerei betätigt er sich auch als Landwirt.

(Quelle www.filmportal.de)

FILMOGRAFIE JOSEF BIERBICHLER

2005-2007 Bierbichler, Regie: Regina Schilling

2005/2006 Winterreise, Regie: Hans Steinbichler

2003/2004 Außer Kontrolle, Regie: Helmut Christian Görlitz

2003 Hamlet X, Regie: Herbert Fritsch

2002/2003 Hierankl, Regie: Hans Steinbichler

2001/2002 Ein Dorf sucht seinen Mörder, Regie: Markus Imboden

2000/2001 Heidi, Regie: Markus Imboden

1999/2000 Abschied. Brechts letzter Sommer, Regie: Jan Schütte

1999/2000 Code inconnu, Regie: Michael Haneke

1998 Suche nach Leben, Regie: Peter Kern

1997/1998 Neue Freiheit - Keine Jobs, Regie: Herbert Achternbusch

1996/1997 Freier Fall, Regie: Helmut Christian Görlitz

1996 Hot Dogs, Regie: Andreas Lechner

1996/1997 Picasso in München, Regie: Herbert Achternbusch

1996/1997 Winterschläfer, Regie: Tom Tykwer

1995 Dicke Freunde, Regie: Horst Königstein

1993 Die tödliche Maria, Regie: Tom Tykwer

1990-1992 Der unsichtbare Freund, Regie: Ray Müller

1990/1991 Wildfeuer, Regie: Jo Baier

1988/1989 Mix Wix, Regie: Herbert Achternbusch

1987/1988 Wohin?, Regie: Herbert Achternbusch

1985/1986 Heilt Hitler!, Regie: Herbert Achternbusch

1983 Die Olympiasiegerin, Regie: Herbert Achternbusch

1983 Mitten ins Herz, Regie: Doris Dörrie

1983/1984 Rita Ritter, Regie: Herbert Achternbusch

1983/1984 Wanderkrebs, Regie: Herbert Achternbusch

1982 Das Gespenst, Regie: H. Achternbusch

1981 Mein Freund, der Scheich, Regie: Rainer Erler

1981-1985/1987 Triumph der Gerechten, Regie: Josef Bierbichler

1980/1981 Der Neger Erwin, Regie: H. Achternbusch

1979 Der Komantsche, Regie: H. Achternbusch

1979-1981 Heinrich auf der Erbse, Regie: Martin Gressmann

1979 Schaut her - und seht die Anmut meiner Hände, Regie: Carin Braun

1978 Der erste Walzer, Regie: Doris Dörrie

1978 Der junge Mönch, Regie: H. Achternbusch

1978/1979 Woyzeck, Regie: Werner Herzog

1978 Zeit zum Aufstehn, Regie: Ludwig Cremer

1977/1978 Das zweite Erwachen der Christa Klages, Regie: Margarethe von Trotta

1977 Servus Bayern, Regie: H. Achternbusch

1976/1977 Bierkampf, Regie: H. Achternbusch

1976 Herz aus Glas, Regie: Werner Herzog

1975/1976 Die Atlantikschwimmer, Regie: H. Achternbusch

(Quelle www.filmportal.de)

 

BIO- / FILMOGRAFIE REGINA SCHILLING

Regina Schilling, geb.1962, lebt und arbeitet in Köln. Studierte Literaturwissenschaften und Pädagogik. Danach Pressereferentin beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. Seit 1997 freiberuflich tätig als Journalistin, Programmarbeit Int. Literaturfestival lit.COLOGNE, Jugendbuchautorin und Dokumentarfilmerin.

Filmographie:

1999 DER JUNGE MANN UND SEIN BUCH
Porträt über Benjamin Lebert
45’, Beta, mit Corinna Belz, Red.: Brigitte Schroedter, Bayrischer Rundfunk
Prod: Kick Film, München

2001 LEBEN NACH MICROSOFT
Dokumentarfilm 72’ Digi-Beta
mit Corinna Belz, Red.: Christian Cloos, ZDF - Das kleine Fernsehspiel, Sabine Bubeck-Paaz, ARTE, Prod: zero film, Berlin

2004 GERD AUDEHM: LEBEN OHNE GEDÄCHTNIS
Dokumentarfilm 52/45’ Digi-Beta
Red. Kornelia Theune, ARTE, Katja Wildermuth, MDR, Prod: zero film, Berlin

2007 BIERBICHLER
Dokumentarfilm, 90’/45 min.
Red: Petra Felber, Walter Greifenstein, BR, Martina Zöllner, SWR, Prod: zero one film, Berlin

 

AUSZUG AUS EINEM INTERVIEW MIT JOSEF BIERBICHLER

(Quelle: Die Zeit, 23.11.06, „Besser als Hitler“)

DIE ZEIT: Herr Bierbichler, Ihre Figuren haben oft ein wütendes Gesicht – wie Menschen, die in eine Falle oder eine Verschwörung geraten sind. Man spürt die Wut der Eingekreisten.

Josef Bierbichler: Das empfinde ich gar nicht so. Aber jetzt, wo Sie es sagen, könnte was Wahres dran sein. Es könnte sein, dass ich selbst mit meiner Tätigkeit in eine Falle geraten bin und nicht herauskomme. Vielleicht sieht man mir das an.

DIE ZEIT: Sie meinen Ihre Arbeit als Schauspieler?

Bierbichler: Ja. Das war eigentlich eine Falle. Sie hat sich angeboten, weil man mir Talent attestiert hatte. Es war dann relativ einfach, in diesem Wasser zu schwimmen. Aber im Lauf der Jahre habe ich festgestellt, dass ich kein sehr leidenschaftlicher Theatermensch bin. Viele in diesem Beruf sehen ihre Arbeit ja beinahe religiös; das spielt bei mir überhaupt keine Rolle. Ich bewege mich von dem Beruf weg. Und wenn Sie jetzt sagen, mein Gesicht komme Ihnen vor wie das eines Menschen, der in die Falle gegangen ist, dann könnte das für meine Situation gültig sein. (...)

DIE ZEIT: Wenn man Ihnen zusieht, hat man den Eindruck: Der könnte sich oder andere auf der Bühne wirklich verletzen. In einem Interview haben Sie gesagt: »Ich möchte noch mal etwas machen, wo ich mich am Schluss selber aufessen kann.«

Bierbichler: Ich wollte mein Buch Verfluchtes Fleisch mit so einer Szene enden lassen. Das musste ich dann umschreiben, weil ein Zeichner exakt das Gleiche als Comicgeschichte gemacht hat: Einer isst sich selbst auf, genussvoll. Das hatte ich mir genauso überlegt. Um den Mann sitzen Ärzte herum, die sein Leben erhalten, sodass er möglichst viele Körperteile essen kann. Der beste Koch bereitet ihn zu. Der Mann liegt da, unterhält sich mit Besuchern, und neben ihm brät seine Hand in der Pfanne. Dann löffelt er’s. Ich dachte: Das wäre die auf den Gipfel getriebene Dekadenz. Da gibt es doch die Geschichte von dem Frosch, der erschrickt, wenn man ihn ins heiße Wasser wirft. Wenn man ihn aber ins kalte Wasser wirft und das Wasser allmählich erhitzt, fühlt er sich bis zum Schluss wohl.

DIE ZEIT: Und der Frosch, das sind wir?

Bierbichler: Der Frosch sind wir. Den Heiner Müller hat dieses Bild unglaublich fasziniert. Das kam in fast jedem seiner Interviews vor – am Schluss, als er eben selbst schon ein Frosch war.

DIE ZEIT: Hemingway schreibt, dass verwundete Hyänen sich mit Appetit die eigenen Gedärme aus dem Leib rissen und äßen…

Bierbichler: Sie bringen sich zu Tode damit? Das ist toll. Das gefällt mir.

DIE ZEIT: Sie haben einmal gesagt, die Aufgabe des Theaters sei es, Skandale zu erzeugen. Aber ist das nicht auch eine Art Selbstverzehr? Ist es nicht so, dass die Gesellschaft auf den Skandal mit demselben gierigen Blick schaut wie Hemingway auf die Hyäne, die sich selbst frisst?

Bierbichler: Das hat Dario Fo schon vor 25 Jahren in einem Stück gesagt: Der Skandal ist die Katharsis der bürgerlichen Gesellschaft.

DIE ZEIT: Ein bisschen wie Pornografie: Ein Stellvertreter verliert an unserer Stelle sein Gesicht.

Bierbichler: Aber das setzt voraus, dass da jemand ist, der dem Darsteller Gesichtsverlust unterstellt. Ohne die Scham, die Ängste und die Prüderie der Zuschauer funktioniert Pornografie nicht. Es gibt ja fast nichts mehr, womit man skandalös sein kann. Wenn etwas scharf gedacht ist, und es löst einen Skandal aus, weil es scharf gedacht ist, weil es etwas aufdeckt, damit hätte ich kein Problem… Aber wenn etwas von vornherein als Skandal konstruiert wird, würde mich das nicht interessieren.

DIE ZEIT: Könnte ein Kunstskandal je so in Erinnerung bleiben wie beispielsweise der Kopfstoß von Zidane im WM-Endspiel?

Bierbichler: Kaum denkbar. Ah, Zidane – das war schon großartig. Ohne eines der Instrumente zu verwenden, mit denen man verletzt oder tötet – weder Hand noch Fuß, sondern Kopf! –, das war schon groß. Und wie der Materazzi umfiel! Es hat ihm ja nichts gemacht.

(...)

DIE ZEIT: Im Frühjahr haben Sie in Berlin Ihr Solostück Holzschlachten uraufgeführt. Da lassen Sie den KZ-Arzt Hans Münch auftreten und von tödlichen Menschenexperimenten erzählen, und dabei sitzen Sie in einem rollbaren Sessel. Am Ende sagen Sie einen Satz von Wolfgang Schäuble: »Es werden auch blonde, blauäugige Menschen Opfer von Gewalttaten.« Das war der Satz, den der Innenminister sagte im Zusammenhang mit dem Überfall auf den Deutschäthiopier Ermyas M. in Potsdam. Sie haben Schäubles Satz als skandalöse Verharmlosung empfunden, aber durch Ihre Darstellung haben Sie den KZ-Arzt und den deutschen Innenminister gleichsam überblendet, zu einer Figur gemacht.

Bierbichler: Ich wollte Münch und Schäuble nicht gleichsetzen; aber dass die Gleichsetzung im Kopf mancher Zuschauer entstehen kann, stimmt schon. Was ich allerdings gleichsetzen wollte, war die ungeheuerliche Verharmlosung, die da stattfand – in den Worten Münchs und in den Worten Schäubles. Dass Schäuble als selbst schwerverletzter Mensch solche furchtbaren Sätze sagt – das zeigt vielleicht, dass er gar kein Politiker sein sollte.

DIE ZEIT: Sie hatten eine Phase, da nahmen Sie von der Bühne herab Stellung zu aktuellen Vorgängen. 1985 fielen Sie im Residenztheater aus Ihrer Rolle, Achternbuschs Gust, und protestierten gegen die südafrikanische Apartheidsregierung, weil die CSU-nahe Hanns-Seidl-Stiftung südafrikanische Politiker nach München eingeladen hatte.

Bierbichler: Da sagte ich den Satz: »Der letzte Terrorist ist mir lieber als der Erste von der CSU.« Als ich dann den Totengräber im Hamlet spielte, habe ich mir überlegt, was mache ich, falls der Strauß kommt. In dem Fall, dachte ich mir, verstecke ich eine Holzpistole im Bühnengrab der Ophelia, und damit gehe ich dann in die vierte Reihe, wo der Strauß sitzen würde. Aber ich habe mir überlegt, der Strauß hat bestimmt einen Leibwächter dabei, und der kann nicht wissen, ob die Pistole echt ist. Da hab ich den Plan fallen lassen. Der Leibwächter muss schießen. Und das hätte ich nicht gewollt. Das ist der Unterschied zwischen Kunst und Macht.

DIE ZEIT: Es hätte Ihre Unsterblichkeit bedeutet: der Schauspieler, der im Theater erschossen wurde.

Bierbichler: Es hätte meine Unsterblichkeit besiegelt, ja, das schon. Mehr als die vom Strauß. (lacht) Das muss man natürlich auch bedenken. Damit wären wir wieder bei Zidane.

DIE ZEIT: Gibt es Glücksmomente auf der Bühne?

Bierbichler: Es gibt ganz selten die Momente, wo das Spiel von selbst geht, wo »es« spielt. Da kann ich mich selbst genießen. Sich selbst genießen – das ist auch eine Form von Sich-selbst-Aufessen.

DIE ZEIT: Warum ziehen Sie sich vom Theater zurück? Ist die Zeit dieses Glücks vorbei?

Bierbichler: Ich bin nicht mehr so scharf aufs Spielen. Die gruppendynamischen Prozesse, die beim Spielen zwangsläufig entstehen, kommen mir immer alberner vor. Ich mag mich auch nicht mehr verstellen. Ich merke, es geht auf die Truhe zu. Damit ist man allein, da passt keine Gruppendynamik.

DIE ZEIT: Auf die Truhe zu?

Bierbichler: Na, auf die Kiste… aufs Sterben. Da kommt einem Gruppendynamik albern vor.

 

DIE PRODUKTIONSFIRMA ZERO ONE FILM

zero one film, im Jahr 2006 hervorgegangen aus der zero film, hat in den vergangenen 15 Jahren eine Vielzahl von Dokumentarfilmen und –serien produziert, u.a. "Black Box BRD" (Europäischer und Deutscher Filmpreis), "Die Kinder sind tot" (Deutscher Filmpreis), eine der ersten Doku-Serien für ARTE ("Geburtsstation") und mit "Schwarzwaldhaus 1902" (Grimme Preis) das erste deutsche „living history“-Projekt für die ARD. Thomas Kufus ist Produzent und Geschäftsführer der zero one film GmbH.

Auswahl an dokumentarischen Produktionen:

2007 Bierbichler Regie: Regina Schilling (Dokumentarfilm, 44' + 90') (Koproduktion mit BR)

2007 Unsere 60er Jahre Regie: Michael Wulfes (6 × 45' für ARD)

2007 My Class Regie: Ekaterina Eremenko (Dokumentarfilm, 90') (Koproduktion mit RBB/ Arte + Maximage, Schweiz)

2007 Heimatklänge Regie: Stefan Schwietert (Kinofilm, 81’) (Preis der Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai, Leserjury-Preis des Tagesspiegels, Publikumspreis in Nyon)

2007 Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener Regie: Nathalie Steinbart & Volker Heise (Doku-Serie 20 x 26’ für Arte)

2006 Das Gestüt Regie: Kerstin Hoppenhaus (Doku-Serie, 15 x 26' für Arte)

2005 Die letzte Reise Regie: Mechthild Gaßner (Doku-Serie, 5 x 26' für Arte)

2005 Unsere 50er Jahre Regie: Thomas Kufus & Jan Schütte (6 x 45' für ARD)

2005 Weiße Raben Regie: Tamara Trampe & Johann Feindt (Kinofilm, 92') (Grimme-Preis, 3sat-Preis u.a.)

2004 Abenteuer 1900 - Leben im Gutshaus Regie: Volker Heise (Doku-Serie, 16 x 25' für ARD)

2002 Ein Tag mit Folgen (Doku-Reihe: 10 Filme à 52' für Arte) (Bayerischer Fernsehpreis: Buch 2004 für Sebnitz - Die Perfekte Story)

2004 Aus Liebe zum Volk Regie: Eyal Sivan & Audrey Maurion (Kinofilm, 88')

2003 Die Kinder sind tot Regie: Aelrun Goette (Kinofilm, 80') (Deutscher Filmpreis: Bester Dokumentarfilm)

2003 Reporter vermisst Regie: Johann Feindt ( TV-Film, 60') ( Grimme-Preis)

2002 Schwarzwaldhaus 1902 Regie: Volker Heise & Rolf Schlenker ( Doku-Serie, 4 x 45' für ARD) ( Grimme Preis)

2001 Black Box BRD Regie: Andres Veiel ( Kinofilm, 102') (Deutscher Filmpreis: Bester Dokumentarfilm)

1999 Geburtsstation Regie: Thomas Kufus & Arpad Bondy ( Doku-Serie, 5 x 26' für Arte)

1996 A Tickle in the Heart Regie: Stefan Schwietert ( Kinofilm 87') ( Bayerischer Film-preis, Artur Brauner-Preis)