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Ausfahrt Eden

Deutschland 2010 -  85 Min – digital

Produzent
Thomas Tielsch / Filmtank GmbH

Produktionsleitung                     
Britta Erich, Sönke Held

Produktionsassistenz   
Jan-Peter Heusermann, Julia Cöllen

Buch und Regie              
Jürgen Brügger, Jörg Haaßengier

Kamera                            
Sven O. Hill

Ton                                    
Jürgen Brügger, Jörg Haaßengier

Montage                           
Gesa Marten

Tonbearbeitung              
Nani Schuhmann

Mischung                         
Hendrik Knoch

Klangcollagen                 
Franziska Windisch

Redaktion ZDF                  
Jörg Schneider


Ausfahrt Eden

Ein Film von Jörg Haaßengier und Jürgen Brügger

Kinostart: 21. April 2011


Trailer

Stadt  Kino  Termin  Info   
Berlin   Ufer e.V.  ab 14.10.2011     
Kln  Filmpalette  ab 21.04.2011     
Kln  KHM  01.06.2011  Best of KHM   
Mainz  Cinemayence  10.06. - 12.06.2011     
Wiesbaden  Caligari  27.09.2011    

 

Kurztext


AUSFAHRT EDEN unternimmt eine Reise in die städtische Peripherie, eine Welt, die den meisten völlig unbekannt ist, obwohl sie direkt vor unserer Haustür beginnt. Und siehe da, das vermeintliche Niemandsland zwischen Schnellstraßen, Gewerbegebieten und Brachflächen ist bevölkert von Menschen, die sich diesen Raum zu Eigen gemacht haben und sich hier eine eigene Welt aufbauen – Archipele in den so schwer zu fassenden Un-Orten am Rande der Stadt, Freiräume für Sehnsüchte und ungewöhnliche Pläne.

 

 

SYNOPSIS


Der Garten Eden bezeichnete, abgeleitet vom sumerischen Adina, zunächst einen Ort, der fruchtbar zu sein schien, sich aber als unfruchtbar erwies. Später dann stand Eden für die unkultivierte Steppe und allgemein für das Hinterland der Zentren: die Peripherie.
Der Film unternimmt eine Reise in die städtische Peripherie, eine Welt, die den meisten Menschen völlig unbekannt ist, obwohl sie direkt vor unserer Haustür beginnt. Man denke nur an die spätnachmittäglichen Autofahrten zu Ikea: dort scheint uns dieser eigenschafts- und gesichtslose Raum gar nichts zu sagen.


Als würden wir auf einer dieser Fahrten einfach auf dem Seitenstreifen der Autobahn anhalten, über die Leitplanke klettern und uns durch die Brombeerbüsche schlagen, begibt sich der Film in dieses Terrain: zu den weißen Flecken auf dem mentalen Stadtplan.
Und siehe da, das vermeintliche Niemandsland zwischen Schnellstraßen, Gewerbegebieten, Brachflächen, Baggerseen und stillgelegten Gleisdreiecken ist bevölkert von Menschen, die sich diesen Raum zu Eigen gemacht haben und sich hier eine eigene Welt aufbauen – Archipele in den so schwer zu fassenden Un-Orten am Rande der Stadt, Freiräume für Sehnsüchte und ungewöhnliche Pläne.

 

 

REGIESTATEMENT


„Reisen, das ist mal was Nützliches, da kriegt die Phantasie zu tun. Menschen, Tiere, Städte und Dinge, alles ist erdacht. Man braucht nur die Augen zuzumachen. Es ist auf der anderen Seite des Lebens.“ (Louis-Ferdinand Céline)

Diese andere Seite fanden wir an den Rändern der Stadt. Auf unserer Reise trafen wir Menschen, die sich wie die Pioniere des Wilden Westens diesen Raum einfach nehmen.
Hier, auf der Rückseite der Lärmschutzwand, herrscht ein ganz eigentümlicher Rhythmus, hier lassen sich phantastische Projekte denken. Banale Industriebrachen werden zu verheißungsvollen Gärten, Naturreste im Inneren des Autobahnkreuzes verwandeln sich zu dichten Urwäldern. Gerade diese Momente, in denen sich die realistische Oberfläche der Welt etwas Fremdem, Phantastischem, Magischem zu öffnen scheint, interessierten uns.

Die Suche der Menschen in der Peripherie verweist immer auch auf unser aller Suche nach dem Paradies als Summe aller Sehnsüchte, nach der Heimat, die doch, wie Ernst Bloch so schön schrieb, etwas ist, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war. Und das direkt vor unserer Haustür. Man braucht gar nicht weit zu reisen.

 

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZU DEN PROTAGONISTEN

Michael rettet Pflanzen von Baustellen und bringt sie in langen, zähen Fußmärschen zu einem See in der Peripherie, um sie dort einzupflanzen. Hier ist Michaels Ort, sein Paradies. Er hat ein besonderes Verhältnis zu seinen Pflanzen: Sie bieten ihm Schutz wie schon in seiner Kindheit im Heim. Michael will den kilometerlangen Hang an der ICE-Trasse komplett bepflanzen - eine Aufgabe, die hundert Jahre dauern würde.
Michael ist sehr scheu. Er ist vor allem nachts unterwegs, genießt die Stille und hat zu dieser Zeit Ruhe vor den Menschen. Er hat sich hier an dem zwischen Bahnanlage und Autobahn schwer zugänglichen See seinen Rückzugsort und eine fast kindlich wirkende Traumwelt geschaffen. Doch ominöser Detlev Richter will diese Welt zerstören: Michael macht ihn dafür verantwortlich, dass die von ihm eingepflanzten Bäumchen ständig wieder ausgerissen werden. Dabei bleibt offen, ob es diesen Detlev Richter wirklich gibt oder ob auch er Produkt von Michaels Traumwelt ist.

Ulla hat sich mitten in der Peripherie eine riesige Marmorprachtvilla gebaut –alles ohne Genehmigung, einfach so dahingesetzt, wo früher nur Schrottplätze und Brache waren. Sie hat alles allein geschaffen. Darauf ist sie sehr stolz.
Man kennt Ulla in der Stadt als „das Blumenmädchen“. Nachts geht sie durch die Kölner Kneipen und verkauft Blumensträuße. Es ist kaum zu glauben, wie viel sie arbeitet. Früh morgens kauft sie die Blumen auf dem Großmarkt, anschließend arbeitet sie den ganzen Tag in ihrem Blumenladen und nachts verkauft sie Sträuße. Ein 18 bis 20-Stunden-Tag voller Arbeitswut.
Ulla will endlich weniger zu arbeiten, weil sie erkannt hat, dass die viele Arbeit sie kaputt macht. Schliesslich zerstört sie ihren Laden, um endlich in ihrem Paradies anzukommen. Doch es fällt ihr schwer, zur Ruhe zu kommen.

Günter und sein Freund Klaus sitzen tage-, wochen-, monatelang – oder vielleicht schon ihr ganzes Leben - in einem kleinen Kämmerchen unter der Erde, rauchen, trinken Kaffee und gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, dem Philosophieren. Sie erträumen sich eine paradiesische Welt, deren Mittelpunkt ein phantastischer Rosengarten ist und die Wolken intelligentere Wesen sind als die Menschen – und dabei wirken die alten Männer in ihrem Enthusiasmus bisweilen wie kleine Kinder.

Die Kinder der Familie Nied wohnen sehr abgelegen in einem abgeschlossenen Gebiet, das nur aus Autowerkstätten besteht. Hier spielen die Kinder zwar nur unter sich, aber doch relativ unbeschwert wie auf einem phantastischen Abenteuerspielplatz. Ihr täglicher Schulweg führt sie an den Schnellstrassen entlang, hinter denen irgendwo ihr Zuhause ist. Dort denken sie sich Lieder aus, inszenieren komplizierte Tanzaufführungen, pflücken Blumen und Brombeeren und stellen Hollywoodschießereien nach. Sie machen diese Wildnis zu einem Ort, an dem sich das Leben ständig neu erfindet.

Allen Protagonisten ist gemeinsam, dass sie nicht auf einer fernen Insel sind, sondern am Rand der „normalen Welt“ leben, am Rand der Städte, und auch was ihre Stellung innerhalb der Gesellschaft angeht, in einem merkwürdigen Zustand des „Dazwischenseins“.

 

 

DIE REGISSEURE

JÖRG HAAßENGIER

BIOGRAFIE

Geboren 1972 in Hannover. 1992 Abitur. 1993 bis 2002 Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Literatur in Hannover und Berlin, M.A. Dazwischen längere Auslandsaufenthalte in Iran, Pakistan, Indien, China und den ehemaligen sowjetischen Republiken. 2002 bis 2003 Mitarbeiter bei MEDIA KOMPAKT Film & Fernseh GmbH und FILMTANK HAMBURG. 2003-2006.  Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln, Fächergruppe Film/Fernsehen. „Kopfende Haßloch“ war der Abschlussfilm.

Filmografie

  • Ein Bild (Kurzfilm, 20 min, Hi8,1994)
  • Rainers Aufstand (Kurzfilm, 50 min, Hi8, 1995)
  • Das Rollwagenfilmchen (Kurzfilm, 35 min, Super8, 1997)
  • Breaking the Rules (Kurzfilm, 20 min, DV, 1998)
  • Früher oder später (Kurzfilm, 15 min, Super8, 1999)
  • Wo ist Otto Jäger? (Dokumentarfilm, 30 min, DV/Super8, 2000)
  • Gestalten für die Ewigkeit (Dokumentarfilm, 5 min, DV, 2001)
  • HUKL (Dokumentarfilm, 28 min, DV, 2006)      
  • Kopfende Haßloch (Dokumentarfilm, 37 min, DigiBeta, 2006)

 

 

JÜRGEN BRÜGGER

BIOGRAFIE

*1969 in Epe. 1986-1989 Berufsausbildung. 1990-1992 Abitur. 1993-2000 Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Geschichte und Soziologie an der Universität Köln, M.A. 2000-2001 Mitarbeit bei INPUT (International Public Television Screening Conference). Seit 2002 Kubny & Schnell Film- und Fernsehproduktion. 2003-2006 Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln. „Kopfende Haßloch“ war der Abschlussfilm.

filmografie

  • Heute nicht (Dokumentarfilm, 6min, DV, 2001)
  • Endspiel (Kurzfilm, 5min, DV, 2002)
  • Snelweg Beautiful (Dokumentarfilm, 30min, DV, 2002)
  • Eins zu eins – Geschichte glücklicher Tage (Dokumentarfilm, 20min, BetaSP, 2003)
  • Der Traumjob (Kurzfilm, 15min, 35mm, 2005)
  • Kopfende Haßloch (Dokumentarfilm, 37min, DigiBeta, 2006)

 

 

DIE PRODUKTION FILMTANK

FILMTANK entwickelt und produziert Dokumentarfilme und TV-Dokumentationen und konzipiert Themenabende. Die Firma wurde im Februar 2001 als ein gemeinsames Projekt von Wüste Film und Thomas Tielsch in Hamburg gegründet. Produzent und Geschäftsführer der Firma wurde Thomas Tielsch. Im Februar 2004 wurde eine Niederlassung in Stuttgart errichtet, um die Präsenz der Firma in Süddeutschland zu stärken. 2007 entstand eine weitere Niederlassung in Berlin, deren Fokus auf den Bereichen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft und der Formatentwicklung liegt. Saskia Kress wurde zweite Geschäftsführerin.
In den ersten zehn Jahren seines Bestehens realisierte Filmtank 35 abendfüllende und einstündige Filme und Serien, eine Vielzahl davon in internationaler Koproduktion, ausserdem seit 2007 in Berlin zwölf TV-Dokumentationen.  Zahlreiche Filme liefen auf internationalen Festivals, wie beispielsweise die Koproduktion Das Moskitoproblem und andere Geschichten von Andrey Paounov in Cannes 2007. Dieser Film erhielt im November 2007 den renommierten Grierson Award des BFI London Film Festival für den besten abendfüllenden Dokumentarfilm.
Weitere preisgekrönte Filme unter anderem Call Me Babylon (Andreas Pichler) Adolf-Grimme-Preis 2004, Second Hand (Raffaele Brunetti) Globo d'Oro 2005, Die Frau mit den 5 Elefanten (Vadim Jendreyko) Europäischer Filmpreis 2009 Deutscher Filmpreis, Schweizer Filmpreis 2010.