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Ausfahrt Eden Deutschland 2010 - 85 Min – digital Produzent Produktionsleitung Produktionsassistenz Buch und Regie Kamera Ton Montage Tonbearbeitung Mischung Klangcollagen Jörg Schneider |
Ein Film von Jörg Haaßengier und Jürgen Brügger Kinostart: 21. April 2011
Trailer Get the Flash Player to see this player.
Kurztext ![]() AUSFAHRT EDEN unternimmt eine Reise in die städtische Peripherie, eine Welt, die den meisten völlig unbekannt ist, obwohl sie direkt vor unserer Haustür beginnt. Und siehe da, das vermeintliche Niemandsland zwischen Schnellstraßen, Gewerbegebieten und Brachflächen ist bevölkert von Menschen, die sich diesen Raum zu Eigen gemacht haben und sich hier eine eigene Welt aufbauen – Archipele in den so schwer zu fassenden Un-Orten am Rande der Stadt, Freiräume für Sehnsüchte und ungewöhnliche Pläne.
SYNOPSIS ![]() Der Garten Eden bezeichnete, abgeleitet vom sumerischen Adina, zunächst einen Ort, der fruchtbar zu sein schien, sich aber als unfruchtbar erwies. Später dann stand Eden für die unkultivierte Steppe und allgemein für das Hinterland der Zentren: die Peripherie. ![]() Als würden wir auf einer dieser Fahrten einfach auf dem Seitenstreifen der Autobahn anhalten, über die Leitplanke klettern und uns durch die Brombeerbüsche schlagen, begibt sich der Film in dieses Terrain: zu den weißen Flecken auf dem mentalen Stadtplan.
REGIESTATEMENT ![]() „Reisen, das ist mal was Nützliches, da kriegt die Phantasie zu tun. Menschen, Tiere, Städte und Dinge, alles ist erdacht. Man braucht nur die Augen zuzumachen. Es ist auf der anderen Seite des Lebens.“ (Louis-Ferdinand Céline) Diese andere Seite fanden wir an den Rändern der Stadt. Auf unserer Reise trafen wir Menschen, die sich wie die Pioniere des Wilden Westens diesen Raum einfach nehmen. Die Suche der Menschen in der Peripherie verweist immer auch auf unser aller Suche nach dem Paradies als Summe aller Sehnsüchte, nach der Heimat, die doch, wie Ernst Bloch so schön schrieb, etwas ist, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war. Und das direkt vor unserer Haustür. Man braucht gar nicht weit zu reisen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZU DEN PROTAGONISTEN Michael rettet Pflanzen von Baustellen und bringt sie in langen, zähen Fußmärschen zu einem See in der Peripherie, um sie dort einzupflanzen. Hier ist Michaels Ort, sein Paradies. Er hat ein besonderes Verhältnis zu seinen Pflanzen: Sie bieten ihm Schutz wie schon in seiner Kindheit im Heim. Michael will den kilometerlangen Hang an der ICE-Trasse komplett bepflanzen - eine Aufgabe, die hundert Jahre dauern würde. Ulla hat sich mitten in der Peripherie eine riesige Marmorprachtvilla gebaut –alles ohne Genehmigung, einfach so dahingesetzt, wo früher nur Schrottplätze und Brache waren. Sie hat alles allein geschaffen. Darauf ist sie sehr stolz. Günter und sein Freund Klaus sitzen tage-, wochen-, monatelang – oder vielleicht schon ihr ganzes Leben - in einem kleinen Kämmerchen unter der Erde, rauchen, trinken Kaffee und gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, dem Philosophieren. Sie erträumen sich eine paradiesische Welt, deren Mittelpunkt ein phantastischer Rosengarten ist und die Wolken intelligentere Wesen sind als die Menschen – und dabei wirken die alten Männer in ihrem Enthusiasmus bisweilen wie kleine Kinder. Die Kinder der Familie Nied wohnen sehr abgelegen in einem abgeschlossenen Gebiet, das nur aus Autowerkstätten besteht. Hier spielen die Kinder zwar nur unter sich, aber doch relativ unbeschwert wie auf einem phantastischen Abenteuerspielplatz. Ihr täglicher Schulweg führt sie an den Schnellstrassen entlang, hinter denen irgendwo ihr Zuhause ist. Dort denken sie sich Lieder aus, inszenieren komplizierte Tanzaufführungen, pflücken Blumen und Brombeeren und stellen Hollywoodschießereien nach. Sie machen diese Wildnis zu einem Ort, an dem sich das Leben ständig neu erfindet. Allen Protagonisten ist gemeinsam, dass sie nicht auf einer fernen Insel sind, sondern am Rand der „normalen Welt“ leben, am Rand der Städte, und auch was ihre Stellung innerhalb der Gesellschaft angeht, in einem merkwürdigen Zustand des „Dazwischenseins“.
DIE REGISSEURE JÖRG HAAßENGIER BIOGRAFIE Geboren 1972 in Hannover. 1992 Abitur. 1993 bis 2002 Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Literatur in Hannover und Berlin, M.A. Dazwischen längere Auslandsaufenthalte in Iran, Pakistan, Indien, China und den ehemaligen sowjetischen Republiken. 2002 bis 2003 Mitarbeiter bei MEDIA KOMPAKT Film & Fernseh GmbH und FILMTANK HAMBURG. 2003-2006. Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln, Fächergruppe Film/Fernsehen. „Kopfende Haßloch“ war der Abschlussfilm. Filmografie
JÜRGEN BRÜGGER BIOGRAFIE *1969 in Epe. 1986-1989 Berufsausbildung. 1990-1992 Abitur. 1993-2000 Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Geschichte und Soziologie an der Universität Köln, M.A. 2000-2001 Mitarbeit bei INPUT (International Public Television Screening Conference). Seit 2002 Kubny & Schnell Film- und Fernsehproduktion. 2003-2006 Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln. „Kopfende Haßloch“ war der Abschlussfilm. filmografie
DIE PRODUKTION FILMTANK FILMTANK entwickelt und produziert Dokumentarfilme und TV-Dokumentationen und konzipiert Themenabende. Die Firma wurde im Februar 2001 als ein gemeinsames Projekt von Wüste Film und Thomas Tielsch in Hamburg gegründet. Produzent und Geschäftsführer der Firma wurde Thomas Tielsch. Im Februar 2004 wurde eine Niederlassung in Stuttgart errichtet, um die Präsenz der Firma in Süddeutschland zu stärken. 2007 entstand eine weitere Niederlassung in Berlin, deren Fokus auf den Bereichen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft und der Formatentwicklung liegt. Saskia Kress wurde zweite Geschäftsführerin. |