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AUF ALLEN MEEREN
Johannes Holzhausen

A 2001, 35mm, 90 Min.
DOKUMENTARFILM

KURZINHALT

Der Flugzeugträger Kiev war das größte und wichtigste sowjetische Kriegsschiff während des Kalten Krieges - ein Koloss der See, eine unbezwingbare Festung, Stolz und Symbol der Marine. Ab 1994 lag die Kiev als schwimmender Schrott vor der Nordmeerküste Russlands, bewacht und gepflegt von seinem letzten Kapitän, bis das Schiff im Sommer 2000 nach China geschleppt wurde.

Die abenteuerliche Reise der Kiev zu ihrem letzten Ruheplatz nach Tianjin bei Peking ist Angelpunkt und roter Faden von AUF ALLEN MEEREN. Johannes Holzhausen verfolgt das Schicksal des Flugzeugträgers und seiner ehemaligen Besatzung seit dem Stapellauf 1972. "Ein jedes Schiff hat eine Seele. Die Seele eines Schiffes ist die Seele der Besatzung, die auf dem Schiff dient", meint ein ehemaliger Kommandant der Kiev. Und so ist AUF ALLEN MEEREN in erster Linie keine Dokumentation über die vergangene Ära desKalten Krieges oder die Geschichte eines Schiffes, sondern ein Film über dessen Seele, die sich in der Geschichte der Männer, die auf ihm gedient haben, manifestiert und fortschreibt. Mit dem Zerfall der Sowjetunion haben sie ihren Platz in der Gesellschaft verloren. Die Kiev ist längst zum Erinnerungsbild geworden: ein Geisterschiff, das beständig durch die Träume ihrer früheren Besatzung kreuzt.

Johannes Holzhausen, der das Schiff mehr als fünf Jahre begleitet hat, entwirft in AUF ALLEN MEEREN ein differenziertes Bild von der Zeit der Orientierungslosigkeit nach dem Untergang der Großmacht Sowjetunion. Nur in Archivaufnahmen oder den Gemälden des Schiffsmalers ist die Kiev noch ein auf Zelluloid und Leinwand festgehaltenes Propagandainstrument, ein Mythos für den Glanz und die Kraft der Sowjetunion. Für viele ehemalige Besatzungs-mitglieder der Kiev ist dieser, für uns oft skurrile Mythos die einzige Möglichkeit, die neuen Realitäten im heutigen Russland zu ertragen. "Die Flagge", sagt einer von ihnen, "ist schon halb zerfranst - und so ist es auch mit unserem Leben."


Die Protagonisten

Nikolaj Bobrakov - letzter Kommandant der Kiev (1994 - 2000)
Sergej Chervonnyi - Leiter für den technischen Betrieb der Kiev (1980 - 1988)
Tatjana Chervonnaja - Sergejs Frau
Nikolaj Melakh - Kommandant der Kiev (1986 - 1989)
Mikhail Moiseev - Artillerieoffizier auf der Kiev (1973 - 1977)
Valentin Vansovich - Sanitätsunteroffizier auf der Kiev (1975 - 1983)
Valentin Pechatin - Marinemaler
Sergej Shishkov - Ausbilder für Marinetaucher


ÜBER DEN FILM

"Soll ich dir ein Märchen erzählen?
Es war einmal ein riesengroßes Kriegschiff, ein unvergleichliches Schiff ...
Sein Name war Kiev."

Johannes Holzhausens AUF ALLEN MEEREN beginnt als Märchen, als Geschichte, die ein Vater dem Sohn erzählt: Von einem Koloss der See, einer unbezwingbaren Festung, die einst auf allen Meeren fuhr.
"Kiev? Nie gehört!", antwortet der Junge.

Der Flugzeugträger Kiev, einstiger Stolz der sowjetischen Kriegsmarine, liegt seit 1994 außer Dienst gestellt in einem Nordmeerhafen bei Murmansk; aufgegeben, verrostet, harrt er seiner Verschrottung. Über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren hat Johannes Holzhausen die Kiev verfolgt, vorerst ohne Genehmigung der Marine, aus der Ferne. So konzentriert sich der Film auch auf die Menschen, die ihr Leben auf der Kiev verbracht haben: Ihre letzten Kapitäne und Offiziere, ihren Techniker, einen Marinetaucher und einen Maler, dessen Atelier voller Bilder der Marineglorie und des Untergangs steht. Die Geschichten dieser Menschen sind mit dem Schicksal des Schiffs allegorisch verbunden: Mit dem Zerfall der Sowjetunion haben auch sie ihren Platz in der Gesellschaft verloren. "Auf dem Schiff habe ich verlernt, zu Hause zu leben", sagt einer von ihnen. Heimatlose sind sie alle: Über die Nachfolgerepubliken der Union verstreut, in unvertraute Arbeitsfelder oder den vorzeitigen Ruhestand gezwungen, bleiben ihnen bloß ihr Humor, ihre Nostalgie oder gar die "höhere" Bestimmung als Diener Gottes.

AUF ALLEN MEEREN macht begreiflich, was das vielbeschworene "Ende der Geschichte" bedeuten kann. Der Verlust einer Weltordnung produziert eine Vielzahl von Sehnsüchten, mit denen die Überlebenden die leere Mitte auszufüllen trachten: Der eine hütet seine Flagge, der andere hat ein Teeservice vom Schiff geklaut; individuelle und kollektive Erinnerung fallen in den Bildern zusammen, die Johannes Holzhausen den Porträts dieser Menschen zur Seite stellt: Grobkörniges, zerkratztes Archivmaterial aus den Dienstjahren von Schiff und Mannschaft erhalten in der Montage und dem suggestiven Sounddesign eine traumähnliche Qualität, die mehr vom Wirken der Zeit spricht als es eine reine Technikgeschichte je könnte. Die Kiev ist längst zum Erinnerungsbild geworden, ein Geisterschiff, das beständig durch die Träume ihrer Protagonisten kreuzt.

Dennoch ist AUF ALLEN MEEREN keine nostalgische Revue historischer Größe und rezenten Verfalls geworden. Die Geschichte selbst ist ironisch genug: Am Ende des Films machen die Sehnsüchte des Sozialismus des 20. Jahrhunderts denen der Marktwirtschaft asiatischer Prägung Platz, als die Kiev, vom Filmteam begleitet, ihrem letzten Hafen entgegenläuft - einem Erlebnispark an der südchinesischen Küste, wo sie ihren Ruhestand als Touristenattraktion verbringen wird.

Michael Loebenstein


DER REGISSEUR ÜBER SEINEN FILM


AUF ALLEN MEEREN war ein langwieriges Projekt. Alles begann damit, dass ein Freund mir 1993 vom sukzessiven Verkauf fast aller russischen Kriegschiffe erzählte. Die selbst nicht mehr fahrtüchtigen Schiffe würden von Schleppern nach Asien zur Verschrottung gebracht. Diese Geschichte interessierte mich, und ich begann, zunächst sporadisch, daran zu arbeiten. 1995 entstand daraus die Videorecherche DAS LETZTE UFER, die die Fahrt eines russischen Kriegschiffs von Singapur nach Indien beschreibt. Dieses Video diente mir als Basis für die Finanzierung und Drehbucherstellung von AUF ALLEN MEEREN.

In dieser Zeit war der Flugzeugträger Kiev, immerhin das größte Überwasserschiff der sowjetischen Kriegsmarine, zum Verkauf vorgesehen, und ich beschloss, dass dieses Schiff der Ausgangspunkt für AUF ALLEN MEEREN sein sollte. 1997 begannen wir mit der ersten Drehphase in St. Petersburg, mit Protagonisten von der Kiev, ohne offizielle Drehgenehmigung, ohne zu wissen, wann genau die letzte Reise des Schiffs zu seiner Verschrottung tatsächlich stattfinden würde. Ich recherchierte und drehte danach in der Ukraine mit weiteren Protagonisten, immer im Hinblick auf das dramaturgische Gegengewicht dieser letzten Fahrt. Allerdings: Kaufinteressenten für das Schiff kamen und gingen zwar, aber letztlich blieb es ein Ladenhüter. Im August 1998 erhielten wir immerhin - nach eineinhalbjähriger Arbeit - die Genehmigung der Kriegsmarine, die Kiev an ihrem Ankerplatz im Norden bei Murmansk zu filmen. Dort saßen uns jedoch die Presseabteilung und der Geheimdienst so im Nacken, dass der Spielraum für die Dreharbeiten sehr gering war, zumindest für jemanden wie mich, der sich viel Zeit nehmen will, um das Vertrauen seiner Protagonisten zu gewinnen, und der Drehentscheidungen aus der Dynamik der jeweiligen Situation heraus trifft - also so ziemlich das Gegenteil von dem, was sich Militärs vorstellen. Während dieses an sich schon sehr schwierigen Drehs ereignete sich der wirtschaftliche Zusammenbruch des Landes. Zurück in Österreich begannen wir mit dem ersten Schnitt, der allerdings an dem fehlenden "Hauptprotagonisten" krankte. Ich hoffte, ich wartete ab, ich zögerte die Fertigstellung des Films hinaus - und endlich, im Januar 2000, gab es eine Wendung: Es fand sich ein chinesischer Käufer für das Schiff (übrigens bereits der dritte Flugzeugträger, den China aus den Restbeständen der sowjetischen Marine erworben hat), wir konnten die Kiev auf ihrer letzten Fahrt begleiten, das Material war vollständig, wir schnitten wieder, und im Oktober 2001 war der Film fertig.

1993 wusste ich wenig über Russland, über Schiffe, über das Militär. Zwei Umstände haben damals mein Interesse geweckt. Zum einen die romantische Neugierde des Binnenländers auf das Meer, die Seefahrt, und der Wunsch, solch einen fliegenden Holländer zu begleiten. Zum anderen beschäftigte mich die Frage, was eigentlich aus all den ehemaligen Marine-offizieren wurde, die früher stolze Sowjetbürger mit hohem sozialen Ansehen waren, aber durch den Lauf der Geschichte plötzlich von niemanden mehr gebraucht wurden. Wie würden diese Militärs ihre plötzliche Bedeutungslosigkeit verarbeiten? Durch die äußeren Umstände gezwungen, mussten sie sich doch Fragen nach dem Sinn ihres gesamten bisherigen Tuns, ihres Daseins stellen. Was für Menschen würde ich antreffen? Nach Gesprächen mit beinahe 100 Marineoffizieren und einigen 1000 Fragen, die ich gestellt habe, kenne ich die "Anatomie" des russischen Offiziers besser, als mir manchmal lieb war.

Im Film sind sieben Protagonisten zu sehen, von denen jeder auf seine Art existentiell mit dem Schiff verbunden ist. Ich porträtiere sie unter einem psychologischen Aspekt, denn darin liegt ganz grundsätzlich mein filmisches Interesse. So ist zwar Anlass und roter Faden des Films das Schiff, aber es ist nicht das Thema, es dient mir lediglich als Projektionsfläche für Erinnerungen, Phantasien, Verklärungen, Verdrängungen. Der Blick meiner Protagonisten auf das Abwesende und ihr Schicksal in der Wechselwirkung von Tradition, Geschichte und individueller Entscheidungsfreiheit haben mich mehr interessiert als eine militärische Geschichte des Kalten Krieges. Wenn sich etwas von unserer Anteilnahme für diese Menschen und ihre Verletztheit auf den Zuschauer überträgt, hat sich diese langwierige Arbeit für mein Team und mich gelohnt. Johannes Holzhausen


ÜBER MUSIK UND TÖNE

In der ersten Einstellung von AUF ALLEN MEEREN sieht der Zuschauer eine Glocke ohne Klöppel, ein Stück Altmetall ohne Funktion. Verlassen hängt sie an einem Holzgerüst hoch über dem Meer, und ein paar Kinder bewerfen sie mit Steinen. Was wir hören ist zwar kein Läuten, aber ein Tönen, wie ein Nachhall dessen, was einmal war.

Wenn Johannes Holzhausen nach diesem Prolog beginnt, die Geschichte des ehemals stolzen, sowjetischen Flugzeugträgers Kiev zu erzählen, dann ist dem Regisseur vor allem an diesem Moment des "Nachhalls" gelegen. Im Anschluss an Interviews mit Angehörigen der ehemaligen Schiffsbesatzung oder Szenen alter Archivaufnahmen aus seetüchtigen Tagen kehrt Holzhausen immer wieder zu dem Schiffskörper zurück. Dann verharrt die Kamera auf dem rostigen Deck, als wolle sie dem Zuschauer eine Gelegenheit geben, die Resonanz des soeben Gehörten am Eisen selbst zu prüfen. Und tatsächlich lassen sich durch die von Sounddesigner Michael Palm elektronisch verstärkten Eigengeräusche des Schiffsmetalls ein entferntes Tönen und Ächzen wahrnehmen.

Die persönlichen Erinnerungen der ehemaligen Marinesoldaten werden in AUF ALLEN MEEREN bildlich auf das Schiff übertragen. In Archivaufnahmen aus Wochenschauen, Schulungs- und privaten Super-8-Filmen erscheint der Flugzeugträger wieder geisterhaft belebt. "Das Lied der Kiev" nennt Johannes Holzhausen das beständige Rumoren auf der Tonebene, das wie eine Art Echo erscheint:

"Wir haben lange nicht gewusst, wie wir mit dem Archivmaterial umgehen sollen. Das war oft so dominant und pathetisch, mit Off-Texten wie ,Mutter, ich denke an die heimischen Birken, wenn ich die feindlichen Schiffe sehe.' Wir mussten das Material verfremden, um es unterzuordnen, immer im Hinblick darauf, etwas von dieser Übermacht der Technologie zu zeigen, vom Verhältnis des Menschen zum Apparat. Der zweite Schritt war, mit dem Ton eine Waage zu finden: Da hatten wir die Idee, den Ton des Materials zu nehmen und keine eigene Musik." Johannes Holzhausen

Die Musik erklingt im Film entsprechend in den von Johannes Holzhausen und seinem Kameramann Joerg Burger gedrehten Filmbildern oder wird von dem zeitweise kuriosen Archivmaterial transportiert: Da öffnet sich eine Luke an Deck des Flugzeugträgers, und es erhebt sich ein in folkloristischen Gewändern gekleideter Damenchor in die Höhe. Die Sängerinnen geben unter den begehrlichen Blicken der Männer in ihren Sonntagsuniformen das Lied einer Soldatenbraut zum besten:

"Ich flehe dich an - ob in der stillsten Stille,
ich flehe dich an - wenn Lärm dich umtost,
ich flehe dich an - wenn du den funkelnden Schnee am Fenster siehst,
halb im Wachen, halb im Traum:
in der Frühlingsnacht - denk an mich,
in der Sommernacht - denk an mich,
in der Herbstnacht - denk an mich,
in der Winternacht - denk an mich."

In den Aufnahmen aus der Gegenwart vertreibt sich die sympathisch-lässige Besatzung des chinesischen Schiffes, das die Kiev im Schlepptau hat, die Zeit mit Karaoke, während andernorts Armeekadetten dazu angehalten werden, einem blutjungen Gefreiten zu lauschen. Dabei intoniert der Sänger, der von einem verstimmten Klavier begleitet wird, voller Inbrunst: "Ich träume vom Krieg, von Schreien, Explosionen, Kanonen." Solche traumatischen Erinnerungen hat ein langjähriger Sanitätsunteroffizier der Kiev mit Gottes Hilfe hinter sich gelassen. Heute singt er vor seiner Gemeinde von einem treuen Kapitän, der uns durch Sturm und Tosen führt: "Kennst du dieses wunderbare Land, wo meine Heimat ist? Wo meine Brüder auf mich warten, wo ewiges Paradies ist? Ach, treffe ich dich da?"


PRODUKTIONSSTAB

Produktion Navigator Film ( Wien) www.navigatorfilm.at

Co-Produktion Dschoint Ventschr ( Zürich), Peter Stockhaus Filmproduktion (Hamburg)

Buch und Regie Johannes Holzhausen

Dramaturgische Beratung Constantin Wulff

Regieassistenz Susanne Kotrba, Julia Solovieva

Kamera Joerg Burger

Schnitt Michael Palm

Schnittassistenz Regina Höllbacher

Ton Sergej V. Moshkov

Sound Design Michael Palm

Produktionsleitung Johannes Rosenberger, Johannes Holzhausen

Aufnahmeleitung Galina Antoshevskaja, Ursula Wolschlager, Vitalij Kalinin

Filmgeschäftsführung Anna Maria Leber, Christina Zoppel, Anna Härle

Produzenten Johannes Rosenberger, Johannes Holzhausen, Constantin Wulff

Co-Produzenten Werner Schweizer (CH), Peter Stockhaus (D)

Produktion gefördert von BKA - Kunstsektion (Abteilung Film und Neue Medien)
Eurimages
Wiener Film Fonds
ZDF / ARTE
ORF
Schweizer Fernsehen DRS
Schweizer Bundesamt für Kultur (Sektion Film)
Media


PORTRÄT: JOHANNES HOLZHAUSEN

Geboren 1960 in Salzburg. Lebt und arbeitet seit 1980 in Wien.

1987-95 Studium an der Wiener Filmakademie
1992 Gründungsmitglied von Navigator Film
1996 Gesellschafter der Navigator Film Produktion KEG

Filme:

1989 Family Portraits (Kurzspielfilm)
1990 Märchen von einem der auszog (Kurzspielfilm)
1991 Zwei Werbespots für Humanic (gemeinsam mit Joerg Burger)
1992 Wen die Götter lieben (Dokumentarfilm, 16 mm, 35 Min.)
1993/1994 Die Nacht aus Blei (Kurzspielfilm, 25 Min.)
1995 Das letzte Ufer (Dokumentarfilm, Beta SP, 58 Min.)
2000 Zero Crossing (Dokumentarfilm, Beta SP, 40 Min.)
2001 Auf allen Meeren (Dokumentarfilm, 35 mm, 95 Min.)

Festivalteilnahmen (Auswahl):

Viennale Wien (2001, Auf allen Meeren)
Diagonale Graz (1995, Das letzte Ufer; 2000, Zero Crossing; 2002, Auf allen Meeren)
Berlinale (Internationales Forum) Berlin (2002, Auf allen Meeren)
Dokumentarfilmfestival München (2002, Auf allen Meeren)
Internationales Kurzfilm-Festival Hamburg (2000, Zero Crossing)
Mostra Internazionale D'arte Cinematografica Venedig (2000, Zero Crossing)
Filmfestival Pesaro (2000, Zero Crossing)
Solothurner Filmtage Solothurn (2002, Auf allen Meeren)
Visions du Réel Nyon (1996, Das letzte Ufer; 2000, Zero Crossing)
Cinéma du Réel Paris (1993, Wen die Götter lieben; 2002, Auf allen Meeren)
DOC Film Lissabon (2002, Auf allen Meeren)
Vue sur les Docs Marseille (2002, Auf allen Meeren)
EXPO of Short Film and Video New York (1993, Wen die Götter lieben)
North Carolina Film-Festival (1993, Wen die Götter lieben)
Short Film Festival Melbourne (1993, Wen die Götter lieben)

Preise:

Prix du Court Métrage (Festival Cinema du Réel Paris, 1993)
Award for Best Documentary (42. Melbourne Short Film Festival, 1993)
Gold Prize (North Carolina Film-Festival, 1993)
Best Documentary (New York EXPO of Short film and Video, 1993)
Förderungspreis für Filmkunst 1993 des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst


PORTRÄT: JOERG BURGER UND MICHAEL PALM

Joerg Burger (Kamera)

Geboren 1961, Freischaffender Künstler, Filmschaffender, Kameramann und Cutter in Wien.
Mitglied bei Navigator Film.

Kameramann bei vier Filmen von Johannes Holzhausen ("Wen die Götter lieben", 1992;
"Das letzte Ufer", 1995; "Zero Crossing", 2000; "Auf allen Meeren", 2001)

Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland
2002 New York - Stipendium für künstlerische Fotografie der Republik Österreich.

Eigene Filme (Regie):

1989 Josef Wais (auch Kamera, Schnitt)
1992 Rudolf Schwarzkogler (auch Kamera, Schnitt)
1993 Wolfgang Paalen (auch Kamera, Schnitt)
1995 Dear Fritz - Der Schriftsteller Fritz Habeck (auch Kamera)
2001 Moscouw (auch Kamera, Schnitt)

Preise:

Diagonale-Preis der Diözese Graz-Seckau - Bester Kurz- und Dokumentarfilm 2000/2001 für "Moscouw". Jury Award EXPO of Short Film and Video New York 2001 für "Moscouw".

Michael Palm (Schnitt, Sound Design)

Geboren 1965 in Linz, Oberösterreich. Lebt und arbeitet in Wien.

Studierte an der Wiener Filmakademie und an der Universität Wien Philosophie, Theaterwissenschaft und Publizistik.
Filmschaffender und -theoretiker, Filmkomponist, Sound Designer und Cutter
Lehraufträge für Filmtheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst.
Zahlreiche Vorträge und Publikation zu Theorie und Ästhetik von Film und Kino.

Eigene Filme (Regie):

2001 Sea Concrete Human (Regie, Buch, Audiokommentar)

Preise:

Diagonale Graz 2002 - Preis "Innovatives Kino" für "Sea Concrete Human"

Weitere Arbeiten (Auswahl):

1988 Subcutan (Schnitt; Regie: Johannes Rosenberger)
1989 Constant Instant Blue (Schnitt; Regie: Johannes Rosenberger)
1989 Exil (Schnitt; Regie: Monika Stuhl)
1990 Alice erfindet ein kleines Spiel, das Alice gewinnt (Musik; Regie: Claudia Messmer)
1990 Leichtsinnig (künstlerische Mitarbeit, Schnitt; Regie: Johannes Rosenberger)
1994 Sisi auf Schloß Gödöllö (Schnitt, Musik; Regie: Christian Frosch)
1995 Süßes Holz (Sound Design, Musik; Regie: Gabriele Mathes)
1996 Die totale Therapie (Schnitt, Musik; Regie: Christian Frosch)
1997 Treid (Schnitt; Regie: Constantin Wulff)
1999 Ceija Stojka (Schnitt; Regie: Karin Berger)
2000 Zero Crossing (Schnitt; Regie: Johannes Holzhausen)
2001 I Am From Nowhere (Schnitt; Regie: Georg Misch)
2001 Auf allen Meeren (Schnitt, Sound Design; Regie: Johannes Holzhausen)


PORTRÄT: NAVIGATOR FILM

Navigator Film ist auf die Entwicklung und Produktion von kreativen Dokumentarfilmen spezialisiert. Das Spektrum reicht vom abendfüllenden Kinodokumentarfilm bis zu kurzen, experimentellen Formen, die gesellschaftlich relevante Themen darstellen.
Navigator Film versteht sich als Initiative zur Förderung eines zeitgemäßen, kritischen Dokumentarfilms: durch die gezielte Förderung von Nachwuchs, durch die Vernetzung mit der österreichischen Dokumentarfilmszene, sowie durch internationale Koproduktionen. Navigator Film ist Mitbegründer von dok.at, der Interessensgemeinschaft österreichischer Dokumentarfilmschaffender.

Im April 1992 wurde der Verein Navigator Film von Johannes Rosenberger (Filmemacher und Produzent), Johannes Holzhausen (Filmemacher), Constantin Wulff (Filmemacher und Filmpublizist), Johannes Hammel (Kameramann und Filmemacher) und anderen Filmschaffenden in Wien gegründet. Ziel war es, den unterrepräsentierten Dokumentar- und Kurzspielfilm in Österreich zu fördern. Dabei sollten sowohl der Produktion als auch der Distribution gleichwertig Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Seit 1993 konzipierte und organisierte Navigator Film regelmäßig Filmreihen, Retrospektiven und Workshops. Zu den wichtigsten Veranstaltungen zählten große Retrospektiven von Marcel Ophüls und Wilhelm Gaube, ein Workshop mit Didi Danquart sowie die allmonatlich stattfindende Film- und Diskussionsreihe "Exercise in Reality".
Im Juni 1996 folgte die Gründung der Produktionsfirma Navigator Film Produktion KEG mit Sitz in Wien. Als Produzenten und Gesellschafter fungieren heute Johannes Rosenberger, Johannes Holzhausen, Constantin Wulff und Joerg Burger. Geschäftsführer ist Johannes Rosenberger, das Produktionsbüro leitet Anna Härle.

Filme (Auswahl):

1992 Die schwarze Sonne (Regie: Johannes Hammel)
1993 karma mécanique (Regie: Johannes Rosenberger)
1993 Spaziergang nach Syrakus (Regie: Lutz Leonhardt und Constantin Wulff)
1994 Dear Fritz - Der Schriftsteller Fritz Habeck (Regie: Joerg Burger und Andreas Weber)
1994 Günther 1939 (Heil Hitler) (Regie: Johannes Rosenberger)
1995 Das letzte Ufer (Regie: Johannes Holzhausen)
1995 Der Bildhauer Mathias Hietz (Regie: Wilhelm Gaube)
1995 Steinfeld - Beschreibung einer Landschaft (So als ob) (Regie: Wilhelm Gaube)
1995 Hans Staudacher - Ein Lebenslauf (Regie: Wilhelm Gaube)
1996 Colette (Regie: Wilhelm Gaube)
1997 Johannes Koller - Mein schönes, böses, altes Haus (Regie: Wilhelm Gaube)
1998 Hermann Josef Painitz (Regie: Wilhelm Gaube)
1998 Pastry, Pain & Politics (Co-Produktion; Regie: Stina Werenfels)
1998 Cyclus von Kleinigkeiten (Co-Produktion; Regie: Ana Torfs)
1999 Ceija Stojka (Regie: Karin Berger)
1999 Verräumt (Regie: Karin Steger)
1999 Treid (Regie: Constantin Wulff)
2000 Zero Crossing (Regie: Johannes Holzhausen)
2000 Wild Blue - Notes For Several Voices (Regie: Thierry Knauff)
2001 Sneaking In - Donald Richie's Life in Film (Regie: PRINZGAU / Podgorschek)
2001 selfSTORAGE (Regie: Ingrid Molnar)
2001 Ein Leben mit den Göttern - Susanne Wenger (Regie: Claudia Willke)
2001 In The Mirror Of Maya Deren (Im Spiegel der Maya Deren; Regie: Martina Kudlácek)
2001 Heldenplatz, 19. Februar 2000 (Regie: Constantin Wulff)
2001 I Am From Nowhere (Regie: Georg Misch)
2001 Moscouw (Regie: Joerg Burger)
2001 Auf allen Meeren (Regie: Johannes Holzhausen)


PRESSESTIMMEN

"Johannes Holzhausen ist ein großartiger Film gelungen, weil er über seinen Gegenstand hinaus weist. Er lässt en passant eine ganze historische Ära auferstehen und erinnert daran, dass selbst unblutig verlaufende Umbrüche ihre Opfer fordern, vielleicht sogar mehr als Revolutionen." [ Daniela Sannwald - Frankfurter Rundschau, 8. Februar 2002 ]

"Mit diesem melancholischen Dokumentarfilm steuert Österreich dem Berlinale-"Forum" ein wesentliches, filmisch und politisch präzise formuliertes Werk bei, das dem internationalen Vergleich nicht nur standhält, sondern diesen - im Blick weit hinaus, man könnte sagen: bis ans Ende der Welt - geradezu sucht." [ Stefan Grissemann - Die Presse, 15. Februar 2002 ]

"Es sind nicht nur die einfühlsamen Bilder des Schiffes im Regen, nicht nur der dunkel hohle Sound, der ein wenig an Walgesänge erinnert; sondern vor allem sind es die Menschen, die ein Teil ihres Lebens auf diesem Schiff zubrachten, die stolzen Kapitäne, die das Filmteam aufgespürt hat. Wie Tschechow'sche Figuren zehren sie von vergangenem Ruhm, von dem heute nur ein Abglanz geblieben ist." [ Ulrich Seidler - Berliner Zeitung, 16 / 17. Februar 2002 ]

"Nichts liegt Holzhausen ferner, als aus dem Stoff einen Thesenfilm zu fabrizieren: Er geht vielmehr von der Atmosphäre an seinem Hauptschauplatz aus, lässt sich von der Kiev selbst inspirieren, die er mit musikalischem und visuellem Raffinement als Geisterschiff, als auratischen Ort, als letzte Projektionsfläche der zerbrochenen Utopien seiner Betreiber darstellt." [ Profil, Nr. 19, 6. Mai 2002 ]

"Das Leben nach der Kiev ist geprägt von Wehmut, teils Verbitterung, aber auch Humor und Nostalgie haben ihren Platz. Ohne störende Erklärungen aus dem Off, dafür gewürzt mit Aufnahmen aus der Zeit, als die Kiew und ihre Mannschaft noch stolze Diener des sowjetischen Volkes waren, fasziniert AUF ALLEN MEEREN mit schlichter Präzision." [ Lifestyle Magazin, 9. Mai 2002 ]