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35 RUM
Frankreich / Deutschland 2008
35 mm – 105 min – frz.O.m.dt.UT

Weltpremiere Venedig 2008 – Wettbewerb (außer Konkurrenz)

Art Cinema Award des int. Verbands der Filmkunsttheater (C.I.C.A.E.)

Filmfest Hamburg 2008

 

BESETZUNG

Lionel Alex Descas

Joséphine Mati Diop

Noé Grégoire Colin

Gabrielle Nicole Dogué

René Julieth Mars-Toussaont

Ruben Jean-Christophe Folly

Joséphines Tante Ingrid Caven

und Djédjé Apali, Eriq Ebouaney

 

STAB

Regie : Claire Denis

Drehbuch: Claire Denis, Jean-Pol Fargeau

Kamera: Agnès Godard

Production Designer: Benoît Pilot

Schnitt: Guy Lecorne

Ton: Martin Boisseau, Dominique Hennequin

Musik: Tindersticks

Produktion: Soudaine Compagnie, Pandora Filmproduktion

Produzenten: Bruno Pesery, Christoph Friedel, Claudia Steffen

 

Eine Koproduktion von Soudaine Compagnie, Pandora Film Produktion, ARTE France

Cinéma und WDR/ARTE in Zusammenarbeit mit Sofica Cofinova 4, Soficinema 4 mit Beteiligung von Canal+, TPS

Produktion untersttzt von Ministère de la Culture et de la Communication (CNC), Filmförderungsanstalt (FFA), Eurimages, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FHSH), Région Ile de France, ProCirep, Angoa-Agicoa,

Verleih untersttzt von Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein


35 rum

Ein Film von Claire Denis

Kinostart: 05. März 2009


Trailer

 

KURZTEXT


Lionel hat seine Tochter allein aufgezogen. Jahrelang war sie das Zentrum seiner Existenz, nun wird sie erwachsen und er gewöhnt sich an den Gedanken, sie loszulassen. Dass Joséphine ihr eigenes Leben führen wird, ist ihm klar, doch er fürchtet die Veränderung. Auch für die junge Frau ist die Trennung von ihrem Vater nicht leicht. Sie fragt sich, ob sie jemals wieder einen Menschen in ihrem Leben treffen wird, der sie so liebt wie ihr Vater.

35 RUM nährt die Sehnsucht nach einem ruhenden Pol in den privaten Beziehungen, die stark machen für die Welt und ausstrahlen auf die Umgebung. 35 RUM bezaubert durch seine Nähe zu den Personen und der Teilhabe an ihren Beziehungen, die Claire Denis dem Zuschauer in bewundernswerter, poetischer Weise gewährt.

 

SYNOPSIS


Lionel, ein Zugführer aus einer Pariser Vorstadt, hat sich sein Leben lang aufopfernd um seine Tochter gekümmert. Er weiß, dass Joséphine nun alt genug ist, um auf eigenen Füßen zu stehen, doch er will sie nicht verlieren, und auch Joséphine scheint noch nicht bereit, ihr geborgenes Zuhause zu verlassen. Zu ihren Nachbarn gehören die Taxifahrerin Gabrielle, deren zaghafte Bemühungen, sich mit Vater und Tochter anzufreunden, auf wenig Gegenliebe stoßen, und Noé, der seine Wohnung in exakt dem Zustand belassen hat, wie sie ihm seine verstorbenen Eltern vererbt haben.


Claire Denis erzählt uns von alltäglichen Dingen – Lionels Kollege René geht in den Ruhestand, Noés Katze stirbt. Es sind vielmehr die leisen Zwischentöne, die uns sagen, dass es für all diese Menschen Zeit ist, loszulassen: Lionel muss sich von seiner Tochter lösen, Joséphine das warme Nest verlassen und Noé seine Vergangenheit abschütteln. René, der immer nur für seine Arbeit gelebt hat, wagt vielleicht den drastischsten Schritt.


Was diesen Film so besonders macht, ist die Tatsache, dass Denis gänzlich auf Stereotypen verzichtet. Ihr Pariser Vorort ist keine der üblichen Immigranten-Enklaven, in denen Kriminalität, Rassismus, Armut, Arbeitslosigkeit und Drogen das Bild bestimmen. Die Menschen hier führen ein ganz normales Leben; die Aufzüge in den grauen Betonbauten funktionieren, die Treppenhäuser sind sauber und die Wohnungen gepflegt. Es ist vielleicht das erste Mal in der Filmgeschichte, dass diese trostlose Umgebung nicht nur als bewohnbar dargestellt wird, sondern auch als ein Ort, an dem es menschliche Wärme und soziale Bindungen gibt.

Mit Alex Decas, Mati Diop und insbesondere Nicole Dogué in ihrer wunderbaren Rolle einer Frau, die weiß, dass sie sich nicht zwischen Vater und Tochter drängen kann, ist 35 RUM durchweg brillant besetzt.

 

KOMMENTAR VON PIERS HANDLING

Internationales Filmfestival Toronto


„Wenn man Regisseure in Geschichtenerzähler und Poeten einteilen wollte, würde Claire Denis fraglos zu letzterer Kategorie zählen. Mit Entschlossenheit hat sie im Laufe ihrer Karriere ihren eigenen Weg verfolgt und stets das Narrative zugunsten der Bilder untergeordnet. Was nicht heißen soll, dass ihre Filme keine Handlung haben – 35 RUM ist im Gegenteil auffällig handlungsbetont – sondern dass bei ihr die Geschichte immer das Gerüst liefert für Atmosphäre, Farbe, Ton etc.


Denis versteht es meisterhaft, ihre Figuren in ein Milieu einzubetten, das deren Hoffnungen und Sehnsüchte bestimmt, gleichzeitig aber auch ihre Chancen im Leben begrenzt. Wahrscheinlich sind sie selbst sich ihrer Gefühle sehr viel weniger bewusst, als es in den Augen der Regisseurin und folglich des Publikums den Anschein haben mag. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Sobald sich der Film – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – in Bewegung setzt, zahlt es sich aus, all die vielen Details zusammenzufügen, dann ist er eine Bereicherung für Herz und Verstand.“

 

AUSZÜGE AUS EINEM INTERVIEW MIT DER REGISSEURIN CLAIRE DENIS

Wann ist die Idee für „35 Rum“ entstanden?


Vielleicht schon vor meinem ersten Film, denn es ist eine Geschichte, die mir in meiner Kindheit immer wieder erzählt wurde. Es ist die Geschichte meines Großvaters. Er war Witwer und hat meine Mutter daher allein großgezogen. Außer ihr hatte er keine Kinder und er hat nie wieder geheiratet. Meine Geschwister und ich dachten immer, was für ein einschneidender Moment es gewesen sein muss, als unsere Mutter ihn irgendwann verlassen hat. Schließlich war sie seine einzige Tochter. Wir waren froh, dass uns, die wir mit Geschwistern und Vater und Mutter aufwuchsen, ein so grausamer Schritt erspart bleiben würde.

 


Einige Jahre später lief in Paris eine Ozu-Retrospektive. Es war Sommer und ich nahm meine Mutter mehrere Abende hintereinander mit ins Kino, um mir mit ihr Filme von Ozu anzuschauen. Ich konnte spüren, wie die Präsenz des Vaters bei Ozu etwas in ihr auslöste, es erinnerte sie an ihren eigenen Vater, meinen Großvater. Ozu hat so eine ganz besondere Art, Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Da merkte ich, wie die Idee für einen Film in mir zu reifen begann. Doch ich schob diesen Gedanken gleich wieder beiseite, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, wer diesen Mann verkörpern sollte. Was mir vorschwebte, war keine getreue Nacherzählung, in meiner Vorstellung spielte die Geschichte ganz woanders. Mein Großvater war Brasilianer und dieses Fremdsein hat ihn geprägt. Gerade weil er ursprünglich nicht aus Frankreich kam, hatte er niemanden außer seiner Tochter, sie war seine ganze Familie. Schon als kleines Kind habe ich gespürt, wie wichtig sie für ihn war. Denn selbst nachdem sie geheiratet und Kinder bekommen hatte, war er immer noch in erster Linier der Vater unserer Mutter und nicht unser Großvater. Wir wussten, dass er uns bei Weitem nicht so sehr liebte wie unsere Mutter.

Doch damals habe ich diese Filmidee erst mal nicht weiterverfolgt, weil ich mir sicher war, dass niemand diesen Mann verkörpern konnte.

Niemand außer Alex Descas ...

Genau. Alex hat alles, was diese Rolle braucht. Er spielt mit einer so unaufdringlichen, leisen und unvergänglichen Intensität, dass ich sofort wusste, er ist der Richtige. Denn die Tochter hat nicht nur grenzenloses Vertrauen in diesen Mann und weiß, wie zerbrechlich er ist, sie sieht zugleich die verführerische Seite in ihm. Ginge es hier nur um eine rechtschaffene und schwache Vaterfigur, wäre das schon nicht einfach, aber dieser Vater ist zudem auch noch charmant und bezaubernd.

Einmal mehr erschaffen Sie ein ganz neues Paris. Diesmal ist es ein Paris, in dem man niemals ankommt. In dem die Personen weit entfernt wohnen und es nicht schaffen, irgendwo anzukommen. Personen, die aufeinander warten, die versuchen, ein neues Leben zu beginnen. Ein Paris, das anhand seiner Wege erzählt wird. Wir befinden uns in seinen Eingeweiden, an seinen Extremitäten, in seinen Innenräumen, auf seiner Schwelle – aber niemals im Zentrum ...

Im Gegensatz zur Metro fährt der RER niemals ins Zentrum. Es ist ein Verkehrsmittel, das die Menschen am Stadtrand abholt und in ihre Vororte zurückbringt. Sein Job ist es, zwei Welten miteinander zu verbinden, die kaum etwas von einander wissen. Die Metro ist ein Teil von Paris; wenn man die Metro nimmt, ist man in der Stadt. Indifferent und seelenlos klappert sie ihre Stationen ab. Der RER hingegen ist etwas Besonderes, denn er ist zutiefst mit dem Leben der Menschen verbunden. Die Fahrer wissen das und sind stolz darauf.

Der Alltag im Film wird durch zwei Ereignisse bedroht: eine Pensionierung und eine Hochzeit. Jedes Mal taucht das Motiv des leeren Rumglases auf, zusammen mit einer Legende. Was hat es mit dieser Geschichte der 35 Gläser Rum auf sich, die dem Film seinen Titel gibt, die jedoch nie erzählt wird?

Ich dachte dabei an die Legende eines karibischen Freibeuters, der gesagt haben soll, „an dem Tag, an dem du mir meine Tochter nimmst, werde ich mich besaufen. Zuerst meinte Jean-Pol, wir sollten die Geschichte mit ins Drehbuch reinnehmen, aber dann haben wir uns dagegen entschieden. Es ist besser, wenn sie niemand kennt.

Man hat das Gefühl, dass nur der Vater und die Tochter wirklich in der Gegenwart leben. Alle anderen Personen scheinen in der Vergangenheit gefangen zu sein: Noé, seine alte Katze und die Wohnung, die er von seinen Eltern geerbt hat, Gabrielle und ihre verflossene Liebe, René, der seiner Arbeit nachtrauert. Sie alle richten ihren Blick auf Lionel und Joséphine, auf diese Tür, hinter der sich Tag für Tag das perfekte Leben abspielt …

In den Augen der Anderen ist das Egoistische an der Liebe, dass sie die Lebensfreude steigert, und zwar im Hier und Jetzt. Die Liebe, und damit meine ich nicht unbedingt die Liebe zwischen Mann und Frau, versüßt uns die Gegenwart. Und genau das will der Dampf aus dem Reiskocher sagen, wenn der Vater nachhause kommt. Er ist eines dieser kleinen Zeichen, die besagen, „hier und jetzt geht es dir gut“. Und ich glaube, dass zwei Menschen, die sich lieben, genau wissen, dass ihre Liebe wie ein Bollwerk zwischen ihnen und den anderen steht. Sie ziehen Kraft daraus und hüten sich, sie aufzugeben. Die Liebe zwischen zwei Menschen, ganz gleich worauf sie gründet, ist ein sehr festes Band.

Und es bedarf eines letzten Wegs, der bis nach Deutschland führt, um dieses Band zu zerschneiden …

Ich wollte, dass man in dem Film etwas mehr über die Mutter erfährt. Wir brauchten irgendeine Spur von ihr, die deutlicher war als nur ein Foto, um auf die Mischehe hinzudeuten. Ich stellte mir vor, dass sie aus einem europäischen Land kam, das ganz anders ist als Frankreich, eine andere Welt am Ende der Autobahn. Und da kam mir die Heidelandschaft an der Ostsee in den Sinn, zwischen Hamburg und Lübeck, ich war da früher mal. Damals habe ich Kinder gesehen, die an Sankt Martin mit ihren Laternen durch die dunklen Straßen zogen und sangen: „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Für Joséphines Vater ist dieses Land fremd, in seiner Heimat muss man keine Laternen anzünden, um die Sonne zu sehen. Seine Tochter verkörpert die Mischung aus beiden.

DAS KOMPLETTE INTERVIEW VON OLIVIER BOMBARDA UNTER: http://www.arte.tv/de/suche/2206944.html

 

ÜBER CLAIRE DENIS

Claire Denis wurde in Paris geboren und hat als Kind viele Jahre in Afrika verbracht. Sie absolvierte ein Filmstudium am Institut des Hautes Etudes Cinématographiques in Paris. Viele ihrer Filme wurden auf Festivals und in verschiedenen europäischen Ländern gezeigt, darunter:

  • Chocolat (1988)
  • Man No Run (1989)
  • S’en fout la mort / Scheiß auf den Tod (1990)
  • J’ai pas sommeil / Ich kann nicht schlafen (1994)
  • Nénette et Boni (1996)
  • Beau travail / Der Fremdenlegionär (1999)
  • Trouble Every Day (2001)
  • Vendredi Soir (2002)
  • L’intrus / Der Eindringling (2004)

 

ÜBER PANDORA FILMPRODUKTION

1982 gründeten die beiden Frankfurter Kinobetreiber Karl Baumgartner und Reinhard Brundig den Pandora Film Verleih. Der Name war dem Film „Die Büchse der Pandora“ von G.W. Pabst entlehnt. Schon mit den ersten Filmen, die unter diesem Label herauskamen, war die Ausrichtung klar: Filme wie YOL von Yilmaz Güney, NOSTALGHIA von Andrej Tarkovsky oder LEBEWOHL MEINE KONKUBINE von Chen Kaige standen für anspruchsvolles internationales Arthouse-Kino. Schon bald bildeten sich enge Arbeitsbeziehungen zu Regisseuren wie Aki Kaurismäki oder Jim Jarmusch. Mit dem PIANO von Jane Campion gelang auch kommerziell der erste große Durchbruch. Das Konzept, dem Publikum in Deutschland ausgesuchte Meisterwerke internationaler Kinematographien zu präsentieren, ging auf und Pandora Film ist einer der bedeutendsten Verleiher in diesem Marktsegment geworden.

Neben der Verleihtätigkeit übernahm Pandora Film zunehmend auch Produktionsaufgaben. Viele Projekte wurden bereits in der Entstehungsphase erworben, aus dem reinen Lizenzgeschäft erwuchsen bald auch Koproduktionen, und mit UNDERGROUND von Emir Kusturica war dann der Übergang zur Produktion vollzogen.

1996 wurden die Produktionsfirmen nach Köln verlegt. 1998 wurde der Verleih in Frankfurt geschlossen und der umfangreiche Rechtestock an die KINOWELT verkauft. Veränderte Marktbedingungen, insbesondere das veränderte Ankaufverhalten der TV-Sender, sowie die massiven Strukturveränderungen durch den so genannten „Neuen Markt“ waren nur zwei der vielen auslösenden Faktoren hierfür.

In der darauffolgenden Zeit lag der Schwerpunkt der Pandora Film ganz auf Produktion und Koproduktion. Die inhaltliche Ausrichtung wurde beibehalten, alle Filme erfuhren ihre Erstauswertung im Kino. Des weiteren ist hervorzuheben, dass für alle Projekte internationale Koproduktionen zustande kamen. Pro Jahr entstehen bis zu sechs Filme. 2002 zeichnete die Filmförderungsanstalt die Firma als „Branchentiger“ aus. Mit der Koproduktion DER MANN OHNE VERGANGENHEIT von Aki Kaurismäki wurde im selben Jahr das Verleihgeschäft wieder aufgenommen.

Heute präsentiert sich Pandora Film als unabhängiges Produktions-, Vertriebs- und Verleihunternehmen, das weiterhin mit Klasse statt Masse seinen Weg geht. Im Interesse aller Kino-Interessierten sind wir bereit, der medialen Gleichschaltung entgegenzuwirken und dem Film auch unter dem Aspekt Kunst seine Existenz zu sichern. Mit 12 hoch motivierten Mitarbeitern stellen wir uns dieser Herausforderung.

www.pandorafilm.com

 

PRESSESTIMMEN AUS VENEDIG

„Über den Zustand des Weltkinos hat dieser Wettbewerb allemal etwas zu berichten – dass es im Kino nicht um große Gesten geht, sondern um die kleinen, dem Leben abgerungenen Wahrheiten. Claire Denis, deren 35 RUHMS außer Konkurrenz lief, verzichtet sowieso darauf, sich mit ihrem Kino in Positur zu werfen. Eine urbane Kleinfamilie, vier Menschen in einem Haus, die zusammenhalten: Vater und Tochter, die Frau nebenan, die den Vater seit Jahren liebt, der junge Nachbar, der sonst niemanden hat und gern so tut, als mache ihm das nichts aus. Alle sind Immigranten, es geht ihnen ganz gut mit ihren Jobs, aber sie haben ganz kleine Lebensentwürfe, ohne jede Aussicht auf mehr als das Zusammensein. Eine leise, melancholische Geschichte von der Mühsal, das wenige, was einen glücklich macht, festzuhalten.“ Susan Vahabzadeh / Süddeutsche Zeitung, „...wie berückend auch Claire Denis' „35 Rhums“, ein außer Konkurrenz präsentierter Film, der beobachtet, wie sich das Verhältnis eines Vaters zu seiner Tochter verändert, sobald diese erwachsen wird. Welch eine Fülle an Nuancen, wie viel Sensibilität und Gespür für Zwischentöne und Uneindeutiges...“ Cristina Nord / taz

„Claire Denis hatte mehr als schöne Momente zu bieten. Ihr „35 rhums“ lief aber außer Konkurrenz. Es ist die Geschichte des Zugführers Lionel, der seine Tochter allein aufgezogen hat. Beide wissen, dass die gemeinsame Zeit zu Ende geht, weil Josephine erwachsen geworden ist. Claire Denis beobachtet gelassen ihren Alltag, die getrennten Stunden während der Arbeit, führt Kollegen ein und Freunde und bewegt sich mit den Figuren durch die Vorstädte von Paris, als seien sie die ganze Welt. (...) allein für die Szene, in der Vater, Tochter und ein paar Freunde mit Fremden in einer Bar zu trinken und zu tanzen beginnen und Claire Denis die verschiedenen Arten zu lieben einfängt, allein dafür hat sich das halbe Festival schon gelohnt.“ Verena Lueken / FAZ